LibreOffice, Schleswig-Holstein

LibreOffice in Schleswig-Holstein: Standard auf allen Verwaltungsarbeitsplätzen

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schleswig-Holstein nutzt Linux und LibreOffice bereits breit; Bayern plant bis März 2027 alternative Programme für 20 Prozent der Ministeriumsmitarbeiter.
Ein minimalistischer, heller Flur in einem modernen Verwaltungsgebäude mit klaren architektonischen Linien und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) und Schleswig-Holsteins Digitalminister sowie Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter (CDU), haben in Berlin eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die beiden Bundesländer streben künftig eine engere Zusammenarbeit bei offenen IT-Lösungen an, um gemeinsam herstellerunabhängige Software sowie entsprechende IT-Infrastrukturen voranzutreiben.

Digitale Souveränität als zentrales Motiv

Ziel der getroffenen Vereinbarung ist nach Angaben der Kieler Staatskanzlei die Stärkung der digitalen Souveränität innerhalb der öffentlichen Verwaltung. Hintergrund der Allianz ist die zunehmende Sorge vor einer zu großen Abhängigkeit von externen IT-Konzernen, insbesondere von Anbietern aus den USA. Als Ausweg setzen beide Länder verstärkt auf europäische Software und quelloffene Systeme.

Schrödter unterstrich, dass die staatliche Souveränität untrennbar damit verknüpft sei, kritische digitale Infrastrukturen selbst zu kontrollieren und die Hoheit über öffentliche Daten vollständig zu behalten.

Mehring hob hervor, dass eine Kooperation mit internationalen Technologiekonzernen künftig ohne einseitige Abhängigkeiten gestaltet werden müsse. Wer über keine Ausweichmöglichkeiten verfüge, sei ausgeliefert. Es gehe bei der gemeinsamen Initiative daher um echte Wahlfreiheit und nicht um eine prinzipielle Abschottung.

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Umsetzungsstand in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein hat den Umstieg auf quelloffene Alternativen bereits weitreichend umgesetzt. Wie ein Sprecher der Landesregierung mitteilte, dient die Open-Source-Anwendung LibreOffice inzwischen auf 100 Prozent der Arbeitsplätze in der Landesverwaltung als Standardlösung. Lediglich auf etwa 20 Prozent der Rechner seien punktuell noch einzelne proprietäre Lizenzen wie Excel oder Word im Einsatz.

Insgesamt werden 80 Prozent der behördlichen Arbeitsplätze im nördlichsten Bundesland nicht mehr über Microsoft betrieben. Die Landesverwaltung stützt sich stattdessen auf das Betriebssystem Linux und LibreOffice. Innerhalb der Kieler Staatskanzlei arbeiten die mehr als 200 Beschäftigten bereits seit September 2026 nahezu ausnahmslos auf Basis von Linux.

Zielmarken im Bund-Länder-Vergleich

Auch auf bayerischer Seite werden nun verbindliche Schritte für den Umstieg eingeleitet. Im bayerischen Digitalministerium sollen bis zum 31. März 2027 insgesamt 20 Prozent der Beschäftigten ausschließlich mit alternativen Programmen ausgestattet sein.

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Die bayerisch-schleswig-holsteinische Kooperation knüpft an übergeordnete Absprachen der Bundesländer an. Bereits im Dezember 2025 hatte die Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, dass alle Länder bis zum 31. März 2027 digital souveräne Alternativen in ihren Verwaltungen zur Verfügung stellen müssen.

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