Liquid Network: 4.000 Bitcoin im Wert von 319 Mio. Dollar abgezogen
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Krypto-Infrastruktur des Liquid Networks kam es am Wochenende zu einer außergewöhnlichen Kapitalbewegung, die in der Branche für Aufsehen sorgt. Rund 4.000 Einheiten der Kryptowährung Bitcoin wurden in einer einzelnen Transaktion über einen sogenannten Peg-out-Vorgang aus der Liquid-Bridge abgezogen. Dieser Vorgang markiert einen der signifikantesten Abflüsse in der Geschichte des Netzwerks.
Die bewegten digitalen Vermögenswerte entsprechen nach aktuellem Stand einem Marktwert von circa 319 Mio. US-Dollar. Infolge dieser Transaktion verzeichneten die Reserven der Liquid-Föderation einen massiven Rückgang. Während die Bestände zuvor noch bei etwa 4.200 BTC lagen, fielen sie nach dem Abzug auf lediglich 207 BTC.
Unbekannte Akteure reklamieren Whitehat-Status für sich
Kurz nach dem Transfer wurde in einer Folgetransaktion eine verschlüsselte Nachricht entdeckt. Die unbekannten Akteure nutzten den OP_RETURN-Code der Blockchain, um mitzuteilen, dass es sich bei ihnen um ethische Hacker, sogenannte Whitehats, handle. In der Nachricht wurden die Betreiber aufgefordert, über die Blockchain Kontakt aufzunehmen.
Das hinter dem Liquid Network stehende Unternehmen Blockstream reagierte unmittelbar auf die öffentliche Botschaft. Das Unternehmen forderte die Verantwortlichen dazu auf, die Kommunikation über die offizielle Sicherheitsabteilung des Hauses per E-Mail fortzusetzen.
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Bislang bleibt jedoch unklar, ob tatsächlich eine kritische Sicherheitslücke ausgenutzt wurde, um den Zugriff auf die Bridge-Reserven zu erlangen. Eine Bestätigung über den tatsächlichen Status der Akteure als Whitehats liegt seitens Blockstream oder des Liquid Networks derzeit nicht vor.
Technische Auffälligkeiten und Kritik an der Codebasis
In Fachkreisen wird der Vorfall als äußerst ungewöhnlich eingestuft. Die Architektur des Liquid Networks ist grundsätzlich so konzipiert, dass sie unbefugte Auszahlungen ohne entsprechende Erlaubnis der Föderation verhindern soll. Dass ein Abfluss in dieser Größenordnung dennoch möglich war, wirft Fragen zur Integrität der aktuellen Sicherheitsvorkehrungen auf.
Der Sicherheitsexperte Jameson Lopp vom Unternehmen Casa äußerte öffentlich Zweifel an einem zeitlichen Zufall des Ereignisses. Er wies darauf hin, dass die Entleerung der Liquid-Bridge kurz nach der Veröffentlichung des Astra-Release stattfand.
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Zudem kritisierte er den Zustand der Infrastruktur: Die Codebasis der Liquid-Funktionäre sei seit rund zwei Jahren nicht mehr aktualisiert worden. In diesem Zusammenhang erinnerte der Experte an seine frühere Warnung vor technischen Komplikationen, die bei einer spezifischen Blockhöhe von 961.633 im Zusammenhang mit BIP-110 auftreten könnten.
Ob der Vorfall im Zusammenhang mit diesen technischen Warnungen steht oder ob andere Schwachstellen ausgenutzt wurden, ist Gegenstand laufender Untersuchungen in der Krypto-Community. Das Ereignis verdeutlicht erneut die Risiken bei der Verwahrung großer Bestände in Bridge-Protokollen, die als Schnittstellen zwischen verschiedenen Blockchains fungieren.
