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Legal Tech: 68% der Kanzleien nutzen Microsoft Copilot

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 04:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Juristische Hochschulen und Kanzleien bauen KI-Kompetenzen aus, während neue Plattformfunktionen, Finanzierungen und wachsende Risiken den Markt prägen.

Legal Tech: KI-Ausbildung und Plattformen treiben Wandel voran
Ein moderner, minimalistischer Arbeitsplatz in einer Anwaltskanzlei mit einem geschlossenen Laptop und gestapelten Fachbüchern. Illustration mit AI erstellt.

Die Integration künstlicher Intelligenz in den juristischen Arbeitsalltag erreicht zum Beginn des neuen akademischen Semesters eine neue Intensität. Während Bildungseinrichtungen wie die Wake Forest Law ihre Studierenden am 1. September 2026 gezielt im Umgang mit spezialisierten Werkzeugen wie Harvey AI schulen, treiben Softwareanbieter die technologische Vernetzung voran.

So stellte das Unternehmen Filevine zum selben Datum mit „Semantic Shepherdization“ eine neue Funktion seiner LOIS-Plattform vor, die über die herkömmliche zitationsbasierte Recherche hinausgeht.

Transformation der juristischen Ausbildung

Die Ausbildung künftiger Juristen verlagert sich zunehmend auf die Vermittlung technologischer Kompetenzen. An der Wake Forest Law findet am 1. September 2026 eine Trainingseinheit für Studierende höherer Semester statt, um den praktischen Einsatz von KI-Anwendungen zu vertiefen.

Auch an der Boston University Law unterrichtet Professor Tim Duncan einen Kurs, in dem Studierende Harvey für reale juristische Aufgaben nutzen. Dabei liege der Fokus laut dem Dozenten nicht allein auf der Anwendung, sondern auf der Förderung des kritischen Denkens im Umgang mit der Technologie.

Parallel dazu setzt die Fakultät der Duquesne Kline Law ihr Kooperationsprogramm fort. Nachdem Fakultätsmitglieder im vergangenen Jahr bereits sechs namhafte Kanzleien, darunter Jones Day und Reed Smith, besuchten, sind für das laufende akademische Jahr sechs weitere Besuche geplant, um den Austausch zwischen Lehre und Praxis zu intensivieren.

Technologische Innovationen und Plattform-Integrationen

Im Bereich der Softwarelösungen zeichnet sich eine Konsolidierung der Oberflächen ab. Die Kanzlei Weil Gotshal & Manges nutzt Google Gemini Enterprise for Legal, um ein proprietäres Tool namens BenchMark für Prozessberichte zu betreiben.

Google erweiterte Gemini Enterprise im August 2026 um spezifische juristische Werkzeuge und integrierte Schnittstellen zu Westlaw, LexisNexis und Harvey. Zu den frühen Partnern dieser Entwicklung zählen neben Weil Gotshal auch Cleary Gottlieb und Freshfields.

Relativity gab am 31. August 2026 bekannt, Microsoft Copilot in seine RelativityOne-Umgebung zu integrieren. Dies ermögliche es juristischen Teams, administrative Workflows mittels natürlicher Sprache zu automatisieren.

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Laut der ILTA-2025-Umfrage nutzen bereits 68 % der Kanzleien und 84 % der größten Sozietäten Microsoft Copilot. Eine weitere Neuerung wurde von LawPavilion auf der 66. NBA Conference präsentiert: Ein KI-basierter Citation Checker soll die Verifizierung zitierter Quellen und deren Relevanz automatisieren.

Investitionen und Marktdurchdringung

Die wirtschaftliche Bedeutung von Legal-Tech-Anbietern spiegelt sich in aktuellen Finanzierungsrunden wider. Das Unternehmen Newcode sicherte sich am 24. August 2026 eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 13,5 Mio. US-Dollar unter der Führung von OnDean Forward.

Insgesamt konnte das Unternehmen in diesem Jahr 20 Mio. US-Dollar einsammeln, um seine Expansion in den USA voranzutreiben. Newcode bediene nach eigenen Angaben über 60 Kanzleien und habe seinen jährlich wiederkehrenden Umsatz verdreifacht.

Auch in spezialisierten Fachbereichen ist die Akzeptanz hoch. Der „State of U.S. Immigration Report 2026“ zeigt, dass 40 % der Einwanderungsanwälte täglich KI nutzen, wobei Tools wie Docketwise und Visalaw AI zur Bewältigung des Papierkrams beitragen.

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Risikomanagement und neue Herausforderungen

Trotz der Produktivitätsgewinne — Thomson Reuters berichtet von einer Verdopplung der Geschwindigkeit bei der Dokumentenprüfung durch CoCounsel Legal Canada — wachsen die rechtlichen Risiken. Von 2024 auf 2025 haben sich die Sammelklagen gegen US-Kanzleien fast verdoppelt.

Experten weisen zudem darauf hin, dass der Einsatz von KI in Rechtsstreitigkeiten neue Risiken bei der Beweiserhebung schafft. Anwälte müssten die genutzten Werkzeuge verstehen und Aufzeichnungen über deren Einsatz führen, da Gerichte die Vertraulichkeit von Anwaltsprompts (Work-Product-Doktrin) nicht in jedem Fall auf die Nutzung durch Mandanten oder Experten übertragen.

Zur Qualifizierung der Fachkräfte werden weltweit neue Programme angeboten. Das Datastat Training Institute startete am 30. August 2026 einen zehntägigen Kurs in Addis Abeba, während die CMA für den 24. September 2026 ein Training zum E-Mail-Management mit KI-Unterstützung unter der Leitung von Nia Joseph angekündigt hat.

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