LG-Monitor-Software, Microsoft

LG-Monitor-Software: Microsoft stoppt McAfee-Werbung nach Nutzerprotesten

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 03:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

LG entfernt McAfee-Pop-ups aus Monitor-Software nach Druck von Microsoft und Gamern. Der Fall zeigt ein systemisches Branchenproblem.

LG deaktiviert McAfee-Werbung nach Microsoft-Eingriff und Nutzerprotesten
LG UltraWide-Monitor auf einem Schreibtisch, um die Kontroverse um Monitor-Software und Werbung darzustellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach massiven Nutzerprotesten und einem Eingreifen von Microsoft schaltet LG die umstrittene Werbefunktion ab.

Der Elektronikkonzern LG hat sich dazu verpflichtet, die unerwünschten McAfee-Werbeanzeigen in seiner Monitor-Software zu deaktivieren. Auslöser war eine Welle von Beschwerden: Nutzer berichteten, dass sich die LG Monitor App Installer ohne ihre Zustimmung automatisch auf Windows-11-Systemen installierte.

Automatische Installation sorgt für Empörung

Das Problem trat auf, als Besitzer von LG-Monitoren feststellten, dass die Software über das Windows-Hardware-Support-App-Framework (HSA) und Windows Update ausgerollt wurde. Nach der Installation zeigte die Anwendung plötzlich Pop-up-Werbung für McAfee-Sicherheitssoftware an. Betroffen waren unter anderem hochwertige Modelle wie der 34GX900A-B und der 45GX950-B.AEU.

Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Fall durch eine Untersuchung des Hardware-Portals Gamers Nexus. Die Redaktion bezeichnete das Verhalten der Software als „spyware-ähnlich" – vor allem wegen des automatischen Installationsprozesses. Kritiker wiesen zudem auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hin, die theoretisch eine umfassende Datenüberwachung erlaubten. Anfang der Woche schaltete sich Epic-Games-CEO Tim Sweeney ein und machte die Microsoft-Führungsebene auf den Vorfall aufmerksam – der öffentliche Druck auf beide Unternehmen wuchs damit rasant.

Microsoft greift ein – LG lenkt ein

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Am 28. Juli 2026 bestätigte Microsoft-Vizepräsident Pavan Davuluri, dass sein Unternehmen Kontakt zu LG aufgenommen habe. Die Gespräche zeigten Wirkung: LG erklärte sich bereit, die McAfee-Pop-ups zu deaktivieren. Zwar widersprach der Konzern teilweise der öffentlichen Darstellung und betonte, bestimmte Komponenten seien optional gewesen. Dennoch handelte LG schnell.

Bereits ab dem 13. Juli 2026 begann das Unternehmen damit, die McAfee-Inhalte aus der Anwendung zu entfernen. Für Nutzer, die künftige automatische Installationen verhindern wollen, gibt es technische Umgehungsmöglichkeiten: Über die Windows-Gruppenrichtlinien lässt sich die HSA-basierte Installation von Hersteller-Bloatware blockieren.

Ein systemisches Problem der Branche

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Der LG-Fall ist kein Einzelfall. Immer mehr Hardwarehersteller nutzen Windows-Systemfunktionen, um Werbung auszuspielen. Branchenbeobachter nennen ähnliche Praktiken bei Razer, Logitech, Asus und Gigabyte – sie alle setzen auf automatische Installer für ihre Peripherie-Software.

Doch Microsofts Eingreifen scheint selektiv zu erfolgen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass HP über seinen Support Assistant Bing-Pop-ups auf Windows-11-PCs anzeigt. Gegen diesen Fall schritt Microsoft bislang nicht ein.

Neue Hardware trotz Software-Ärger

Ungeachtet der Software-Kontroverse bringt LG weiter neue Monitore auf den Markt. Die UltraGear-evo-Serie umfasst unter anderem den 52-Zoll-G9-Curved-Monitor mit 5K2K-Auflösung und 240 Hertz Bildwiederholrate. Ebenfalls neu: der 39-Zoll-GX9-OLED mit einer Reaktionszeit von 0,03 Millisekunden und der 27-Zoll-GM9 mit Hyper-Mini-LED-Technologie. Erste Händler wie Microless in den Vereinigten Arabischen Emiraten führen die Geräte bereits im Sortiment.

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