Lesen trainiert Gehirn besser: Papier schlägt digitale Medien
28.06.2026 - 22:04:22 | boerse-global.de
Gleichzeitig warnen Forscher vor mangelhaften Lern-Apps – und KI hält Einzug in den Unterricht.
Lesen verbessert Gedächtnis und sogar Gesichtserkennung
Falk Huettig vom Max-Planck-Institut hat es gestern in einer Studie belegt: Lesen steigert kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und visuelle Verarbeitung. Ein überraschender Nebeneffekt: Alphabetisierung verbessert auch die Fähigkeit zur Gesichtserkennung.
Der Forscher betont jedoch die Unterschiede zwischen den Medien. Das Lesen auf Papier erfordert eine höhere kognitive Anstrengung als die Nutzung digitaler Bildschirme. Audiobooks können die Vorteile des Lesens nur teilweise ersetzen.
Viele Lern-Apps sind pädagogisch wertlos
Professorin Victoria Murphy von der Universität Oxford schlägt heute Alarm: Hohe Downloadzahlen und positive Bewertungen sagen nichts über den tatsächlichen Lernwert von Kinder-Apps aus. Ihr Forschungsprojekt „Lift“ fordert eine evidenzbasierte Entwicklung. Statt auf Apps zu setzen, sollten Eltern lieber auf die Interaktion mit Bezugspersonen vertrauen.
KI im Klassenzimmer: Lehrer nutzen sie, Schüler kaum
Das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung zeigt: 52 Prozent der Lehrkräfte nutzen bereits regelmäßig KI für den Beruf. 64 Prozent setzen sie für Unterrichtsaufgaben ein, 58 Prozent für die Planung. Doch nur 29 Prozent erlauben ihren Schülern die Nutzung im Unterricht.
Eine Studie der Universität Amsterdam und des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik liefert eine interessante Parallele: Neuronale Netze lernen Grammatik effektiver, wenn ihr Gedächtnis auf drei bis sieben Wörter begrenzt wird. Ein gewisses Maß an Vergessen hilft der KI, sich auf strukturelle Muster zu konzentrieren.
Lesen auf Papier trainiert das Gehirn nachweislich besser als digitale Medien. Doch viele Kinder verbringen Stunden vor Bildschirmen. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie mit einfachen Methoden die Lesefreude fördern und die kognitive Entwicklung stärken. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Spracherwerb: Akzent ist kein Hindernis
Raphael Berthele von der Universität Freiburg hat am 25. Juni eine wichtige Botschaft für alle Sprachlerner: Erwachsene können zwar einen akzentfreien Spracherwerb erreichen – aber nur mit erheblichem Aufwand. Ein musikalisches Gehör und Talent helfen, für erfolgreiche Kommunikation ist ein Akzent jedoch meist unproblematisch.
In Argentinien setzen Lehrkräfte derweil auf unkonventionelle Methoden: Sie nutzen die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 für den Mathematikunterricht. Das Land belegte im PISA-Ranking 2022 lediglich Platz 66 von 81 – die Motivation soll steigen.
Hessen streicht Sprachförderung – 22 Einrichtungen betroffen
Ein Rückschlag in der institutionellen Förderung: In Hessen endet heute das Programm der „Sprach-Kitas“. Allein in Wiesbaden verlieren 22 Einrichtungen die zusätzliche Unterstützung für sprachliche Fortbildungen.
Netzhaut verrät kognitive Entwicklung von Frühgeborenen
Eine gestern in JAMA Ophthalmology veröffentlichte Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen der Netzhautdicke und der Entwicklung von Frühgeborenen. Eine dickere Nervenfaserschicht im Alter von zwei Jahren korreliert signifikant mit besseren motorischen und kognitiven Fähigkeiten.
Viele Lern-Apps versprechen viel, liefern aber wenig. Professorin Victoria Murphy warnt: Hohe Downloadzahlen sagen nichts über den Lernwert. Setzen Sie stattdessen auf bewährte Methoden – unser Report liefert Ihnen 5 evidenzbasierte Alternativen. Studienbasierte Lernmethoden jetzt sichern
Ultraschall statt Skalpell: Neue Behandlung bei Zittern
Der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall (MRgFUS) etabliert sich als Alternative bei Tremor-Erkrankungen. Die gezielte Verödung von Nervenstrukturen im Thalamus lindert Symptome von Parkinson oder essentiellem Tremor – ohne chirurgischen Eingriff. Die Wirkung ist oft sofort spürbar. Der Haken: Anders als die tiefe Hirnstimulation ist der Eingriff nicht reversibel.
