Lieferroboter im Supermarkt: Starship zieht 1.200 Flotte vom Campus ab
12.06.2026 - 06:06:29 | boerse-global.de
Vom Campus in den Supermarkt: Starship Technologies ändert Kurs
Der Roboter-Lieferdienst Starship Technologies vollzieht eine radikale Kehrtwende. Das Unternehmen zieht seine Flotte von über 1.200 Lieferrobotern von Universitätscampus in den USA und Europa ab und konzentriert sich künftig auf den Lebensmitteleinzelhandel. Seit 2019 belieferte Starship mehr als 60 Hochschulen, darunter die George Mason University und die Oregon State University. Doch damit soll bis zur Saison 2026/27 Schluss sein.
Die Automatisierung der Logistik durch Robotik und KI markiert den Beginn einer neuen Ära für Industrie und Handel. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Unternehmen diese technologische Revolution anführen und wie Sie davon profitieren können. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind
CEO Ahti Heinla begründet den Schritt mit der fehlenden Skalierbarkeit des Campusgeschäfts. „Das Semestergeschäft ist saisonal – der Lebensmittelhandel läuft das ganze Jahr“, so Heinla. Die Rechnung scheint aufzugehen: Laut Unternehmensdaten sind autonome Zustellungen pro Lieferung drei bis vier Dollar günstiger als menschliche Kurierdienste. Erste Roboter wurden bereits von Standorten wie der Ball State University abgezogen, während Starship neue Verträge mit großen Supermarktketten aushandelt.
Drohnen erobern die Stadtluft
Auch in der Luft tut sich Entscheidendes. Alphabet-Tochter Wing weitet ihre Partnerschaft mit Walmart auf sieben weitere US-Städte aus, darunter Phoenix, San Diego und die San Francisco Bay Area. Das Ziel: Bis Ende 2026 sollen mehr als 270 Walmart-Filialen per Drohne beliefert werden können. Wing hat kürzlich die Marke von einer Million kommerzieller Lieferungen geknackt – die eifrigsten Kunden nutzen den Service dreimal pro Woche.
Ein Meilenstein gelang zudem in Dayton, Ohio. Am 4. Juni 2026 fand dort die erste kommerzielle Lebensmittellieferung per Drohne statt. Die Firma Dexa transportierte im Auftrag einer lokalen Feinkost ein Mittagessen über 2,4 Kilometer – und das mit einer FAA-Zertifizierung für Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS).
Autonome Lkw: PepsiCo fährt auf Nummer sicher
Am Boden setzt PepsiCo auf automatisierte Schwerlasttransporter. In Partnerschaft mit Gatik betreibt der Konzern eine Flotte von 41 fahrerlosen Isuzu-Lkw in Texas, Arizona und Arkansas. Seit Juni 2025 transportieren die Fahrzeuge Produkte wie Frito-Lay und Gatorade zu rund 250 Einzelhandelsstandorten, darunter Walmart und Dollar General. Die Bilanz ist beeindruckend: 99 Prozent Pünktlichkeit, null Unfälle. Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 sollen in South Carolina die ersten Level-4-Lkw vom Band rollen.
Während Roboter und Drohnen die Logistik übernehmen, identifizieren Finanzexperten bereits die nächsten großen Profiteure dieser globalen KI-Welle. Sichern Sie sich den Gratis-Report und entdecken Sie drei Unternehmen, die laut Analysten vor massiven Wachstumsschüben stehen. Die 3 größten KI-Gewinner-Aktien jetzt kostenlos entdecken
International setzt Yandex auf Expansion. Der russische Technologiekonzern plant, noch im Sommer 2026 autonome Roboterlieferungen in den Städten Woronesch und Tjumen zu starten – zunächst über den Dienst Yandex.Lavka, später auch für Restaurant-Bestellungen.
In den USA bereitet sich derweil Hoboken, New Jersey, auf die Zulassung von Lieferrobotern vor. Ein entsprechender Gesetzesentwurf könnte bereits in der kommenden Woche eingebracht werden. Ein Pilotprojekt ähnlich dem in Nachbarstadt Jersey City wäre die Folge.
KI übernimmt die Bestellung: McDonald's und Chick-fil-A digitalisieren
Die Fast-Food-Branche treibt die Automatisierung voran. McDonald's testet an fünf US-Standorten das KI-System „ArchIQ“, das in Zusammenarbeit mit Google entwickelt wurde. Das System hat bereits über eine Million Transaktionen abgewickelt und erledigt rund 90 Prozent aller Bestellungen ohne menschliches Eingreifen. Es versteht Englisch und Spanisch, erkennt Stammkunden und meldet in Echtzeit Störungen im Restaurantbetrieb.
Chick-fil-A setzt derweil auf eine hybride Strategie. In Miamis Wynwood-Viertel eröffnete das Unternehmen seine sechste Ghost Kitchen – eine reine Lieferküche im Netzwerk von CloudKitchens. Parallel dazu entstehen am 18. Juni 2026 neue Filialen in Melissa, Texas, und Miramar, Florida, mit modernisierten Drive-thru-Anlagen und erweiterten Gasträumen.
