Lieferroboter: Coral Gables schreibt 11 km/ h vor – Serve Robotics muss nachrüsten
03.06.2026 - 12:39:30 | boerse-global.de
Coral Gables verschärft die Vorschriften für autonome Lieferroboter – aus Sorge um Fußgänger und Barrierefreiheit.
Die Stadt im US-Bundesstaat Florida reagiert auf wachsende Beschwerden über blockierte Gehwege und Sicherheitsrisiken. Auf Betreiben von Vizebürgermeisterin Rhonda Anderson gelten nun strengere Auflagen für die fliegenden Lieferhelfer.
Maximal 11 km/h und strikte Ausweichpflicht
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Die neuen Regeln begrenzen die Geschwindigkeit der Roboter auf umgerechnet rund 11 km/h. Zudem müssen die Fahrzeuge Fußgängern jederzeit Vorrang gewähren. Länger als 30 Minuten dürfen sie nicht stillstehen – ein Problem, das besonders Menschen mit Behinderungen betrifft. Verstöße gegen den Americans with Disabilities Act (ADA) hatten die Diskussion angeheizt.
Der Betreiber Serve Robotics erhält sechs Monate Zeit, um seine Flotte technisch anzupassen. Das Unternehmen ist einer der größten Anbieter in der Region.
Neue Geschäftsfelder: Vom Burger zur Wäsche
Während Coral Gables die Zügel anzieht, sucht Serve Robotics nach neuen Einsatzmöglichkeiten. In Los Angeles startet im Juni 2026 ein Pilotprojekt mit dem Wäschedienst NoScrubs. Die Idee: Die Roboter sollen auch außerhalb der Stoßzeiten für Essenslieferungen unterwegs sein.
Das Unternehmen betreibt rund 2.000 Roboter, etwa 500 davon in Los Angeles. Die Ausweitung auf andere Güter ist Teil einer Strategie, die Auslastung der Flotte zu verbessern.
Texas zieht nach: Strengere Regeln für autonome Autos
Die Entwicklung in Florida ist kein Einzelfall. Anfang Juni verabschiedete Texas mit dem Senate Bill 2807 ein Gesetz, das deutlich strengere Auflagen für autonome Fahrzeuge vorsieht. Betreiber wie Waymo benötigen nun eine staatliche Genehmigung und müssen den örtlichen Polizeibehörden detaillierte Notfallpläne vorlegen.
Zudem wird eine öffentliche Beschwerdeplattform eingerichtet. Hintergrund sind rund 75 gemeldete Vorfälle mit autonomen Fahrzeugen in Austin in der ersten Jahreshälfte 2026 – darunter ein Zusammenstoß mit einem Waymo-Fahrzeug.
E-Scooter: Städte reagieren auf Unfälle
Auch andere Mikromobilitätsformen geraten zunehmend unter Druck. In Mobile, Alabama, senkte der Stadtrat die Höchstgeschwindigkeit für E-Scooter von 19 auf 13 km/h – und verlängerte zugleich den Vertrag mit dem Anbieter Lime.
In Florida zog die Stadt Lake Worth Beach am 2. Juni nach: Wer künftig E-Bike oder E-Scooter fährt, muss einen Ausweis mitführen. Für Jugendliche unter 16 Jahren besteht Helmpflicht. Auslöser war ein tödlicher Unfall im Mai sowie anhaltende Beschwerden über rücksichtsloses Fahren.
London: Lieferfahrer sollen langsamer machen
Selbst in Großbritannien gibt es Bewegung. Lime kündigte an, die Geschwindigkeitsbegrenzung für Lieferfahrer in sogenannten „Go-slow-Zonen“ wie Parks wieder durchzusetzen. Zuvor hatte das Unternehmen bestimmten gewerblichen Nutzern erlaubt, die 13-km/h-Grenze zu umgehen – mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 25 km/h.
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Brasilien setzt auf die Luft
Während die Diskussion um Bodenroboter tobt, geht Brasilien einen anderen Weg. Der Lieferdienst iFood startete am 1. Juni 2026 einen kommerziellen Drohnen-Lieferservice in Barueri. Die Route verbindet ein Einkaufszentrum mit Wohnkomplexen – 3,6 Kilometer in rund fünf Minuten.
Der Clou: Statt 36 Kilometern Landweg fliegt die Drohne direkt über Wohngebiete. Es ist die erste Genehmigung dieser Art in Brasilien. iFood hat seit 2021 bereits mehr als 5.000 Drohnenlieferungen in anderen Regionen durchgeführt. Die Fluggeräte stammen vom Hersteller Speedbird Aero.
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