Leihgroßeltern, Generationenpaten

Leihgroßeltern: Wie Generationenpaten die Gehirngesundheit fördern

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutschland und Europa fördern generationenübergreifende Initiativen: Von Leihgroßeltern in Düsseldorf bis zu innovativen Zeitgutschriften-Modellen in Österreich.

Generationenprojekte: Leihgroßeltern, Patenschaften und Vorsorge-Modelle im Aufwind
Eine ältere Frau und ein Kind sitzen gemeinsam an einem Tisch und beschäftigen sich freundlich miteinander. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Förderung von Bindungen zwischen den Generationen gewinnt als Instrument der sozialen Stadtentwicklung und Vorsorge zunehmend an Bedeutung. Verschiedene Initiativen in Deutschland und Europa zeigen, wie durch ehrenamtliches Engagement und organisierte Patenschaften gesellschaftliche Lücken in der Betreuung und Alltagsbewältigung geschlossen werden können. Ein langjähriges Beispiel hierfür findet sich in Düsseldorf, wo das Modell der Leihgroßeltern bereits seit 25 Jahren besteht.

Langfristige Patenschaften und familiäre Unterstützung

In Düsseldorf sind derzeit 64 Leihgroßeltern aktiv, um Familien als ältere Wegbegleiter zu unterstützen. Die Gruppe setzt sich aus 51 Leihomas und 13 Leihopas zusammen.

Ziel des Projekts ist es, eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, von der sowohl die Senioren als auch die Familien profitieren. Für die Koordination und Beratung von Interessierten ist Veronika Kirberg zuständig, die als Ansprechpartnerin im städtischen Kontext fungiert.

Ähnliche Ansätze werden auch in anderen Regionen verfolgt. In Wadersloh sucht der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) nach Ehrenamtlichen für Familienpatenschaften. Das Angebot zielt darauf ab, Menschen zusammenzubringen und wird von den Beteiligten als bereichernd für beide Seiten beschrieben.

In Nettetal konzentriert sich das Engagement auf praktische Willkommensgrüße: In Generationentreffs in Hinsbeck und Kaldenkirchen stricken Freiwillige Babysöckchen für die Willkommenstaschen der Stadt.

Bildung und Bewegung als verbindende Elemente

Neben der reinen Betreuung stehen Bildung und körperliche Aktivität im Fokus generationenübergreifender Arbeit. Das Projekt „Schüler schulen Senioren“ in Nordhorn wird im neuen Schuljahr ab dem 19. August 2026 fortgesetzt. Im vergangenen Jahr nahmen über 40 Senioren an dem kostenlosen Angebot teil, bei dem Schüler ihr Wissen weitergeben.

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In Magdeburg zeigt das Projekt „SeKiB“ seit zwei Jahren, wie Senioren und Kinder gemeinsam in Bewegung bleiben können. Wöchentlich gestalten dort drei Seniorinnen Bewegungsangebote in einer Kindertagesstätte. Die Förderung erfolgt durch den Verband der Ersatzkassen (vdek) im Auftrag mehrerer Krankenkassen, darunter die TK, BARMER und DAK.

Auch im musikalischen Bereich gibt es neue Impulse: In Seevetal startet nach den Sommerferien die Initiative „MUSAS“, die Kindern ab acht Jahren und Erwachsenen ohne Vorkenntnisse eine musikalische Ausbildung ermöglicht.

Innovative Vorsorgemodelle und internationale Ansätze

Über die klassischen Patenschaften hinaus entwickeln sich Modelle, die Ehrenamt mit individueller Vorsorge verknüpfen. Die Zeitpolster-Gruppe in Wiener Neustadt, die seit Februar 2022 besteht, nutzt ein System, bei dem helfende Stunden für die eigene spätere Betreuung angerechnet werden. Österreichweit wurden über dieses Modell bereits mehr als 100.000 Unterstützungsstunden geleistet.

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In Frankreich verfolgt der 2024 gegründete Verein „À vélo sans âge“ in Loudéac das Ziel, Senioren Mobilität durch Triporteur-Fahrten zu ermöglichen. Mit 40 aktiven Freiwilligen plant der Verein die Anschaffung eines zweiten Fahrzeugs für 12.000 Euro.

Dass generationenübergreifende Gemeinschaften jedoch oft nicht spontan entstehen, betont die Soziologin Benedicte Mygind von Erik Arkitekter in Kopenhagen. Sie plädiert dafür, Gemeinschaftshäuser in Wohnanlagen strukturell neu zu denken, um echte Interaktion zu fördern.

Prävention und Gesundheitsförderung

Die Relevanz des Themas zeigt sich auch im Bereich der betrieblichen und öffentlichen Gesundheitsvorsorge. So veranstaltete MSD Österreich am 11. Juni einen Generationentag in Wien.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden zahlreiche kostenlose Untersuchungen durchgeführt, darunter 87 Lungen- und Augenkontrollen sowie 40 Hautscreenings. Solche Aktionstage unterstreichen die Bedeutung der Prävention über alle Altersstufen hinweg und verbinden medizinische Aufklärung mit dem Dialog zwischen den Generationen.

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