Lehrkräfte in Ausbildung: Emotionsregulation soll auf Schulstress vorbereiten
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie psychischen und emotionalen Anforderungen an Lehrkräfte rücken in der pädagogischen Qualifizierung verstärkt in den Fokus. An der Pädagogischen Hochschule Wien wurde ein spezielles Emotionsregulationstraining für angehende Lehrkräfte konzipiert, wie aus einem Bericht von Mitte Oktober 2026 hervorgeht.
Das Programm zielt darauf ab, Lehramtsstudierende bereits in der Ausbildungsphase auf emotionale Belastungen im Schulalltag vorzubereiten und ihnen Methoden zur Selbstregulation zu vermitteln.
Begleitend dazu thematisieren auch weitere Fortbildungsformate, wie ein Workshop-Seminar in Innsbruck, die Zusammenhänge von Emotionen, Macht und Partizipation, um Impulse für eine diversitätssensible Professionsentwicklung im pädagogischen Bereich zu setzen.
Belastungen beim Berufseinstieg und institutionelle Forderungen
Dass emotionale Herausforderungen und der Übergang in den Schulalltag eine kritische Phase darstellen, verdeutlichten Fachdiskussionen an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Münster Ende September 2026. Im Rahmen eines Alumni-Tages zu beruflichen Belastungen analysierte Sarah Althöfer die Problematik des Praxisschocks beim Berufseinstieg.
Ergänzend behandelten Fachvorträge von Hochschuldozenten die Dynamik harmonischer und obsessiver beruflicher Leidenschaft sowie das professionelle Ausbalancieren von Nähe und Distanz im Berufsalltag.
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Auch von Verbandsseite werden strukturelle Hilfen angemahnt. Angesichts internationaler Debatten über Eingriffsregeln erklärte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, dass die bestehende Rechtslage mit Notwehr und Nothilfe in Deutschland ausreichend sei und kein Züchtigungsrecht greifen dürfe.
Allerdings fordert der Deutsche Lehrerverband mehr Rechtssicherheit in Aus- und Fortbildung. Der Verband spricht sich für Task Forces aus Schulsozialarbeit, psychologischen Diensten und Sicherheitskräften, Sicherheitsbeauftragte mit Unterrichtsentlastung an jeder Schule sowie verstärkte bundesweite Fortbildungen zu Gewalt- und Krisensituationen aus.
Wissenschaftliche Einordnung und präventive Schulprojekte
Wissenschaftliche Erhebungen stützen die Relevanz regulativer Fähigkeiten für Fachkräfte unter Druck. Eine im Fachblatt Community Mental Health Journal publizierte Pilotstudie der University of Alabama untersuchte den Zusammenhang von Achtsamkeit, Arbeitsklima und Burnout in mobilen Kriseninterventionsteams.
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Laut Veröffentlichungen können entsprechende Achtsamkeitskompetenzen emotionale Belastungen und Stressfaktoren signifikant abfedern, wenngleich methodische Einschränkungen bei Stichprobe und Messwerten eine Verallgemeinerung der Ergebnisse begrenzen.
Welche Wirkung strukturierte Verhaltenstrainings im Schulalltag entfalten können, zeigt die Praxis: Die Grundschule am Mueßer Berg in Schwerin und der Bildungsanbieter xmentors wurden mit dem Schulpartner-Preis 2026 der Initiative Schulpartner Deutschland ausgezeichnet.
An dem prämierten Projekt für eine gewaltfreie Schulkultur nahmen alle 17 Klassen an monatlichen Einheiten zu Gewaltprävention und Streitschlichtung teil, ergänzt durch Fortbildungen für Pädagogen. Initiativen wie das Training an der Pädagogischen Hochschule Wien setzen an diesem Bedarf an, indem sie emotionale Steuerungskompetenzen bereits vor dem Eintritt in das Berufsleben verankern.
