Lithiumbatterien, Restmüll

Lithiumbatterien im Restmüll: Österreich zählt 17 Millionen pro Jahr

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die bundesweite Initiative läuft vom 5. bis 18. Oktober; Kommunen bieten Sammelstellen und mobile Rücknahme an.

E-Schrott-Aktionswochen 2026: Kommunen und Handel sammeln Altgeräte
Leerer kommunaler Wertstoffhof mit industriellen Sammelcontainern bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Ausgediente Elektroaltgeräte stellen die Entsorgungswirtschaft und Kommunen vor anhaltende logistische sowie sicherheitsrelevante Herausforderungen. Um das Bewusstsein für die fachgerechte Entsorgung und das Recycling wertvoller Ressourcen zu schärfen, veranstaltet die stiftung ear vom 5. bis 18. Oktober 2026 zum vierten Mal die bundesweiten Aktionswochen „Jeder Stecker zählt!

Deutschland sammelt E-Schrott“. Die Initiative ist rund um den International E-Waste Day am 14. Oktober angesiedelt und bietet Kommunen sowie Unternehmen die Möglichkeit, auch ohne vorherige Anmeldung teilzunehmen.

Vielfältige Beteiligung an den Aktionstagen

Im Vorfeld der Aktionswochen informierten sich laut Angaben der stiftung ear weit über 100 Akteure in Online-Veranstaltungen über Beteiligungsmöglichkeiten. Parallel dazu meldete die Versicherungsgruppe WERTGARANTIE bereits mehr als 100 Anmeldungen von Fachhändlern, die sich als Sammelstellen in den zugehörigen Rückgabefinder eintragen ließen.

Dass derartige Informationsangebote notwendig sind, verdeutlichen kommunale Erfahrungswerte: Durchschnittlich landen pro Einwohner jährlich rund 8 kg Elektroschrott in den kommunalen Sammelstellen. Um den Zugang für Bürger zu erleichtern, erproben Kommunen unterschiedliche Konzepte.

In Bielefeld testet der städtische Umweltbetrieb im Rahmen der Aktionswochen ein Elektrosammelmobil, das an insgesamt 13 Stationen jeweils zwischen 12:30 und 14:30 Uhr Halt macht, beginnend am Siegfriedplatz und gefolgt von zwölf weiteren Haltepunkten bis Anfang November.

In der Testphase werden Elektroaltgeräte ohne Größen- oder Mengenbegrenzung angenommen. Für Anfang 2027 plant die Stadt zudem voraussichtlich acht Depotcontainer für Elektrokleingeräte, deren Einsatz nach der mobilen Testphase evaluiert werden soll.

Kommunale Rücknahmeangebote und Tauschbörsen

Auch zahlreiche Landkreise verknüpfen ihre Entsorgungsangebote mit den Aktionswochen vom 5. bis 18. Oktober 2026. Im Landkreis Bad Kissingen stehen Bürgern hierfür 23 Wertstoffhöfe zur kostenlosen Abgabe zur Verfügung, wobei Fachleute vor der Rückgabe zur vollständigen Löschung persönlicher Daten auf Altgeräten raten. Gebrauchsfähige Gegenstände können dort alternativ über einen kostenlosen Tausch- und Verschenkmarkt weitergegeben werden.

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Ähnliche Sammelstrukturen melden weitere Regionen: Der Landkreis Germersheim bietet die kostenlose Abgabe an den Wertstoffhöfen Berg, Westheim und Rülzheim an und nimmt Kleingeräte zusätzlich über die Problemmüllsammlung entgegen.

Im Landkreis Bad Dürkheim beteiligen sich bis zum 18. Oktober 2026 die Wertstoffhöfe Grünstadt, Friedelsheim und Haßloch an der Aktion. Im Landkreis Wolfenbüttel, der die Aktionswochen ebenfalls begleitet, steht zudem beim 25. Forum Nachhaltigkeit von Ostfalia und Landkreis am 7. Oktober ab 18 Uhr eine gesonderte Sammeltonne für geeignete Kleingeräte bereit.

Brandrisiken und Rückgabepflichten im Handel

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Aufklärungsarbeit liegt auf den Gefahren durch falsche Entsorgung. Beschädigte oder überhitzte Lithium-Ionen-Batterien können schwere Brände verursachen.

Die Abfallwirtschaft der Technischen Dienste Arnsberg wies darauf hin, dass Batterien und Akkus keinesfalls in den Haus- oder Sperrmüll gehören, sondern an Verkaufsstellen oder dem Wertstoffbringhof abgegeben werden müssen.

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Das Gefahrenpotenzial belegen auch Zahlen aus Österreich: Laut einer Untersuchung der Montanuniversität Leoben landen dort jährlich hochgerechnet rund 17 Millionen Lithiumbatterien im Restmüll – rund acht Stück je Tonne und damit etwa viermal so viele wie vor zehn Jahren.

Der österreichische Entsorgerverband VOEB dokumentierte für das Jahr 2025 insgesamt 36 größere Brände in Abfall- und Ressourcenwirtschaftsbetrieben, bei denen falsch entsorgte Lithiumbatterien in vielen Fällen als Ursache vermutet werden.

Um den Rücklauf zu erhöhen, gelten klare Handelsvorgaben. Im Landkreis Bad Dürkheim müssen Händler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte bis zu drei Altgeräte mit einer Kantenlänge von maximal 25 cm kostenlos zurücknehmen.

In Österreich trat zum 1. Oktober 2026 eine noch weitergehende Pflicht in Kraft: Dort müssen Geschäfte bereits ab 25 m² Verkaufsfläche Altgeräte bis 25 cm Außenmaß, die Batterien oder Akkus enthalten, in haushaltsüblichen Mengen kostenlos und ohne Neukauf zurücknehmen, sofern sie vergleichbare Gerätearten im Sortiment führen. Batterien müssen dabei getrennt abgegeben und lose Kontakte vorab isoliert werden.

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