LibreOffice: Dateien aus den 1990er-Jahren öffnen – auch ohne Microsoft Office
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 05:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deMehrere aktuelle Ratgeber und Berichte heben LibreOffice als umfassende, kostenlose und quelloffene Alternative zu proprietären Office-Suiten hervor. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen die plattformübergreifende Verfügbarkeit für Windows und macOS, die Rolle als Standard-Bürosoftware unter Linux sowie die breite Unterstützung gängiger Dokumentformate. Die von The Document Foundation bereitgestellte Programmsammlung kommt ohne Werbung, Abonnements oder Zwangsaktivierungen aus.
Sechs Module für den Büroalltag
Die Software richtet sich an Schüler, Berufstätige und Unternehmen gleichermaßen und orientiert sich in der Bedienlogik an klassischer Bürosoftware. Das Programmpaket umfasst sechs Kernmodule: die Textverarbeitung Writer, die Tabellenkalkulation Calc, das Präsentationsprogramm Impress, das Vektorgrafikwerkzeug Draw, den Formeleditor Math und das Datenbanksystem Base. Anwender können Dokumente gängiger Office-Formate öffnen, bearbeiten und exportieren, wobei die Formatierung erhalten bleibt.
In Berichten wird LibreOffice neben Lösungen wie OnlyOffice als Alternative zu Microsoft Office genannt, dessen Nutzung zunehmend an Abonnements gebunden ist. Fachmedien verweisen im Vergleich zu Anbietern wie WPS oder Microsoft darauf, dass bei LibreOffice keine kostenpflichtigen Mitgliedschaften erforderlich sind. Unabhängige Vergleichstests auf den jeweiligen Produktseiten fehlen allerdings laut entsprechenden Medienberichten.
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Stärken bei Altdaten und Formatkompatibilität
Ein herausgestellter Vorteil der quelloffenen Suite betrifft die Verarbeitung älterer Datenbestände. Während Microsofts Dateistruktur über die Jahre so angepasst wurde, dass neuere Versionen teils keine Dokumente aus früheren Jahrzehnten mehr verarbeiten können, liest LibreOffice selbst Dateien aus den 1990er-Jahren ohne zusätzliche Konfiguration ein. Welche Versionen und Dateitypen bei Microsoft genau von den Einschränkungen betroffen sind, blieb in den Berichten offen.
Besondere Bedeutung kommt der Kompatibilität im Bereich des Desktop-Publishing zu. Microsoft hat sein Layoutprogramm Publisher im Oktober 2026 aus Microsoft 365 entfernt, nachdem das Support-Ende für den seit 1991 bestehenden Dienst bereits im Februar 2024 angekündigt worden war.
Publisher 2021 sowie Office LTSC 2021 erreichten ihr Support-Ende am 13. Oktober 2026. Microsoft selbst empfiehlt Nutzern die Umwandlung betroffener Dokumente in die Formate PDF oder DOCX.
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LibreOffice Draw bietet hier eine Ausweichmöglichkeit: Das Modul kann Publisher-Dateien über die Bibliothek libmspub per Reverse Engineering auch ohne installiertes Microsoft Publisher öffnen, anzeigen, bearbeiten und in das OpenDocument-Format (ODF) sowie andere Formate konvertieren.
Der offiziell unterstützte Import deckt Publisher 98 bis Publisher 2010 ab. Bei neueren Versionen oder sehr komplexen Layouts können jedoch Abweichungen bei Schriftarten, Textfluss und Grafiken auftreten. Ein Rückexport in das Publisher-Format ist technisch nicht möglich.
Automatisierung und Einsatz auf Serversystemen
Über den Desktop-Einsatz hinaus dient LibreOffice auch als Werkzeug für automatisierte Dateikonvertierungen. Auf Serversystemen lässt sich das Programm über Kommandozeilenbefehle ohne grafische Benutzeroberfläche betreiben, um eingehende Dokumente für spätere Textextraktionen automatisiert in aktuelle Zielformate umzuwandeln.
Auf älteren Linux-Distributionen wie CentOS 7 steht die Software über Paketmanager bereit, beansprucht über 600 Megabyte Speicherplatz und wählt die passenden Konvertierungsfilter anhand des Eingangsformats selbstständig aus.
Begleitend dazu arbeiten regionale Communitys an der Verbreitung offener Standards. So meldete LibreOffice CZ über das dezentrale Netzwerk Mastodon die Fortsetzung von Übersetzungen einer Artikelserie aus dem Projektblog, die sich mit den technischen Grundlagen von ODF und XML-Strukturen befasst.
