LG Electronics: Neues Robotics Center ab Juli unter CEO-Leitung
30.06.2026 - 11:50:02 | boerse-global.de
Ab dem 1. Juli 2026 bündelt das Unternehmen alle Aktivitäten in einem neuen Robotics Business Center, das direkt dem CEO Lyu Jae-cheol unterstellt ist. Die neue Einheit soll als zentrale Schaltstelle den Einstieg in die physische Künstliche Intelligenz (Physical AI) beschleunigen.
Strategischer Vorstoß vier Monate vor dem Plan
Die Umstrukturierung kommt überraschend früh – vier Monate vor den üblichen Jahresend-Anpassungen. Mit der Leitung des neuen Zentrums wurde Song Si-yong betraut, bisher Senior Vice President. Sein Bereich vereint künftig Business Development, Vertrieb, Betrieb, Lieferkettenmanagement und Fertigung in einer durchgängigen Organisation.
Das Ziel: Vom Einzelteil bis zum fertigen Roboter soll alles aus einer Hand kommen.
Datenfabrik als Herzstück der Roboter-Entwicklung
Im Mittelpunkt der Strategie steht der hauseigene Robot Foundation Model (RFM). Um dessen Training zu ermöglichen, baut LG eine dedizierte Data Factory auf dem Yangjae R&D Campus in Seoul. Noch 2026 soll dort die Produktion von Trainingsdaten für komplexe Roboterbewegungen anlaufen.
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Parallel arbeitet LG mit dem US-Chipriesen NVIDIA an einem KI-Fabrik-Projekt. Ziel ist es, autonome Systeme zu trainieren, die Software und Hardware nahtlos verbinden – der Kern dessen, was Experten Physical AI nennen.
Dreiteilige Marktstrategie
Das neue Zentrum bildet den Abschluss einer Dreiecksstruktur für das Robotik-Geschäft:
- Heimrobotik: Wird direkt vom neuen Robotics Business Center gesteuert
- Industrierobotik: Läuft über die Tochtergesellschaft Robostar
- Kommerzielle Robotik: Wird durch die Tochter Bear Robotics abgedeckt
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Mit dieser Aufteilung will LG vom reinen Roboter-Montagebetrieb zum umfassenden Lösungsanbieter werden. Dazu gehört auch die Fertigung kritischer Komponenten und der Aufbau kompletter Daten-Ökosysteme.
Eigenproduktion von Roboter-Gelenken
Ein besonderes Augenmerk legt LG auf die Eigenfertigung von Aktuatoren – den Gelenken von Robotern. Das Unternehmen will seine über 60-jährige Erfahrung in der Motorentechnologie nutzen, um diese Schlüsselkomponenten künftig in Südkorea selbst zu produzieren. Das verspricht mehr Kontrolle über Qualität und Leistungsfähigkeit.
Interne Fahrpläne sehen das Jahr 2026 als Fundament für die Robotik-Sparte. Durch die direkte Anbindung an den CEO sollen Entwicklungszyklen verkürzt und neue Roboterplattformen schneller auf den Markt gebracht werden – ob für Zuhause, in der Industrie oder im Dienstleistungssektor.
