LibreOffice 26.8: 9,4 Millionen Downloads in weniger als zwei Monaten
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 04:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Open-Source-Bürosuite LibreOffice verzeichnet mit ihrer aktuellen Version einen deutlichen Nachfrageschub. Wie The Document Foundation mitteilte, erreichte LibreOffice 26.8 im Zeitraum vom 24.08. bis zum 18.10.2026 insgesamt 9,4 Mio. Downloads.
Zuvor lagen die Werte der Software bei weniger als 1 Mio. Abrufen pro Woche. Bereits in der ersten Woche nach der Veröffentlichung kam LibreOffice 26.8 auf 1.031.162 Downloads. Durch diese Entwicklung übertreffen die Gesamtdownloads im Jahr 2026 bereits zehn Wochen vor dem Jahresende den gesamten Wert des Jahres 2025.
Hohe Zugriffszahlen und anonyme Abrufe
Ergänzend zu den reinen Installationsdateien erfasste die Organisation über das Analysetool Matomo erhebliche Seitenaufrufe im selben Zeitraum. Die reguläre Download-Seite verzeichnete 11.426.169 Besuche, während die Update-Seite auf 90.042.601 Aufrufe kam.
Die Seite für ältere Versionen registrierte 39.669.854 Besuche. The Document Foundation betonte, dass es sich hierbei um Seitenaufrufe und nicht um abgeschlossene Downloads handelt. Zudem werden automatische Windows-Updates sowie ältere Versionen separat erfasst und sind nicht zu den 9,4 Mio. Downloads hinzuzurechnen.
Die Software steht in mehr als 120 Sprachen kostenlos sowie anonym ohne vorherige Registrierung zur Verfügung. Da keine personenbezogenen Daten erhoben werden, bleibt die genaue Zusammensetzung der Nutzerschaft offen.
Board-Mitglied Italo Vignoli erklärte, dass auf eine Befragung auf der Download-Seite verzichtet werde, weshalb Rückschlüsse auf die genauen Ursachen des Anstiegs spekulativ blieben. Als plausible Treiber nennt die Organisation das Bestreben nach digitaler Souveränität sowie den verstärkten Rückgriff auf offene Standardformate.
Öffentliche Hand setzt vermehrt auf Open Source
Praktische Impulse für diesen Trend kommen unter anderem aus dem öffentlichen Sektor in Europa. Die Landesregierung von Schleswig-Holstein schloss die Umstellung auf LibreOffice im September ab, was rund 30.000 Arbeitsplätze betrifft. Parallel dazu baute auch die französische Gendarmerie ihren bestehenden Einsatz der freien Bürosoftware weiter aus.
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Zusätzliche Aufmerksamkeit entstand durch das Ende des Supports für Microsoft Publisher Mitte Oktober 2026. The Document Foundation wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass vorhandene Dateien mit der Endung .pub über die Anwendung LibreOffice Draw geöffnet und anschließend im quelloffenen OpenDocument-Format gesichert werden können. Diese Option eigne sich insbesondere für einseitige Dokumente und Newsletter, stoße jedoch bei komplexen Layouts an Grenzen.
Klare Abgrenzung bei künstlicher Intelligenz
Das im August veröffentlichte Release von LibreOffice 26.8 brachte Verbesserungen bei der Kompatibilität mit Microsoft Office, die Unterstützung von Office-Open-XML-Strict, eine optimierte Verarbeitung von PPTX-Animationen sowie ein neu gestaltetes Startcenter. Auf die Integration generativer KI-Funktionen verzichtete die Stiftung bewusst.
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Stattdessen formulierte The Document Foundation ein Manifest mit sechs Leitlinien für künftige KI-Anbindungen. Diese sehen eine zwingend nutzergesteuerte Ausführung, den Verzicht auf Telemetrie, die Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern sowie den Schutz etablierter Dokumentformate vor. Für spezifische Bedarfe empfiehlt die Organisation stattdessen Erweiterungen aus der Community.
Für die Weiterentwicklung der Software zeichnen sich bereits nächste Schritte ab: Für Februar 2027 plant The Document Foundation die Veröffentlichung von LibreOffice 27.2, die unter anderem neue Funktionen für die Zusammenarbeit sowie die Nutzung von WebAssembly für das Bearbeiten von Dokumenten direkt im Webbrowser mitbringen soll.
