Lieferroboter-Boom, Serve

Lieferroboter-Boom: Serve Robotics verdoppelt Flotte auf 500 Einheiten

28.05.2026 - 09:11:08 | boerse-global.de

US-Städte testen Roboter für Gehweg-Inspektion und Paketlieferung, während Sicherheitsbedenken und Konflikte mit Fußgängern zunehmen.

Lieferroboter-Boom: Serve Robotics verdoppelt Flotte auf 500 Einheiten - Foto: über boerse-global.de
Lieferroboter-Boom: Serve Robotics verdoppelt Flotte auf 500 Einheiten - Foto: über boerse-global.de

Die Maschinen prüfen den Zustand von Gehwegen oder liefern Pakete aus – doch die Sicherheitsrisiken wachsen.

Hollister setzt auf Roboter für barrierefreie Gehwege

Die kalifornische Stadt Hollister startete am 27. Mai 2026 ein Pilotprojekt mit einem autonomen Roboter zur Überprüfung ihrer Fußwege. Der Roboter namens „Dax Rook“, entwickelt vom Hersteller Daxbot aus Oregon, scannt Gehwege, Bordsteinabsenkungen und andere Fußgängeranlagen auf Schäden.

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Die Technik arbeitet effizient: Pro Tag schafft der Roboter umgerechnet 9,6 bis 11,2 Kilometer Gehweg – ein deutlicher Sprung gegenüber den etwa 3,2 Kilometern, die ein Zweier-Team manuell schafft. Während Menschen nur alle 7,5 bis 15 Meter eine Stichprobe nehmen, liefert der Roboter lückenlose Daten. Die Stadt will so Lücken in der Barrierefreiheit identifizieren, ohne Stellen abzubauen oder persönliche Daten zu sammeln. Der Einsatz soll mehrere Wochen oder Monate dauern.

Los Angeles erlebt Explosion der Lieferroboter-Flotte

Während Hollister auf Infrastruktur setzt, boomen in Los Angeles die kommerziellen Lieferflotten. Im Mai 2026 stockte Serve Robotics seine Flotte um 500 Einheiten auf und bedient nun 40 Stadtteile – ein massiver Ausbau gegenüber gerade einmal zwei Stadtteilen im Jahr 2023. Auch Coco Robotics ist mit rund 300 Robotern in der Stadt präsent.

Doch die Verbreitung der 45 Kilogramm schweren Maschinen, die bis zu 7 km/h schnell sind, führt zunehmend zu Konflikten mit Fußgängern. Branchenzahlen zeigen: Nur 6,8 Prozent der US-Bevölkerung leben in Gegenden, die als wirklich fußgängerfreundlich gelten. Die Zahl der Zusammenstöße steigt.

Zu den bekanntesten Vorfällen zählen ein Lieferroboter, der in Los Angeles einen Rollstuhlfahrer rammte, sowie eine Kollision mit einem Waymo-Selbstfahrer. In New Jersey verletzte ein Roboter von Avride einen Radfahrer, in Chicago zerstörte ein Roboter eine Bushaltestelle.

Die Reaktion der Kommunen fällt unterschiedlich aus. Chicago hat bereits strenge Auflagen erlassen, Glendale erwägt ein temporäres Verbot.

Pokémon-Go-Daten helfen Robotern zur Präzision

Um Navigationsfehler zu vermeiden, setzen Roboterfirmen auf hochpräzise Kartendaten. Niantic Spatial kooperiert mit Coco Robotics und nutzt dafür eine riesige Bilddatenbank: 30 Milliarden Aufnahmen, ursprünglich für das Handyspiel Pokémon Go gesammelt. Ein KI-Modell trainiert darauf, Robotern eine zentimetergenaue Ortung in komplexen Stadtumgebungen zu ermöglichen.

Forscher gehen noch einen Schritt weiter: Sie wollen Lieferroboter mit Spezialsensoren ausrüsten, um Schäden an der Infrastruktur wie Risse oder unebene Stellen in Echtzeit zu erfassen. Die Cornell University hat zudem einen „Robotability Score“ entwickelt – eine Kennzahl, die bewertet, wie gut sich ein Stadtteil für den Einsatz autonomer Roboter eignet.

Menschenähnliche Roboter erobern die Logistik

Der Trend zu Gehweg-Robotern fällt mit größeren Robotik-Projekten in Industrie und Handel zusammen. Am 26. Mai 2026 schloss Figure AI einen Vertrag mit Catalyst Brands: Die humanoiden Roboter des Typs Figure 03 sollen in einem Logistikzentrum in Reno, Nevada, Pakete sortieren und verpacken – für Marken wie JCPenney und Brooks Brothers. In einem Test hatten die Roboter 88.000 Pakete in 72 Stunden sortiert.

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Ebenfalls am 26. Mai startete Robot.com das Werbenetzwerk R-ads. Mehr als 500 autonome Roboter dienen dabei als mobile Werbeflächen: Sie liefern Pakete aus und zeigen gleichzeitig Anzeigen. Eine viertägige Kampagne brachte 147.000 Kontakte.

International treibt Grab die Expansion voran: Der südostasiatische Dienst plant ab Ende 2026 einen Pilotversuch mit dem Lieferroboter „Carri“ in Singapur. Das Gerät übernimmt die letzten 100 Meter der Zustellung – ein Abschnitt, der Analysten zufolge zehn Prozent der gesamten Lieferzeit ausmacht. Hyundai Motor Group kündigte unterdessen an, bis zu 25.000 Atlas-Humanoidroboter in seine Produktion zu integrieren. Die erste große Welle soll 2028 im georgianischen Metaplant anlaufen.

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