Linux-Server, Distributionen

Linux-Server: 50,5 Prozent wählen Distributionen nach schnellen Patches

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cybertrust-Daten zeigen: Supportfristen und höhere Serverpreise verlängern die Nutzung bestehender Linux-Systeme in Unternehmen.
Ein langer, leerer Flur in einem Rechenzentrum mit dunklen Serverracks, die in einer kühlen, professionellen Atmosphäre stehen. Illustration mit AI erstellt.

Für IT- und Infrastrukturverantwortliche in größeren Unternehmen ist das Tempo bei Sicherheitsaktualisierungen das ausschlaggebende Kriterium bei der Entscheidung für eine Linux-Distribution. Das geht aus einer Untersuchung des japanischen Anbieters Cybertrust hervor. Demnach nannten 50,5 Prozent der Befragten die zügige Bereitstellung von Fehlerbehebungen bei Schwachstellen als wichtigsten Aspekt bei der Betriebssystemauswahl.

An der Erhebung nahmen vom 14. bis 15. September 2026 insgesamt 111 IT- und Infrastrukturverantwortliche aus Unternehmen mit mindestens 300 Mitarbeitenden teil, die Linux auf Produktivservern einsetzen. Laut einem Bericht von Cybertrust vom 26. Oktober 2026 folgen auf den weiteren Plätzen der Kriterienliste der technische Support in japanischer Sprache mit 41,4 Prozent sowie die Kosten für Lizenzen und Betreuung mit 25,2 Prozent.

Hoher Druck durch auslaufenden Betriebssystem-Support

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen zugleich erhebliche Spannungen zwischen den offiziellen Lebenszyklen von Betriebssystemen und der tatsächlichen Nutzungsdauer von Unternehmensservern. Bei 97,3 Prozent der befragten Fachkräfte werden bestehende Systeme über das offizielle Ende des Betriebssystem-Supports hinaus weiterbetrieben oder ein solcher Weiterbetrieb wird geprüft.

Gleichzeitig birgt dieser Ansatz betriebliche Risiken. Als größte Hürde bei der Verlängerung von Systemlaufzeiten gaben 48,6 Prozent der Befragten das Fehlen einer festen Anlaufstelle im Falle von Störungen an.

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Wie stark der Druck durch Lifecycle-Vorgaben ist, belegen weitere Kennzahlen der Erhebung: In den vergangenen fünf Jahren sahen sich 93,6 Prozent der Befragten gezwungen, aufgrund des Supportendes eines Betriebssystems früher als ursprünglich geplant zu migrieren. Zudem rechnen 67,5 Prozent damit, dass das Ende der Betriebssystem-Updates bereits vor dem ohnehin anvisierten Systemwechsel eintreffen wird.

Teurere Serverbeschaffung verlängert Lebenszyklen

Verstärkt wird der Trend zur längeren Systemnutzung durch wirtschaftliche Faktoren bei der Hardwarebeschaffung. Insgesamt 64,0 Prozent der Befragten sahen sich mit gestiegenen Preisen bei der Anschaffung neuer Server konfrontiert.

Innerhalb dieser Gruppe gaben 63,2 Prozent an, dass dies zu Kostenüberschreitungen bei der Beschaffung oder Migration geführt habe. Bei 51,9 Prozent der Betroffenen führte die Preisentwicklung dazu, dass vorhandene Server länger im Einsatz verbleiben. Vor diesem Hintergrund gewinnen verlässliche Patch-Zyklen und planbare Support-Strukturen für bestehende Linux-Umgebungen in der Unternehmens-IT weiter an Bedeutung.

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