LiteLLM-Angriff, Zugangsdaten

LiteLLM-Angriff: 153GB Zugangsdaten von 2.488 Unternehmen geleakt

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 16:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberangriff auf LiteLLM legt Zugangsdaten von 2.488 Firmen offen. FBI warnt vor Missbrauch der gestohlenen Cloud-Schlüssel.

LiteLLM-Datenleck: 153GB an Zugangsdaten von Großkonzernen kompromittiert
Dunkler Serverraum mit blinkenden Lichtern an Server-Racks, die eine technologische Sicherheitsumgebung darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein massives Datenleck infolge eines gezielten Angriffs auf die Software-Lieferkette von LiteLLM sorgt derzeit für erhebliche Sicherheitsbedenken in der Technologiebranche. Sicherheitsforscher von Hudson Rock meldeten das Auftauchen eines 153GB umfassenden Archivs, das sensible Zugangsdaten und Konfigurationsdateien aus dem Vorfall enthält. Den Analysen zufolge sind von diesem Datenabfluss insgesamt 2.488 Unternehmensdomains sowie 118.829 Dumps von sogenannten CI-Runnern betroffen.

Ursprung und Ausmaß der Kompromittierung

Der Vorfall geht auf eine koordinierte Aktion der Gruppe TeamPCP zurück, die bereits im Frühjahr aktiv wurde. Den Berichten nach kompromittierten die Angreifer zunächst das Tool Trivy, um anschließend schädliche Versionen von LiteLLM (konkret die Versionen 1.82.7 und 1.82.8) auf dem Paketindex PyPI zu platzieren. Obwohl diese manipulierten Versionen lediglich für einen Zeitraum von etwa 40 Minuten verfügbar waren, reichte diese Zeitspanne aus, um eine enorme Menge an Daten zu exfiltrieren.

Analysen von Hudson Rock und CloudSEK verdeutlichen die Tragweite des Vorfalls. Während Hudson Rock ein Archiv mit 433.909 Dateien identifizierte, weisen Untersuchungen von CloudSEK darauf hin, dass über 2.500 Organisationen potenziell betroffen sind. Dabei seien etwa 434.000 CI/CD-Pipelines exponiert worden. Das FBI veröffentlichte im Zusammenhang mit diesem Vorfall bereits ein Advisory mit der Kennung FLASH-20260702-01.

Sensible Cloud-Daten und betroffene Großkonzerne

Die Liste der exponierten Informationen ist laut den Sicherheitsanalysten umfangreich. Zu den gestohlenen Daten gehören Zugangsdaten für Cloud-Plattformen wie AWS, Google Cloud Platform (GCP) und Microsoft Azure. Zudem befinden sich SSH-Schlüssel, Kubernetes-Tokens, Umgebungsvariablen sowie API-Schlüssel für verschiedene Anwendungen der Künstlichen Intelligenz in dem Datensatz.

Unter den betroffenen Unternehmen finden sich zahlreiche Schwergewichte der globalen Wirtschaft. Die Liste umfasst unter anderem Microsoft, Amazon, Cisco, Samsung, Salesforce, NVIDIA und Siemens. Auch deutsche Konzerne wie Siemens und Volkswagen sowie internationale Dienstleister wie Deloitte, FedEx und die London Stock Exchange Group (LSEG) werden als potenzielle Opfer des Datenabflusses genannt. Experten wie Kevin Beaumont bestätigten die Echtheit der Daten. In Stichproben habe sich gezeigt, dass selbst bei Organisationen, die ihre Zugangsdaten bereits rotiert hatten, teilweise weiterhin funktionstüchtige Schlüssel im Umlauf waren.

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Globaler Trend zum Diebstahl von Zugangsdaten

Der Vorfall bei LiteLLM steht im Kontext eines generell wachsenden Risikos durch Information-Stealing-Malware. Eine aktuelle Studie von NordVPN für den Zeitraum von Juni 2025 bis Juni 2026 unterstreicht diese Entwicklung. Demnach wurden weltweit 52,4 Milliarden Cookie-Datensätze entwendet, was einer Rate von etwa 1.600 Diebstählen pro Sekunde entspricht.

Besonders auffällig ist laut der Untersuchung, dass Cookies inzwischen viermal häufiger gestohlen werden als klassische Passwörter. Auf Plattformen wie Google und YouTube entfielen dabei hunderte Millionen entwendeter Datensätze. Kritisch bewerten die Experten den Umstand, dass auf 96,3 Prozent der infizierten Geräte zum Zeitpunkt des Diebstahls eine Sicherheitssoftware installiert war.

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Reaktionen und Schutzmaßnahmen

Das FBI warnt eindringlich vor einer sogenannten Waffenisierung der gestohlenen Zugangsdaten durch Cyberkriminelle. Die exfiltrierten Schlüssel und Tokens könnten genutzt werden, um tiefer in Unternehmensnetzwerke einzudringen oder Cloud-Infrastrukturen zu manipulieren.

Um betroffenen Organisationen eine schnelle Einschätzung zu ermöglichen, bietet Hudson Rock mittlerweile ein kostenloses Werkzeug zur Überprüfung an, mit dem Unternehmen feststellen können, ob ihre Domains in den geleakten Datensätzen enthalten sind. Sicherheitsexperten raten dringend dazu, sämtliche Cloud-Zugangsdaten, API-Keys und kryptografischen Schlüssel zu erneuern, sofern eine Nutzung der betroffenen LiteLLM-Versionen im relevanten Zeitraum nicht ausgeschlossen werden kann.

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