Roboter-Fabrik, Seoul

LG baut Roboter-Fabrik in Seoul: 100.000 Stunden Trainingsdaten bis Ende 2026

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 20:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

LG Electronics errichtet in Seoul eine Data Factory für KI-Roboter und kooperiert mit NVIDIA, um die Trainingsdaten bis Ende 2026 massiv auszubauen.

LG Electronics baut Data Factory für KI-Roboter in Seoul
Moderne Robotik-Forschungseinrichtung in Seoul mit autonom arbeitenden Robotern in einer industriellen Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

**Der südkoreanische Technologiekonzern LG Electronics erweitert seine Infrastruktur für die Entwicklung künstlicher Intelligenz und Robotik massiv. Im Zentrum der Strategie steht der Aufbau einer spezialisierten „Data Factory“ in Seoul, die bis Ende 2026 den vollen Betrieb aufnehmen soll.

Durch die Kombination von realen und synthetischen Daten sowie eine enge Kooperation mit NVIDIA will das Unternehmen die Leistungsfähigkeit seiner Robotersysteme für Haushalt und Industrie entscheidend steigern.**

Auf dem Yangjae R&D Campus in Seoul entsteht derzeit eine dedizierte Anlage, die auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern die technologische Basis für künftige Robotergenerationen bilden soll. Das Gebäude umfasst vier Etagen – ein Untergeschoss sowie drei oberirdische Stockwerke – und ist für den Einsatz von mehreren hundert Robotern ausgelegt.

Ziel der Investition ist die systematische Erzeugung und Verarbeitung von Trainingsdaten, um die Komplexität der Aufgaben zu bewältigen, die Roboter in unstrukturierten Umgebungen wie Wohnungen oder Fabriken ausführen müssen.

Massive Datensammlung für LG CLOiD

Bis zum Ende des Jahres 2026 strebt LG Electronics an, ein Volumen von 100.000 Stunden an Trainingsdaten zu generieren, was einem Zeitraum von etwa 12 Jahren entspricht. Diese Datenmenge soll primär dazu dienen, das Robotersystem LG CLOiD für anspruchsvollere Tätigkeiten zu qualifizieren.

Der Trainingsprozess findet dabei in unterschiedlichen Szenarien statt: In nachgebildeten Wohnungen werden Reinigungsaufgaben simuliert, während in einer virtuellen Fabrikumgebung Montage- und Stapelprozesse erprobt werden.

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Als Vorlage für die industrielle Simulation dient das LG-Waschmaschinenwerk im US-Bundesstaat Tennessee. Dabei kombiniert LG Electronics reale Daten aus der Fertigung, der Logistik und der Roboterbereitstellung mit synthetisch erzeugten Daten, um die Lernkurve der Systeme zu beschleunigen.

Strategische Allianz mit NVIDIA

Ein wesentlicher Pfeiler der neuen Strategie ist die Zusammenarbeit mit dem US-Chipkonzern NVIDIA. Am 13. August 2026 schlossen die LG Group und NVIDIA in Santa Clara eine Absichtserklärung (MOU) über eine strategische Kooperation ab. Diese Partnerschaft erstreckt sich über die Bereiche Robotik, AI Factory und Mobilität.

LG Electronics nutzt gezielt NVIDIA-Technologien wie Omniverse, Cosmos und Isaac, um das Training und die Optimierung seiner Roboter voranzutreiben. Für die Entwicklung humanoider Roboter, die für das erste Quartal 2027 geplant sind, greift das Unternehmen zudem auf die Plattformen NVIDIA Jetson Thor und Isaac GR00T zurück. LG-CEO Koo Kwang-mo betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Konzepten wie der „AI Factory“ und der „Physical AI“.

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Konzernweite Synergien durch „One LG“

Innerhalb des Konzerns wird die Roboter-Initiative als Gemeinschaftsprojekt verschiedener Sparten geführt. Um die Aktivitäten zu bündeln, gründete LG Electronics bereits im Juli 2026 das Robotics Business Center, das organisatorisch direkt dem CEO unterstellt ist.

LG-CEO Lyu Jae-cheol verwies auf das Ziel, durch „One LG“-Synergien und strategische Partnerschaften die Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der physischen KI zu stärken. LG wolle sich als integrierter Anbieter von Robotiklösungen positionieren.

An dem Projekt sind weitere Tochtergesellschaften beteiligt: LG CNS setzt die Roboter für logistische Abläufe ein, während LG Innotek im Rahmen der Data-Factory-Initiative die Entwicklung und das Training spezialisierter Roboterhände vorantreibt.

Das aktuelle Modell LG CLOiD verfügt über zwei Arme mit jeweils sieben Freiheitsgraden sowie fünf Finger an jeder Hand. Zur Fortbewegung nutzt das System eine radbasierte Plattform. Erste Tests mit diesen Einheiten in der Fabrik in Tennessee sind ebenfalls für den Verlauf des Jahres 2026 angesetzt.

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