Listerien, Käse

Listerien in Käse: Eberle ruft Brie Torte zurück – Risikogruppen gefährdet

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 08:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehrere Käsesorten wurden wegen Listerien zurückgerufen. Die Fälle reichen von Deutschland bis Übersee und betreffen auch weitere Lebensmittel.

Listerien-Rückrufe bei Käse: Eberle und weitere Hersteller betroffen
Edelstahltanks in einer sterilen Molkerei-Produktionsstätte. Illustration mit AI erstellt.

Käse zählt zu den Lebensmitteln, bei denen Listerien-Bakterien besonders häufig nachgewiesen werden. Ein Rückruf der Eberle Spezialitäten AG zeigt exemplarisch, wie solche Vorfälle ablaufen und welche Konsequenzen sie für Verbraucher haben können. Gleichzeitig verdeutlicht ein Blick auf ähnliche Fälle in mehreren Ländern, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, sondern um ein wiederkehrendes Problem in der Milchprodukte-Branche.

Der Fall Eberle Spezialitäten AG

Die Eberle Spezialitäten AG rief laut einem Bericht von bild.de vom 6. September 2026 ihre Brie Torte mit Trüffel- und Walnussfüllung zurück, die über die Bedientheke von Rewe verkauft wurde. Grund war der Nachweis von Listerien.

Betroffen sind laut chip.de konkret die Brie Torte mit Trüffelfüllung mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 14.09. und 21.09.2026 sowie die Variante mit Walnussfüllung mit Mindesthaltbarkeitsdatum 14.09.2026. Verkauft wurden die Produkte laut ruhrnachrichten.de an der Frischetheke im Zeitraum vom 24.08. bis 04.09.2026.

Wer die Torte gekauft hat, kann sie laut chip.de auch ohne Kassenbon in Rewe-Filialen zurückgeben und erhält den Kaufpreis erstattet. Für Rückfragen richtete das Unternehmen laut ruhrnachrichten.de eine Telefonnummer (08142 44567-0) sowie eine E-Mail-Adresse (info@heiderbeck.com) ein.

Weitere Rückrufe bei Käseherstellern

Der Fall Eberle steht nicht allein. Die Dorfkäserei Bühlerzell rief laut zeit.de Bio-Käse zurück, nachdem in einer Charge Weinbauernkäse Listeria monocytogenes nachgewiesen worden war. Betroffen sind demnach alle Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdaten bis zum 30.10.2026 mit dem Kennzeichen DE BW 445 EG, der Rückruf gilt bundesweit. Laut schwaebische.de betrifft dies neben dem Weinbauernkäse auch die Sorten Wengert und Geifertshofener Classico.

Auch außerhalb Deutschlands reagierten Behörden auf denselben Ursprungsbetrieb: Die niederländische Lebensmittel- und Warenbehörde NVWA rief laut einem Bericht von gundemhollanda.com den Geifertshofen Wengert Käse der Dorfkäserei Bühlerzell zurück, mit Produktcode DE BW 445 EG und Mindesthaltbarkeitsdaten am 17.09., 08.10. und 15.10.2026. Die Rückgabe ist im Laden möglich. Zusätzlich meldete die Dorfkäserei Geifertshofen laut gidabulteni.com den Rückruf von sechs weiteren Käsesorten wegen Listerien.

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In Tschechien warnte die staatliche Veterinärbehörde SVS laut denikn.cz vor einem Brie des Herstellers Pâturages Comtois SASU, der bei Makro verkauft worden war und ebenfalls Listeria monocytogenes enthielt. Verbraucher wurden aufgefordert, das Produkt nicht zu verzehren und zurückzugeben. Laut aktualne.cz waren von den 46 gelieferten Stück des 1-Kilogramm-Bries 36 vom Rückruf betroffen.

Die Behörde wies zugleich auf typische Symptome einer Listeriose hin: Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Als besonders gefährdet gelten Schwangere, ältere Menschen, Kinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Pâturages Comtois SASU selbst rief laut gidabulteni.com in Frankreich sieben Käsesorten zurück.

Internationale Dimension

Die Häufung beschränkt sich nicht auf Europa. In Irland rief das Unternehmen Macroom laut gidabulteni.com Mozzarella, Bocconcini und Burrata wegen Listerien zurück.

In Australien betraf ein Rückruf einen Brie mit dem Namen Mon Sire, mit Mindesthaltbarkeitsdatum 13.10.2026. In den USA wurden im Zusammenhang mit einer Weichkäse-Epidemie durch Listerien laut gidabulteni.com 15 Erkrankungen und ein Todesfall gemeldet.

Auch ein Rückruf außerhalb der Käsekategorie zeigt, dass das Bakterium branchenübergreifend auftritt: Das norwegische Unternehmen Unil rief laut fjell-ljom.no seinen geräucherten Lachs Fiskemannen Krydderlaks varmrøkt mit Mindesthaltbarkeitsdatum 05.10.2026 zurück, ebenfalls wegen Listeria monocytogenes.

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Warum das Bakterium so hartnäckig ist

Ein Bericht von objektifadana.com weist darauf hin, dass die weltweiten Rückrufe bei Käseprodukten keinem gemeinsamen Hersteller zuzuordnen sind – die Fälle stehen also unabhängig nebeneinander.

Als Erklärung für die Häufigkeit solcher Vorfälle gilt eine Eigenschaft des Bakteriums: Listerien überleben auch bei Kühlschranktemperaturen und können sich dort weiter vermehren, während andere Keime durch Kühlung gehemmt werden.

Für Verbraucher bedeutet das, dass Kühlung allein keinen verlässlichen Schutz bietet und Rückrufmeldungen bei Milchprodukten, insbesondere Rohmilch- und Weichkäsesorten, besondere Aufmerksamkeit verdienen – vor allem für Risikogruppen wie Schwangere, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Mehr zum Thema bei ZEIT Online: „Lebensmittelrückruf: Käserei ruft bundesweit Bio-Käse wegen Listerien zurück“

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