LM Link: iPhone wird zur KI-Fernschnittstelle für den Mac
05.06.2026 - 13:22:57 | boerse-global.de
Zwei Neuheiten revolutionieren diese Woche die Arbeit mit künstlicher Intelligenz auf dem Mac: Während LM Studio den Fernzugriff vom iPhone auf lokale KI-Modelle ermöglicht, bringt Google leistungsstarke Multimodal-Modelle direkt auf den heimischen Rechner.
iPhone wird zur KI-Schnittstelle für den Mac
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Am 4. Juni 2026 veröffentlichte LM Studio mit LM Link eine Funktion, die iPhone-Nutzer mit den großen Sprachmodellen auf ihrem Mac verbindet. Über die iOS-App "Locally AI" – die Element Labs im April 2026 übernommen hatte – können Anwender künftig von unterwegs auf ihre lokalen KI-Modelle zugreifen.
Die Verbindung läuft über ein Tailscale Mesh VPN und ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Der gesamte Chatverlauf bleibt auf den eigenen Geräten – ein entscheidender Vorteil für datenschutzbewusste Nutzer. Derzeit ist der Dienst kostenlos, später sollen kostenpflichtige Abos folgen.
Ein erster Praxistest vom 5. Juni zeigt: Die Einrichtung dauert nur Minuten. Auf einem M4 Max MacBook Pro mit dem Qwen3.6 35B-Modell und 5G-Verbindung lief die Reaktion flüssig. Einzige Einschränkung: Nach dem Entsperren des iPhones braucht die Verbindung rund 20 Sekunden zum Wiederaufbau. Kompatibel ist LM Link mit allen auf dem Mac installierten Modellen – auch denen aus dem Apple-Intelligence-Rahmenwerk.
Google DeepMind bringt KI-Edge-Galerie auf den Mac
Nur einen Tag zuvor, am 3. Juni, startete Google DeepMind die AI Edge Gallery für macOS. Die Plattform ist speziell für den lokalen Betrieb der Gemma-Modelle auf Apple-Hardware optimiert. Zum Start stehen fünf verschiedene Gemma-Builds bereit – allen voran das neue Gemma 4 12B.
Zusätzlich veröffentlichte Google die App AI Edge Eloquent – ein Offline-Diktierprogramm für macOS. Und das Kommandozeilen-Tool LiteRT-LM erhielt einen neuen Befehl, der einen OpenAI-kompatiblen lokalen Endpunkt bereitstellt. Das erleichtert die Anbindung an bestehende Drittanbieter-Apps erheblich.
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Gemma 4 12B: Technische Finesse für den Hausgebrauch
Das Herzstück der Veröffentlichung ist das Gemma 4 12B – ein 11,95 Milliarden Parameter starkes Decoder-Only-Transformer-Modell unter Apache-2.0-Lizenz. Die entscheidende Neuerung: Google verzichtet auf separate Audio- und Video-Encoder, die sonst über 550 Millionen Parameter verschlingen. Stattdessen setzt das Unternehmen auf einen schlanken 35-Millionen-Parameter-Einbettungsmechanismus für Bilder und eine direkte Audio-Wellen-Projektion.
Die technischen Daten im Überblick:
- Multimodal: Verarbeitet Text, Bilder und Audio
- Aufgaben: Spracherkennung, Sprecheridentifikation, Videoanalyse, Programmierung und agentisches Denken
- Hardware: Läuft auf Consumer-Geräten mit 16 GB Arbeitsspeicher – auf Laptops meist mit 8-Bit- oder 4-Bit-Quantisierung
- Performance auf M4 MacBook Pro: 243,55 Tokens pro Sekunde (Prefill), 29,56 Tokens pro Sekunde (Decode)
- Kontextfenster: 256.000 Tokens
- Benchmarks: Übertrifft das Vorgängermodell Gemma 3 27B in mehreren Tests
Mit dem Gemma Skills Repository liefert Google zudem eine Entwicklerplattform für lokale KI-Agenten, die komplexe multimodale Abläufe bewältigen können.
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