Lewy-Körperchen-Demenz, Visuelle

Lewy-Körperchen-Demenz: Visuelle Tests sollen frühere Diagnose ermöglichen

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Visuelle Prüfungen und Schreibanalysen liefern Hinweise auf kognitive Veränderungen; die Forschungsmethoden benötigen jedoch weitere Studien.
Abstrakte, strukturierte Oberfläche mit geometrischen Mustern in klinischer Beleuchtung als Symbol für neurologische Tests. Illustration mit AI erstellt.

Die frühzeitige Erkennung neurodegenerativer Erkrankungen bleibt eine zentrale Herausforderung der klinischen Diagnostik. Neue Forschungsansätze setzen verstärkt auf nicht-invasive Verfahren, um Veränderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfähigkeit frühzeitig zu erfassen.

An der Universität Queensland wurden hierzu neuartige visuelle Tests entwickelt, die eine frühere Diagnose der Lewy-Körperchen-Demenz ermöglichen sollen. Diese Erkrankung gilt nach Alzheimer als die zweithäufigste degenerative Demenz und wird durch Ablagerungen von Alpha-Synuclein im Gehirn verursacht.

Differenzierte Erfassung visueller Signalpfade

Das an der australischen Universität erprobte Verfahren prüft gezielt zwei wesentliche Verarbeitungswege des visuellen Systems: den ventralen Pfad, der für die Objektidentifikation zuständig ist, und den dorsalen Pfad, welcher der räumlichen Objektlokalisation dient. Bei den Tests kommen progressiv verschwommene Bilder sowie Aufgaben zum Einsatz, bei denen Probanden Zahlen innerhalb eines visuellen Rauschens auffinden müssen.

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Die Untersuchungen ergaben, dass visuelle Probleme bei der Lewy-Körperchen-Demenz stärker ausgeprägt sind als bei Alzheimer-Erkrankungen. Zudem sind der ventrale Pfad, der unter anderem die Gesichtserkennung steuert, und der dorsale Pfad unterschiedlich stark von den neurodegenerativen Prozessen betroffen.

Professor Peter Nestor vom Queensland Brain Institute und dem Mater Hospital Brisbane erklärte dazu, dass eine frühe Diagnose den Umgang mit der Erkrankung maßgeblich erleichtere.

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Eine Heilung gibt es bislang zwar nicht, der Testansatz biete jedoch eine Möglichkeit zur nicht-invasiven Verlaufsbeobachtung. Zudem verschaffe eine rechtzeitige Feststellung den Betroffenen Klarheit und Handlungsfähigkeit.

Analyse feinmotorischer Merkmale beim Schreiben

Ergänzend zu visuellen Markern wird auch das Schreibverhalten als potenzieller Indikator kognitiver Veränderungen analysiert. An der Universität Évora befasste sich eine Untersuchung mit der Handschrift von 58 Personen im Alter von 62 bis 92 Jahren, die in Altersheimen lebten.

Unter den Teilnehmenden befanden sich 38 Personen mit einer diagnostizierten kognitiven Beeinträchtigung. Zur präzisen Aufzeichnung der Handbewegungen nutzten die Forscher eine digitale Tafel.

Bei einfachen Aufgaben wie dem Ziehen von Linien, dem Setzen von Punkten oder dem Kopieren von Sätzen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Testgruppen. Deutliche Abweichungen traten hingegen beim Schreiben nach Diktat auf: Kognitiv beeinträchtigte Probanden benötigten dabei mehr Zeit pro Strich und führten insgesamt mehr kürzere Bewegungen aus.

Das Diktat gilt als besonders sensibler Indikator, da es das gleichzeitige Hören, Behalten, Verschriftlichen und Koordinieren der Bewegungsabläufe erfordert. Die Methodik befindet sich nach Angaben der Wissenschaftler allerdings noch in einer frühen Phase, weshalb größere Langzeitstudien erforderlich sind. Eine Veränderung des Schriftbildes allein sei zudem kein Beleg für eine Demenz.

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