Lieferroboter Iris: Evri testet zweibeinige Zustellung in Barnsley
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 05:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der britische Logistikdienstleister Evri erprobt in Barnsley in der Grafschaft South Yorkshire den Einsatz eines zweibeinigen Lieferroboters. Bei dem Gerät namens Iris handelt es sich um eine Entwicklung des japanischen Unternehmens Refined Robotics.
Nach Angaben des Paketdienstes stellt der Testlauf den europaweit ersten Versuch dieser Art mit einem solchen Robotermodell dar. Der Erprobungsort Barnsley gilt als die erste staatlich geförderte Technologie-Modellstadt Großbritanniens.
Rollen und Beine für anspruchsvolles Terrain
Das System unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Lieferplattformen. Während in Städten wie Leeds und Sheffield bereits sechsrädrige Modelle eingesetzt werden, kombiniert das Modell von Refined Robotics Beine mit Rädern an den Fußelementen.
Der Roboter ist hüfthoch, misst rund 1,2 Meter und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h beziehungsweise rund 6 km/h. Die Zuladungskapazität liegt je nach Einsatzprofil bei 15 bis 20 Kilogramm.
Durch das zweibeinige Fahrwerk ist die Maschine in der Lage, Bordsteine, unebenen Untergrund sowie Treppenstufen zu bewältigen. Zudem kann das System selbstständig in Lieferwagen ein- und aussteigen. Hindernisse wie tiefhängende Äste oder parkende Autos soll das Gerät im Betrieb eigenständig umgehen. Technisch ist der Roboter grundsätzlich für einen Betrieb rund um die Uhr ausgelegt.
Sicherheitskonzept und begrenztes Einsatzfeld
Für den aktuellen Feldversuch gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Die Einheit bewegt sich zwar weitgehend autonom, kann jedoch jederzeit von Evri-Zustellern aus der Ferne überwacht und bei unvorhergesehenen Blockaden manuell gesteuert werden. Während des gesamten Tests befindet sich zudem bei jeder Fahrt eine Begleitperson in unmittelbarer Nähe des Roboters.
Während in Leeds und Sheffield schon sechsrädrige Plattformen rollen, kombiniert ein neues Modell in Barnsley Beine mit Rädern an den Füßen — und bewältigt so Bordsteine, Treppen und unebenen Untergrund. Wer seine letzte Meile für 2026 plant, sollte wissen, was solche Systeme heute leisten und wo die Grenzen liegen. Kostenlosen Robotik-Report anfordern
Um das operative Ausfallrisiko zu Beginn gering zu halten, beschränkt Evri die Testfahrten vorerst ausschließlich auf die Auslieferung von Kleidungsstücken. Wie lange diese Erprobungsphase in Barnsley andauern soll, teilte das Logistikunternehmen nicht mit.
Unterstützung des Personals und Akzeptanz
Aus der Unternehmensführung verlautete, dass die Technologie nicht darauf abziele, menschliche Zusteller zu ersetzen. Adrian Berry, Innovation Delivery Manager bei Evri, betonte, dass das System vielmehr als ergänzendes Hilfsmittel konzipiert sei, um die Kuriere bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
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Bereits am 25. September 2026 war der zweibeinige Roboter im britischen Fernsehen in der Vormittagssendung von ITV aufgetreten. Erfahrungen mit der öffentlichen Wahrnehmung sammelte der Hersteller bereits im Vorfeld: Bei früheren Erprobungen in Tokio gaben 96,2 Prozent der befragten Teilnehmer an, die Erscheinung des Roboters positiv oder sympathisch zu bewerten.
Nach dem Abschluss des Testlaufs in Barnsley beabsichtigt Evri, die Rückmeldungen der Belegschaft sowie die Werte zur Kundenzufriedenheit detailliert auszuwerten. Erst auf dieser Grundlage will das Management darüber entscheiden, ob der Einsatz zweibeiniger Lieferroboter auf weitere regionale Verteilzentren ausgeweitet wird.
