Lithium-Akkus: Drei Brände täglich in deutschen Entsorgungsanlagen
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die aktuelle Quote liegt bei rund 32 Prozent – das EU-Ziel sind 65 Prozent. Obwohl Händler seit 2022 zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet sind, kommt der Großteil der Altgeräte nicht in den offiziellen Kreislauf zurück.
Erweiterte Rückgabepflicht: Was Händler nehmen müssen
Seit dem 1. Juli 2022 müssen Lebensmittelhändler mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie Online-Händler mit entsprechenden Lagerflächen Elektrokleingeräte unter 25 Zentimetern Kantenlänge kostenlos annehmen – ganz ohne Neukauf. Größere Altgeräte nehmen sie nur beim Kauf eines vergleichbaren Neugeräts zurück.
Auch Kabel, Adapter und Stecker gelten seit Mai 2019 als passiver Elektroschrott. Sie dürfen nicht im Restmüll landen, sondern müssen denselben Entsorgungswegen folgen wie elektronische Geräte.
Materialwandel: Weniger Metall, mehr Kunststoff
Die Zusammensetzung der Geräte hat sich radikal verändert. Ein Bericht von Swico Recycling aus dem Jahr 2026 zeigt: Vor zwanzig Jahren lag der Metallgehalt bei über 65 Prozent, heute sind es knapp unter 50 Prozent. Der Kunststoffanteil hat sich im gleichen Zeitraum verdoppelt.
Experten fordern deshalb technisch anspruchsvollere Rückgewinnungsverfahren. Reine Mengenquoten bilden die Realität nicht mehr ab, wenn die Materialien immer komplexer werden.
Photovoltaik: Neue Regeln seit Januar 2026
Für Solar-Module gelten seit Jahresbeginn besondere Vorschriften. Eine Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) schreibt eine gesteuerte Annahme vor. Hersteller müssen sich bereits seit Februar 2025 bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (ear) registrieren.
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Die Recyclingquoten bei PV-Modulen liegen zwischen 80 und 85 Prozent. Zurückgewonnen werden vor allem Glas, Aluminium und Silizium.
Lithium-Ionen-Akkus: Drei Brände pro Tag
Das größte Sicherheitsproblem der Branche: falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus. Statistisch kommt es in Deutschland zu durchschnittlich drei Bränden pro Tag in Entsorgungsanlagen. Mitte Juli 2026 musste die Feuerwehr gleich mehrfach ausrücken – unter anderem in Dorsten und Schrick, wo Akkumodule in der Altmetallsammlung oder im Altpapier Feuer fingen. In einem Fall entwickelte sich ein Brand innerhalb von nur 45 Sekunden.
Die Branche diskutiert mehrere Gegenmaßnahmen:
- Cashback-Systeme: Der Verband der Österreichischen Entsorgungsbetriebe (VOEB) schlägt finanzielle Anreize zwischen 50 Cent und 50 Euro pro Batterie vor. Ziel: die Sammelquote von aktuell 53 Prozent auf das EU-Ziel von 73 Prozent bis 2030 steigern.
- Aufklärung: Im April 2026 wurden die Mittel für Informationskampagnen zur korrekten Batterieentsorgung verdoppelt.
- Verbote: Für Ende 2026 ist ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten geplant. Ihre Bauweise macht sie zu einem hohen Brandrisiko bei der Entsorgung.
Datenschutz: Vernichtung oder Löschung
Die EU-Sammelquote von 73 % bis 2030 ist kaum erreichbar – und falsch entsorgte Akkus verursachen täglich Brände. Dieser Report zeigt, wie Sie mit Cashback-Modellen und Aufklärungskampagnen die Quote steigern und Brandrisiken minimieren. Sammelquote-Report jetzt sichern
Für Unternehmen wird bei der IT-Entsorgung die DSGVO zum Risiko. Fachleute empfehlen die physische Vernichtung oder eine zertifizierte softwarebasierte Löschung. Ein Vernichtungsnachweis nach DIN 66399 schützt vor Bußgeldern, die bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes betragen können.
In der kommunalen Abfallwirtschaft setzen Betriebe zunehmend auf spezialisierte Logistik. Im Emsland ersetzen robuste Palettenboxen die bisherigen Gitterboxen mit Folieninlays. Die neuen Behälter machen die Sammlung von Elektrokleingeräten sauberer und reduzieren Einwegmaterialien.
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