LibreOffice, Browser-Revolution

LibreOffice: Browser-Revolution mit Qt 6 und WebAssembly geplant

27.05.2026 - 14:30:37 | boerse-global.de

Die Document Foundation plant LibreOffice als serverlose Browser-App mit WebAssembly und startet 2026 die mobile Offensive.

LibreOffice: Browser-Revolution mit Qt 6 und WebAssembly geplant - Foto: über boerse-global.de
LibreOffice: Browser-Revolution mit Qt 6 und WebAssembly geplant - Foto: über boerse-global.de

Ein neuer Strategieplan, Ende Mai 2026 vorgestellt, skizziert den Weg vom reinen Desktop-Programm hin zu einer plattformunabhängigen Lösung für Web und Mobilgeräte. Im Kern setzt die Organisation auf moderne Webtechnologien, um gegen die Übermacht von Microsoft 365 und Google Workspace bestehen zu können.

Serverlose Revolution im Browser

Das Herzstück der neuen Webstrategie ist der Umstieg auf Qt 6 und WebAssembly (WASM). LibreOffice soll künftig direkt im Browser laufen – ohne dass dafür ein zentraler Server nötig wäre. Die Idee: Der komplexe C++-Code des Programms wird mit nahezu nativer Geschwindigkeit im Browser ausgeführt. Anders als bei Cloud-Diensten wie Microsoft 365 oder Google Docs, die Dokumente serverseitig verarbeiten, bleibt die Datenverarbeitung beim Nutzer.

Anzeige

Während LibreOffice den Sprung in den Browser vorbereitet, können Sie schon heute die vollwertigen Desktop-Funktionen der freien Suite ohne Lizenzkosten nutzen. Das kostenlose Startpaket zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Word, Excel und Co. effektiv durch die quelloffene Alternative ersetzen. Gratis LibreOffice Startpaket jetzt herunterladen

Aktuell existiert das Web-Projekt allerdings erst als Prototyp. Einen öffentlichen Dienst oder eine gehostete Plattform gibt es noch nicht. Die Entwicklung steckt in der Testphase.

Der serverlose Ansatz hat einen entscheidenden Vorteil: Datenschutz. Da alle Dokumente lokal im Browser verarbeitet werden, müssen keine sensiblen Inhalte an einen zentralen Anbieter übertragen werden. Für Unternehmen und Behörden mit strengen Datenschutzauflagen – etwa nach der DSGVO – könnte dies ein starkes Argument sein.

2026 als Schlüsseljahr für Mobilgeräte

Die Document Foundation hat 2026 zum Jahr der mobilen Offensive erklärt. Konkret stehen grundlegende Verbesserungen der Benutzeroberfläche und erste Testversionen für Android- und iOS-Emulatoren auf dem Plan. Das Ziel: Vom reinen Dokumentenbetrachter hin zu einem vollwertigen Editor für Touch-Geräte.

Die aktuelle Situation ist zersplittert. Für Android gibt es eine Viewer-App mit experimentellen Bearbeitungsfunktionen – ein vollwertiges Werkzeug ist sie nicht. Auf iOS existiert die Collabora Office App, deren Verfügbarkeit jedoch von Markt zu Markt stark schwankt. Die neue Initiative soll diese Fragmentierung beenden und ein einheitliches Erlebnis auf beiden Plattformen schaffen.

Die größte Herausforderung: Die komplexen Menüs und Symbolleisten eines Desktop-Programms müssen für kleine Bildschirme völlig neu gedacht werden. Touch-Gesten, responsive Layouts und eine Anpassung an verschiedene Bildschirmgrößen stehen ganz oben auf der Agenda.

Anzeige

Moderne Open-Source-Software wie LibreOffice entfaltet ihre volle Geschwindigkeit und Stabilität am besten auf einem darauf optimierten Betriebssystem. Mit dem kostenlosen Linux-Startpaket erhalten Sie eine Ubuntu-Vollversion und eine einfache Anleitung, um das System risikofrei parallel zu Windows zu testen. Kostenloses Linux-Startpaket inklusive Ubuntu sichern

Gemeinsam editieren – erst mit Server, dann ohne

Moderne Arbeitsabläufe verlangen nach Echtzeit-Kollaboration. Die Document Foundation plant einen zweistufigen Ansatz: Zunächst wird eine klassische Client-Server-Architektur eingeführt, wie sie auch Microsoft und Google nutzen. Mehrere Nutzer können dann gleichzeitig an einem Dokument arbeiten, Änderungen werden über einen zentralen Server synchronisiert.

Der langfristige Plan geht jedoch weiter: Peer-to-Peer-Kollaboration (P2P) soll es ermöglichen, Dokumente ohne jeden Zwischenserver gemeinsam zu bearbeiten. Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal in der Bürosoftware-Welt und würde das LibreOffice-Versprechen von Autonomie und Privatsphäre perfekt ergänzen.

Die technischen Hürden sind enorm – insbesondere bei der Versionierung und Konfliktlösung. Doch die Entwicklung spiegelt einen breiteren Trend in der Open-Source-Welt hin zu dezentralen Werkzeugen wider.

Wettbewerb unter Druck

Die Ankündigung kommt in einer Phase rasanter Veränderungen im Markt für Bürosoftware. Microsoft reagierte Ende Mai 2026 auf Nutzerproteste und stellte eine Option wieder her, den Copilot-Assistenten in das klassische Ribbon-Menü von Word und Excel zu integrieren. Zuvor hatte Microsoft auf eine schwebende Schaltfläche gesetzt – ein Schritt, der bei vielen professionellen Anwendern auf Ablehnung stieß.

Auch im Open-Space-Ökosystem tut sich etwas: Rhino Linux, eine Ubuntu-basierte Rolling-Release-Distribution, hat Anfang Mai 2026 Unterstützung für die Lomiri-Oberfläche auf Desktop und Mobilgeräten eingeführt. Spezielle Kernel für Hardware wie das PinePhone oder den Raspberry Pi zeigen: Die Grenzen zwischen Desktop und Mobile verschwimmen zunehmend.

LibreOffice selbst hat kürzlich Version 7.5.1 für Slackware 15.0 veröffentlicht – mit Abhängigkeiten wie OpenJDK 11. Der Desktop bleibt das Fundament, doch die Zukunft liegt in der Vernetzung.

Ausblick: Ein langer Weg zur Marktreife

Der Erfolg der Web- und Mobiloffensive wird maßgeblich davon abhängen, ob es der Community gelingt, die GUI-Herausforderungen zu meistern. Ein Desktop-Programm auf Mobilgeräte zu portieren, ist technisch anspruchsvoll. Qt 6 und WebAssembly bieten eine moderne Grundlage, doch der Weg zu einem fertigen, öffentlich verfügbaren Produkt ist noch weit.

In den kommenden Monaten können Entwickler und Early Adopters mit häufigeren Updates zu Emulator-Tests und GUI-Prototypen rechnen. Einen Termin für eine vollständige Veröffentlichung gibt es noch nicht. Besonders spannend dürfte der Übergang vom Client-Server-Modell zur Peer-to-Peer-Kollaboration werden – ein Projekt, das LibreOffice in einem zunehmend umkämpften Markt eine einzigartige Position verschaffen könnte.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69425840 |