LightSpy-Spyware, Chinesische

LightSpy-Spyware: Chinesische Hacker greifen Router in 13 Ländern an

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher identifizieren LightSpy auf Routern in NATO-Ländern und Indien. Die Kampagne von APT41 nutzt 117 Server und zielt auf Regierungen und Militär ab.

LightSpy-Spyware: Neue Router-Angriffe auf NATO-Staaten und Indien aufgedeckt
Moderner Netzwerk-Router mit blau leuchtenden Status-LEDs in einem abgedunkelten Serverraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer aktuellen Untersuchung hat das Sicherheitsunternehmen Arctic Wolf eine weitreichende Cyberspionage-Kampagne öffentlich gemacht, die gezielt Netzwerk-Infrastrukturen in Europa und Asien angreift. Im Zentrum der Analyse steht die Spyware LightSpy, die erstmals auch auf Routern in mehreren NATO-Mitgliedsländern sowie in Indien identifiziert wurde. Die Angriffe richten sich nach Angaben der Experten vorwiegend gegen Regierungsbehörden, das Militär und strategisch relevante Unternehmen.

Umfangreiche Infrastruktur und globale Ausbreitung

Die Sicherheitsanalysten stellten fest, dass die Schadsoftware mittlerweile in mindestens 13 Ländern aktiv ist. Neben den europäischen NATO-Staaten und Indien sind auch Ziele in den USA betroffen. Technisch zeichnet sich LightSpy durch eine hohe Flexibilität aus: Während die Software in der Vergangenheit primär auf Smartphones, Apple-Geräten, Windows-PCs und Linux-Servern beobachtet wurde, stellt die Infektion von Routern eine neue Eskalationsstufe dar.

Für den Betrieb der Spionage-Kampagne nutzen die Hintermänner eine weltweit verteilte Infrastruktur. Insgesamt konnten 117 Server identifiziert werden, die zur Steuerung der infizierten Geräte und zum Abzug von Daten dienen. Die Spyware selbst verfügt über tiefgreifende Zugriffsrechte. Sie ist in der Lage, Passwörter, Chat-Verläufe, Standortdaten und E-Mails auszulesen. Zudem bietet die Software den Angreifern die Möglichkeit, Daten auf den infizierten Systemen aus der Ferne zu löschen, um Spuren zu verwischen oder den Betrieb zu stören.

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Zuordnung zur Hackergruppe Double Dragon

Die Experten von Arctic Wolf machen die Hackergruppe Double Dragon, in Fachkreisen auch als APT41 bekannt, für die Angriffe verantwortlich. Dieser Akteur wird seit langem mit der chinesischen Regierung in Verbindung gebracht. Ein markantes Merkmal der aktuellen Kampagne ist der kommerzielle Charakter der genutzten Plattform. Die Spyware wird offenbar wie ein professionelles Softwareprodukt betrieben, inklusive eigenem Branding und einem internen Abrechnungssystem für die beteiligten Akteure.

Historisch ist LightSpy kein unbekanntes Werkzeug; erste Varianten wurden bereits im Jahr 2018 entdeckt. Es bestehen zudem technologische Verbindungen zu anderen Schadsoftware-Familien wie DragonEgg, die ebenfalls APT41 zugeordnet werden. Trotz der hohen Professionalität unterlief den Betreibern laut den Berichten ein folgenschwerer Fehler bei der operativen Sicherheit. Die Identität der Hintermänner konnte demnach teilweise aufgedeckt werden, da eine Bestellung bei der Schnellrestaurantkette KFC unter Verwendung eines echten Namens mit den Aktivitäten der Gruppe in Verbindung gebracht werden konnte.

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Meldung an internationale Sicherheitsbehörden

Aufgrund der Sensibilität der betroffenen Ziele, insbesondere im militärischen und staatlichen Sektor der NATO-Partner, wurden die Untersuchungsergebnisse bereits an offizielle Stellen übermittelt. Arctic Wolf informierte hierzu das US-Heimatschutzministerium sowie die Bundespolizei FBI.

Die Entdeckung unterstreicht die wachsende Gefahr durch staatlich gestützte Akteure, die zunehmend versuchen, durch die Infiltration von Hardware-Komponenten wie Routern dauerhaften Zugriff auf geschützte Netzwerke zu erhalten. Da Router oft weniger intensiv überwacht werden als Endgeräte wie PCs oder Smartphones, bietet diese Strategie den Angreifern eine effektive Möglichkeit zur langfristigen Überwachung kritischer Kommunikationswege.

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