LineageOS 24: Web-Tool macht Custom-ROMs für Millionen einfacher
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 02:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das quelloffene Betriebssystem-Projekt LineageOS hat am vergangenen Wochenende die Entwicklung von LineageOS 24 bekannt gegeben. Die kommende Version basiert auf Android 17 und zielt darauf ab, die Lebensdauer zahlreicher Smartphones durch aktuelle Software-Funktionen und Sicherheits-Updates zu verlängern. Neben der neuen Android-Basis führt das Team technische Neuerungen ein, die den Installationsprozess für Endanwender erheblich vereinfachen sollen.
Vereinfachte Installation und neue Design-Elemente
Eine zentrale Neuerung der angekündigten Version ist ein Web-basiertes Flashing-Tool. Dieses Werkzeug soll Protokolle wie Fastboot, ADB und Odin unterstützen, um das Aufspielen der Custom-ROM direkt über den Browser zu ermöglichen. Damit reagieren die Entwickler auf die oft als komplex empfundenen Hürden bei der manuellen Installation von Drittanbieter-Software.
Zusätzlich wird die integrierte Updater-App grundlegend überarbeitet. Diese soll künftig das Design-Schema Material 3 Expressive nutzen, was eine modernere visuelle Benutzeroberfläche verspricht. LineageOS plant zudem, die offizielle Unterstützung für Geräte namhafter Hersteller wie Samsung, Motorola, Sony und Xiaomi weiter auszubauen.
Fokus auf ältere Hardware und Community-Portierungen
Die Ankündigung unterstreicht die Relevanz von Custom-ROMs für die Weiternutzung älterer Mobiltelefone. So wurde bekannt, dass das bereits im Jahr 2019 erschienene Redmi Note 7 bereits mit frühen Versionen von LineageOS 24 auf Basis von Android 17 betrieben werden kann.
Auch für noch ältere Geräte wie das Redmi 5A aus dem Jahr 2017 treiben Community-Entwickler Portierungen voran, wobei hier teilweise Android 16 als Basis dient.
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Andere Projekte wie EvolutionX v12.0 und VoltageOS befinden sich ebenfalls in der aktiven Entwicklung für ältere Hardware. Für Nutzer von vivo- und iQOO-Geräten mit MediaTek-Chipsätzen (MTK) gibt es Fortschritte beim Entsperren der Bootloader, was die Installation alternativer Betriebssysteme erst ermöglicht.
Experten aus der Community empfehlen jedoch, für eine reibungslose Nutzung von Android 17 auf Althardware mindestens 4 Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) einzuplanen.
Unabhängigkeit von Google-Zertifizierungen
Ein wesentlicher Aspekt der neuen LineageOS-Version ist die Positionierung gegenüber aktuellen Änderungen im Android-Ökosystem. Während Google plant, eine strengere Verifizierung für Apps einzuführen, um Malware zu reduzieren, ist LineageOS von der sogenannten Android Developer Verification nicht betroffen.
Da das System standardmäßig ohne Google Mobile Services (GMS) und entsprechende Zertifizierungen ausgeliefert wird, bleibt die Möglichkeit zum Sideloading von Applikationen uneingeschränkt bestehen.
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Marktumfeld und alternative Entwicklungen
Während LineageOS seine Unterstützung ausweitet, zeigen sich bei anderen Projekten und Herstellern strukturelle Veränderungen. Die Marke OnePlus wird Berichten zufolge eingestellt, wobei künftige Software-Updates auf ColorOS basieren sollen. Das bisherige OxygenOS läuft aus, wobei für ältere Geräte noch Wartungsupdates und Rollback-Optionen zur Verfügung stehen.
Im Bereich der spezialisierten Sicherheits-Betriebssysteme sorgt GrapheneOS für Aufsehen. Das Team gab bekannt, das neue Pixel 11 nicht zu unterstützen, da Google die Memory Tagging Extension (MTE) entfernt habe. Stattdessen wolle man sich ab 2027 verstärkt auf Flaggschiff-Modelle von Motorola konzentrieren, sofern diese Voraussetzungen wie einen dedizierten Sicherheitschip und eine Zusage für sieben Jahre Updates erfüllen.
Parallel dazu treibt der Hersteller Nothing die Entwicklung von Nothing OS 5.0 voran, das ebenfalls auf Android 17 basiert. Für das Phone (3) wurde eine Open Beta für Ende August angekündigt, die über 80 Änderungen umfasst, darunter ein adaptives Farbsystem und neue Schriftarten. Die stabile Veröffentlichung von Nothing OS 5.0 wird zwischen Mitte Oktober 2026 und Mitte Januar 2027 erwartet.
