Leisure, Sickness

Leisure Sickness: 72% der Deutschen kennen den Feriencrash

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 03:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

72 Prozent der Deutschen kennen das Phänomen Leisure Sickness. Experten erklären Ursachen und geben Tipps zur Vorbeugung.

Leisure Sickness: Warum viele im Urlaub krank werden
Eine Person sitzt nachdenklich am Strand und blickt auf den Horizont, was Entspannung und den Übergang in den Urlaub symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kaum beginnt der Urlaub, werden sie krank.

Das Phänomen Leisure Sickness

72 Prozent der Deutschen kennen das Phänomen: Leisure Sickness. Bei etwa 20 Prozent tritt es regelmäßig zu Beginn der Freizeitphase auf. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen über Erschöpfung bis zu Erkältungssymptomen.

Das ergab eine Umfrage der IU Internationalen Hochschule aus dem Jahr 2025 unter 2.000 Befragten.

Wissenschaftlich erklären Experten den Freizeitcrash mit einem plötzlichen Abfall des Cortisolspiegels. Dagegen helfen Mikropausen von 60 bis 90 Sekunden im Arbeitsalltag und feste Feierabend-Rituale. Wer den Urlaub bereits eine Woche vorher gedanklich einleitet und den letzten Arbeitstag termin- und meetingfrei hält, erleichtert den Übergang. Auch bewusster Smartphone-Verzicht hilft.

Juristisch bietet das Bundesurlaubsgesetz einen Schutz: Wer im Urlaub erkrankt, kann sich die Tage mit ärztlichem Attest gutschreiben lassen.

Ausdauersport senkt Cortisol langfristig

Eine randomisierte Studie mit 130 Teilnehmern zwischen 26 und 58 Jahren liefert den wissenschaftlichen Beleg: 150 Minuten Ausdauersport pro Woche über zwölf Monate senken den Cortisolwert im Haar signifikant.

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In der Kontrollgruppe stieg das Stresshormon dagegen leicht an. Keine signifikanten Effekte zeigten sich bei Herzfrequenzvariabilität, Blutdruck oder Entzündungsmarkern.

Die Aussagekraft ist begrenzt: Nur 81 Teilnehmer schlossen die im Juli 2026 veröffentlichte Studie ab.

Was einen guten Urlaub wirklich ausmacht

Erholungsforscher haben die entscheidenden Faktoren identifiziert: Selbstbestimmung über die eigene Zeit und soziale Verbundenheit sind oft wichtiger als der Urlaubsort. Wer Abstand zum Alltag gewinnt und aktiv Erholungsmöglichkeiten nutzt, regeneriert nachhaltiger.

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Dauerhaftes Glück basiert weniger auf kurzen Ekstase-Momenten, sondern auf allgemeiner Zufriedenheit. Stabile Beziehungen, Zeitautonomie und die Erfüllung von Grundbedürfnissen wie Sicherheit und Sinnhaftigkeit spielen die zentrale Rolle. Eine Langzeitstudie zur Erwachsenenentwicklung bestätigt: Gute soziale Beziehungen sind ein wesentlicher Pfeiler für psychische Gesundheit.

Kurzfristige Stressbewältigung im Sommer

Hitze belastet die Psyche – besonders für Menschen mit Vorerkrankungen. Psychologische Techniken helfen bei akuten Belastungen.

Eine Methode ist das „Urge Surfing“ aus den 1980er Jahren: Man beobachtet einen Drang wie eine Welle, hält ihn aus – nach maximal 30 Minuten ebbt er ab. Die „Let Them!“-Methode lehrt, die Kontrolle über das Verhalten anderer loszulassen und den Fokus auf das eigene Handeln zu richten.

Bei schwerwiegenden Problemen oder Gefahrensituationen ersetzen solche Techniken keine professionelle Therapie.

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