LibreOffice 25.8: Stabilitätsanker vor dem Ruhestand
05.05.2026 - 17:30:51 | boerse-global.deWährend die Bürosuite LibreOffice mit Version 25.8 ihren letzten großen Stabilitätszyklus abschließt, kämpft die Organisation hinter dem Projekt mit internen Konflikten und einer strategischen Neuausrichtung. Für Unternehmen und Behörden, die auf die Open-Source-Alternative setzen, wird der Juni zum entscheidenden Monat.
Der stille Star: Warum die 25.8er-Reihe noch unverzichtbar ist
Die Version 25.8, die seit Monaten als „Still“-Variante für produktive Umgebungen empfohlen wird, hat sich als echter Leistungsträger erwiesen. Laut technischer Dokumentation des Projekts arbeiten bestimmte Kernfunktionen dieser Reihe bis zu 30 Prozent schneller als in früheren Versionen. Besonders beim Laden von Dokumenten und der Darstellung komplexer Grafiken zeigt die Suite ihre Stärken.
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Die letzte Wartungsversion 25.8.6 Ende März brachte entscheidende Stabilitätsverbesserungen für den Unternehmenseinsatz. Bereits im Februar hatte das Update 25.8.5 ganze 62 Fehler behoben, die von der Community gemeldet worden waren. Im Fokus standen dabei Kompatibilitätsprobleme mit Microsoft-Formaten wie DOCX und PPTX – etwa überlappende Korrekturmarkierungen, verzerrte Bildimporte oder defekte interne Links in Präsentationen.
Die Writer-Komponente erhielt zudem verfeinerte Trennungsregeln: Nutzer können nun verhindern, dass das letzte Wort einer Seite getrennt wird, was die visuelle Konsistenz verbessert. Calc, das Tabellenkalkulationsprogramm, bekam einen überarbeiteten CSV-Importdialog – inklusive der Option, Einstellungen vor jedem Import anzuzeigen, um Formatierungsfehler zu vermeiden.
Der Frischekick: Was Version 26.2.3 bietet
Am 30. April 2026 veröffentlichte TDF das dritte Wartungsupdate der „Fresh“-Reihe. LibreOffice 26.2.3 enthält über 40 Fehlerbehebungen und Leistungsverbesserungen. Die Version richtet sich an technikaffine Nutzer und Early Adopter, die die neuesten Funktionen benötigen – darunter native Markdown-Unterstützung und eine erweiterte Zeilenbegrenzung in Calc.
Ein echter Quantensprung gelang den Entwicklern bei der Tabellenkalkulation: Das Biff12-Zwischenablageformat erlaubt nun das Einfügen von über einer Million Zeilen und 16.384 Spalten aus Excel – eine gewaltige Steigerung gegenüber der bisherigen Grenze von 65.536 Zeilen. Zudem setzt die Suite jetzt auf Skia/Vulkan-Grafik für alle Windows- und macOS-Geräte, was die Reaktionsfähigkeit der Benutzeroberfläche und die Darstellung von 3D-Diagrammen deutlich verbessert.
Das April-Update löste mehrere „Round-Trip“-Probleme: Dokumente, die in LibreOffice gespeichert und anschließend in Word geöffnet wurden, verloren zuvor Rahmen oder zeigten unlesbare Inhalte. Auch ein Speicherproblem in Impress beim Drucken von Präsentationsnotizen wurde behoben. Und mit Version 26.2.3 hielt das fehlende Saudi-Riyal-Währungssymbol Einzug – ein weiterer Schritt zur internationalen Nutzbarkeit.
Zerreißprobe: Der Konflikt zwischen Stiftung und Partner
Die technischen Meilensteine überschatten jedoch tiefgreifende strukturelle Veränderungen. Im April suspendierte TDF die Mitgliedschaft von mehr als 30 Mitarbeitern ihres wichtigsten kommerziellen Entwicklungspartners Collabora. Grund seien rechtliche Bedenken und Interessenkonflikte im Zusammenhang mit dem deutschen Stiftungsrecht.
Dieser Schritt folgt auf die Entscheidung der Stiftung, die Entwicklung von „LibreOffice Online“ wieder aufzunehmen – ein Projekt, das jahrelang geruht hatte. Die Vorsitzende Eliane Domingos bezeichnete dies als eine Reise hin zu einer gemeinschaftlich verwalteten Online-Version der Suite. Neue Entwickler wie Neil Roberts und Vissarion Fisikopoulos wurden eingestellt, um die internen technischen Kapazitäten zu stärken.
Doch die Suspendierung von Kernentwicklern hat eine grundsätzliche Debatte über die langfristige Wartungsfähigkeit des Projekts entfacht. Beobachter weisen darauf hin, dass die betroffenen Entwickler von Collabora und anderen Partnern historisch gesehen den Großteil des Quellcodes beigesteuert haben. In Branchenkreisen wird bereits über einen möglichen Fork des Projekts diskutiert – kommerzielle Akteure suchen nach Wegen, die Stabilität ihrer eigenen Enterprise-Angebote zu sichern.
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Ausblick: Was bis zum Sommer wichtig wird
Am 12. Juni 2026 erreicht die 25.8er-Reihe ihr offizielles Ende. Danach wird TDF keine weiteren Fehlerbehebungen mehr veröffentlichen. Organisationen, die derzeit auf diesen Zweig setzen, sollten dringend mit Tests für die Migration auf die 26.2er-Reihe beginnen oder zertifizierte Drittanbieter für langfristigen Support beauftragen.
Parallel bereitet die Stiftung den nächsten Meilenstein vor: LibreOffice 26.8 soll im August 2026 erscheinen. Diese Version wird voraussichtlich die neu belebten Online-Funktionen integrieren und den Fokus auf Leistungsoptimierung fortsetzen. Trotz der internen Turbulenzen bleibt die Community-Arbeit aktiv – das Dokumentationsteam hat kürzlich das LibreOffice Bookshelf überarbeitet und erweiterte Tutorials für den Writer 26.2 Guide veröffentlicht.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Stiftung ihre Entwicklungsgeschwindigkeit mit dem neuen internen Team halten kann – oder ob der Bruch mit den kommerziellen Partnern zu einer Fragmentierung des Open-Source-Büromarkts führt. Für Nutzer der 25.8er-Reihe bleibt ein letztes Fenster der Stabilität, bevor die nächste Evolution der Suite die Bühne betritt.
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