Löwenzahn-Extrakt: Über 95% der Krebszellen in Labortests zerstört
03.07.2026 - 15:04:20 | boerse-global.de
Aktuelle Studien aus dem Sommer 2026 zeigen das Potenzial pflanzlicher Verbindungen und biotechnologischer Mechanismen.
Vietnamesisches Gewürz liefert 28 Verbindungen
Ein Forschungsteam um Dr. Nguyen Thi Hong Van vom Institut für Chemie natürlicher Verbindungen in Vietnam untersuchte das Gewürz M?c Khén (Zanthoxylum rhetsa). Die Wissenschaftler isolierten insgesamt 28 Verbindungen aus der Pflanze. Darunter befindet sich die neu entdeckte Substanz Zanthorhetsavietnamese.
Erste Labortests deuten auf eine zytotoxische Wirkung gegen bestimmte Krebszelllinien hin. Die Forscher betonten jedoch: Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse. Ein therapeutischer Nutzen durch bloßen Verzehr sei nicht belegt. Weitere Studien seien für eine medizinische Anwendung zwingend erforderlich.
Löwenzahn-Extrakt: Über 95 Prozent der Krebszellen abgetötet
Eine im Fachjournal Oncotarget veröffentlichte Studie analysierte die Wirkung von Löwenzahnwurzel-Extrakt (DRE) auf Kolorektalkarzinom-Zellen. In In-vitro-Versuchen tötete der Extrakt innerhalb von 48 Stunden über 95 Prozent der untersuchten Krebszellen ab. Als wirksame Stoffe identifizierten die Forscher Alpha-Amyrin, Lupeol und Taraxasterol.
In Tiermodellen reduzierte sich das Tumorwachstum um über 90 Prozent. Fachleute mahnen jedoch zur Vorsicht: Klinische Belege für die Wirksamkeit am Menschen fehlen bislang.
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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Substanz blockiert Zellmigration
Ein Team der Florida A&M University untersuchte die Verbindung NSL-YHJ-2-27 gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs. In Zelllinien-Tests blockierte die Substanz die Migration von Tumorzellen zu mehr als 90 Prozent.
Der Mechanismus: Eine Überaktivierung von KRAS-Signalwegen führt letztlich zum Zelltod der Krebszellen. Nach den erfolgreichen In-vitro-Tests stehen nun Versuche in Tiermodellen an.
Bakterien als Wirkstoff-Produzenten
Neben direkt aus Pflanzen gewonnenen Stoffen rückt die biosynthetische Herstellung in den Fokus. Forscher der University of Warwick veröffentlichten eine Studie in Nature Communications. Sie entschlüsselten den Mechanismus, mit dem Bakterien sogenannte HDAC-Hemmer produzieren.
Durch die Identifizierung der ?-Hairpin-Docking-Domäne (?HD) wird es möglich, Wirkstoffbausteine nach einem „Mix-and-Match“-Prinzip zu kombinieren. Dr. Munro Passmore wies darauf hin, dass dies die Entwicklung neuer Krebsmedikamente beschleunigen könne. Allerdings sei mit klinischen Tests und hohen Entwicklungskosten zu rechnen.
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Immunonkologie: Neuer Angriffspunkt entdeckt
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) identifizierte den Rezeptor P2RY2 als Faktor, der Tumoren hilft, der Immunabwehr zu entkommen. Eine Blockade dieses Rezeptors verbesserte in Mausmodellen die Wirksamkeit von Immuntherapien deutlich.
Parallel dazu stellte die LMU München Ergebnisse zu einem neuen Bluttest für die Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs vor. Mit einem negativen Vorhersagewert von über 90 Prozent in einer Studie mit mehr als 1.300 Teilnehmern übertrifft das Verfahren bisherige Standardmarker. Die klinische Validierung des massenspektrometrie-basierten Tests läuft noch.
