Lithium, Harvard-Studie

Lithium: Harvard-Studie belegt Mangel bei Alzheimer-Patienten

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Harvard-Studie belegt: Lithiummangel im Gehirn korreliert mit kognitivem Verfall. Experten fordern EU-Anerkennung als Nährstoff.

Lithium als essenzielles Spurenelement: Neue Studien zur Alzheimer-Prävention
Ein wissenschaftliches Labor mit einem Becherglas auf einem Labortisch und einem Forscher, der Gehirnscans analysiert. Illustration mit AI erstellt.

Die wissenschaftliche Diskussion um die Bedeutung von Lithium für die menschliche Gesundheit hat durch aktuelle Beiträge von Dr. Michael Nehls an Komplexität gewonnen. Im Fokus steht dabei die Einstufung von Lithium als essenzielles Spurenelement sowie dessen potenzielle Rolle bei der Vermeidung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und psychischen Störungen wie Depressionen.

Während die medizinische Forschung zunehmend Hinweise auf die Notwendigkeit einer Grundversorgung liefert, bleibt die regulatorische Anerkennung auf internationaler Ebene ein kontroverses Thema.

Aktuelle Forschungsergebnisse zum Zusammenhang mit kognitiven Störungen

Ein wesentlicher Pfeiler der Argumentation für die Bedeutung von Lithium ist eine im Jahr 2025 im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie der Harvard University.

Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Lithiumkonzentrationen im Gehirn, speziell im präfrontalen Cortex. Dabei stellten die Forscher fest, dass Patienten, die unter einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment, MCI) oder einer fortgeschrittenen Alzheimer-Erkrankung litten, signifikant verminderte Lithiumwerte in diesem Hirnareal aufwiesen.

Die Analysen deuten darauf hin, dass ein Mangel an diesem Element direkt mit dem Fortschreiten des kognitiven Verfalls korreliert. Dr. Michael Nehls führt in diesem Zusammenhang aus, dass eine ausreichende Versorgung mit Lithium für die Aufrechterhaltung der mentalen Gesundheit unerlässlich sei. Der Mangel werde als eine mögliche Hauptursache für die Entstehung von Demenz und depressiven Zuständen identifiziert.

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Pathologische Mechanismen und regulatorische Hürden

Ergänzend zu den Beobachtungen am Menschen liefern experimentelle Daten aus Mausmodellen weitere Einblicke in die biologischen Prozesse. Untersuchungen zeigten, dass eine Reduktion der Lithiumzufuhr um 50 % ausreicht, um die für Alzheimer typische Pathologie massiv zu verstärken.

Konkret wurde beobachtet, dass die Ablagerung von Amyloid-Beta-Plaques sowie die Bildung von Tau-Fibrillen unter diesen Mangelbedingungen deutlich zunahmen. Diese Proteine gelten in der Neurowissenschaft als Hauptmerkmale für die Zerstörung von Nervenzellen im Gehirn.

Trotz dieser Befunde forderte Dr. Michael Nehls eine stärkere Anerkennung von Lithium als lebensnotwendigen Nährstoff. Bisher wird Lithium von der Europäischen Union nicht offiziell als essenzielles Spurenelement oder Nährstoff anerkannt.

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Diese Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Modellversuchen und der gesundheitspolitischen Einstufung erschwert laut Fachleuten die Implementierung präventiver Ernährungsstrategien auf breiter Basis.

Regionale Unterschiede in der Lithiumaufnahme

Ein interessanter Aspekt der Diskussion ist die natürliche Variation der Lithiumaufnahme durch Trinkwasser und Nahrung in verschiedenen geografischen Regionen. Als Beispiel für eine vergleichsweise hohe natürliche Versorgung werden die Kanarischen Inseln angeführt. Dort liegt die täliche Lithiumaufnahme durchschnittlich bei 3,67 mg.

Solche regionalen Daten dienen in der epidemiologischen Forschung oft als Vergleichswerte, um die Auswirkungen der Lithiumkonzentration auf die psychische Stabilität und die Rate an Demenzerkrankungen in der Bevölkerung zu untersuchen.

Die Forderung nach einer Neubewertung von Lithium stützt sich maßgeblich auf die Beobachtung, dass Regionen mit höheren natürlichen Vorkommen im Wasser oft geringere Raten an bestimmten neurologischen Auffälligkeiten zeigen. Die künftige Forschung wird zeigen müssen, ob eine Standardisierung der Zufuhr als Teil der allgemeinen Gesundheitsvorsorge etabliert werden kann.

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