Linux-Migration, Schleswig-Holsteins

Linux-Migration: Schleswig-Holsteins Staatskanzlei mit 200+ Beschäftigten

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr als 200 Beschäftigte arbeiten bereits mit Linux, während Schleswig-Holstein den Open-Source-Kurs auf Ministerien und Behörden ausweitet.

Schleswig-Holstein bringt Linux-Wechsel in der Staatskanzlei voran
Ein moderner, heller Flur in einem schleswig-holsteinischen Regierungsgebäude mit minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Die schleswig-holsteinische Staatskanzlei in Kiel hat den Umstieg ihres Betriebssystems von Microsoft Windows auf das quelloffene Linux weitgehend abgeschlossen. Wie aus Medienberichten hervorgeht, nutzen mittlerweile über 200 Beschäftigte an ihren Arbeitsplätzen das Open-Source-System.

Lediglich rund 20 Arbeitsplätze verbleiben vorerst auf Windows, was auf spezifische technische Abhängigkeiten durch spezialisierte Fachverfahren zurückzuführen ist.

Pionierprojekt für die gesamte Landesverwaltung

Der Systemwechsel in der Regierungszentrale gilt als Vorzeigevorhaben für den gesamten schleswig-holsteinischen Verwaltungsapparat. Nach dem Abschluss der ersten Phase in der Staatskanzlei läuft die Ausrollung des Linux-Betriebssystems in die übrigen Ministerien sowie die nachgelagerten Behörden des Bundeslandes bereits weiter.

Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter (CDU), bezeichnete den vollzogenen Schritt als zentralen Baustein für das Erreichen digitaler Souveränität und als einen weiteren großen Fortschritt für die Verwaltung. Bezüglich der noch verbliebenen Windows-Installationen erklärte der Minister, dass die Landesregierung auch an Lösungen für diese spezialisierten Arbeitsplätze arbeite.

Für den reibungslosen technischen Betrieb und die Betreuung der neuen Infrastruktur setzt das Land auf eine Kooperation: Der IT-Support für die Linux-Umgebung wird gemeinschaftlich durch den öffentlichen IT-Dienstleister Dataport und das auf Open-Source-Lösungen spezialisierte Unternehmen Gonicus bereitgestellt.

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Open-Source-Strategie und Reaktionen

Die Umstellung des Betriebssystems ist Teil einer umfassenderen Strategie des Landes Schleswig-Holstein, sich von proprietärer Software unabhängiger zu machen. Bereits im Jahr 2025 hatte das Land auf fast 80% der Arbeitsplätze innerhalb der Staatsregierung die Produktivitäts-Suite von Microsoft durch die freie Bürosoftware LibreOffice abgelöst.

Begleitet wird dieser Kurs von übergeordneten Bestrebungen in Deutschland, öffentliche Dokumente künftig vorrangig oder ausschließlich in offenen Standards wie dem Open Document Format (ODF) bereitzustellen und auszutauschen.

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Trotz des gemeldeten Zwischenerfolgs stößt das Vorgehen der Landesregierung auf politische Skepsis. Die parlamentarische Opposition in Schleswig-Holstein äußerte Vorbehalte gegenüber dem IT-Projekt. Mit Verweis auf frühere Pannen bei behördlichen IT-Umstellungen warnte sie davor, dass der ambitionierte Wechsel zu quelloffenen Systemen in einem neuen administrativen Desaster enden könnte.

Die Landesregierung setzt demgegenüber darauf, durch die schrittweise Umstellung Abhängigkeiten von einzelnen Softwarekonzernen abzubauen und die Datensouveränität der Verwaltung langfristig zu sichern.

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