LiberNT, Windows

LiberNT und Windows 11: Version 24H2 dient als technische Referenz

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das frühe Betriebssystemprojekt unterstützt mehrere Prozessorarchitekturen und führt ausgewählte Programme aus; die Builds bleiben experimentell.
Nahaufnahme einer modernen Leiterplatte mit komplexen Schaltkreisen und goldfarbenen Anschlüssen in einer Werkstattumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Das quelloffene Betriebssystemprojekt LiberNT arbeitet an einer weitreichenden Kompatibilität mit Windows 11. Als technische Referenz für die Entwicklungsarbeit dient dabei die Windows-Version 24H2, wie aus einem Bericht des spanischen Portals 20minutos.es hervorgeht. Das Vorhaben setzt auf eine eigenständige Nachbildung der Windows-NT-Architektur und verfolgt einen Clean-Room-Ansatz, der vollständig ohne einen Linux-Kernel auskommt.

Inhaltlich baut das Projekt auf den Grundlagen von ReactOS auf, erweitert diesen Ansatz jedoch gezielt. So zielt LiberNT darauf ab, moderne ARM64-Anwendungen sowie Einplatinenrechner wie den Raspberry Pi zu unterstützen.

Um die historische Codebasis zu modernisieren, ersetzt das Projekt zentrale Altlasten: Ein neu entwickelter Speichermanager namens NVS löst das bisherige ReactOS-Erbe ab. Zudem umfasst das System überarbeitete Treiber für das Dateisystem NTFS, eine StorPort-Implementierung mit nativer NVMe-Unterstützung sowie Schnittstellentreiber für USB-xHCI und SD-Speicherkarten.

Breite Hardware-Unterstützung und Emulationsschichten

Bei den Prozessorarchitekturen deckt LiberNT derzeit x86 mit 32-Bit, x86-64 sowie ARM64 ab. Weitere Portierungen für RISC-V in der 64-Bit-Ausführung und PowerPC befinden sich nach Angaben der Entwickler in Arbeit. Um ältere und plattformfremde Anwendungen lauffähig zu machen, integriert das System unterschiedliche Kompatibilitätsebenen.

Die 64-Bit-Variante greift auf das Subsystem WoW64 zurück, um 32-Bit-Software auszuführen. Unter ARM64 kommt der Emulator FEX zum Einsatz, der x86-Programme übersetzt. Für die weitere Entwicklung steht zudem die Unterstützung der Mischarchitektur ARM64EC auf der Roadmap.

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Aktueller Entwicklungsstand und experimentelle Nutzung

Trotz der ambitionierten Ziele befindet sich das Betriebssystem in einem frühen Stadium. Einträge in der internen Kompatibilitätsdatenbank belegen, dass ausgewählte Programme in bestimmten Entwicklungs-Builds bereits lauffähig sind.

Dazu zählen unter anderem der Webbrowser Google Chrome sowie die Spiele 0 A.D. und Command & Conquer: Yuri's Revenge. Auch die Spieleplattform Steam lässt sich nutzen, während der PlayStation-3-Emulator RPCS3 zwar startet, bislang jedoch nicht voll funktionsfähig ist.

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Bislang liegen nur wenige breit angelegte Tests vor. Die Entwickler betonen den experimentellen Charakter der vorliegenden Builds, die sich vorerst ausschließlich für den Einsatz in virtuellen Maschinen oder auf dedizierten Testgeräten eignen.

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