Linux-Umstieg: Schleswig-Holstein stellt 200+ Arbeitsplätze um
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 19:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Staatskanzlei Schleswig-Holstein hat ihre Arbeitsplätze von Windows auf Linux umgestellt. Mehr als 200 Beschäftigte arbeiten laut einem Bericht von cybernews.com bereits mit dem neuen Betriebssystem. Lediglich 20 Windows-Rechner bleiben demnach aufgrund „technischer Abhängigkeiten" von Spezial- und Fachanwendungen weiterhin im Einsatz.
Digitalisierungsminister und Staatskanzlei-Chef Dirk Schrödter (CDU) bezeichnete den Umstieg laut shz.de als weiteren großen Schritt zur digitalen Souveränität. Die Umstellung reiht sich damit in eine Reihe von Maßnahmen der Landesregierung ein, mit denen sich die Verwaltung von großen US-Softwareanbietern unabhängiger machen will.
Vorarbeit durch LibreOffice-Umstieg
Der Wechsel zu Linux in der Staatskanzlei folgt auf einen bereits 2025 vollzogenen Schritt: Damals wurde die Microsoft-Produktivitätssuite an knapp 80 Prozent der Arbeitsplätze der Landesverwaltung durch LibreOffice ersetzt, wie cybernews.com berichtete. Die aktuelle Betriebssystem-Migration baut auf dieser Grundlage auf und markiert einen weiteren Baustein der Digitalisierungsstrategie des Landes.
Flankiert wird die Entwicklung von einer bundesweiten Vorgabe: Öffentliche Dokumente sollen künftig nur noch in offenen Formaten wie ODF erstellt werden, heißt es im Bericht von cybernews.com.
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Opposition warnt vor neuem IT-Desaster
Der Umstieg stößt jedoch nicht überall auf Zustimmung. Laut shz.de warnt die Opposition angesichts früherer IT-Pannen vor einem neuen Desaster. Details zu den konkreten Vorfällen, auf die sich diese Warnung bezieht, nennt der Bericht nicht, doch die Kritik zeigt, dass die technologische Neuausrichtung der Landesverwaltung politisch umstritten bleibt.
Frankreich mit deutlich größeren Plänen
International ist Schleswig-Holstein mit seinem Vorhaben nicht allein. Frankreich plant laut cybernews.com den Einsatz von Linux an 2,5 Millionen Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst – allerdings bislang ohne konkreten Zeitplan.
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Im Vergleich zu diesem Vorhaben nimmt sich die Umstellung in der Staatskanzlei Schleswig-Holstein zahlenmäßig klein aus, doch sie gilt als sichtbares Beispiel dafür, wie deutsche Landesverwaltungen versuchen, ihre Abhängigkeit von dominanten US-Softwareherstellern zu verringern.
Ob und wann weitere Behörden des Landes dem Beispiel der Staatskanzlei folgen, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor. Die verbleibenden 20 Windows-Arbeitsplätze sollen den Angaben zufolge vorerst bestehen bleiben, solange die dort genutzten Fachanwendungen keine Linux-kompatible Alternative bieten.
