Legal-Tech, Perplexity

Legal-Tech 2026: Perplexity und Thomson Reuters liefern KI-Rennen

24.06.2026 - 23:28:18 | boerse-global.de

Perplexity und Thomson Reuters liefern sich ein Wettrennen um KI-Assistenten für Kanzleien. Bitkom-Studie prognostiziert radikalen Wandel der Geschäftsmodelle.

KI-Rennen in der Rechtsbranche: Perplexity vs. Thomson Reuters
Legal-Tech - A glowing neural network overlaying a subtle image of a law firm interior, symbolizing AI and legal tech innovation. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In der letzten Juniwoche 2026 überschlagen sich die Neuigkeiten: Neue KI-Plattformen drängen auf den Markt, Abrechnungsmodelle werden auf den Kopf gestellt – und selbst kleine Kanzleien steigen massiv auf Cloud-Lösungen um.

Perplexity und Thomson Reuters liefern sich ein Rennen

Am heutigen Mittwoch hat Perplexity AI sein neues System „Computer for Counsel" vorgestellt. Der sogenannte agentische KI-Assistent arbeitet über mehrere große Sprachmodelle hinweg und ist mit gängigen Legal-Tools wie Docusign, DeepJudge, NetDocuments und Microsoft 365 verknüpft. Die Plattform soll Workflows in den Bereichen Prozessführung, Arbeitsrecht und geistiges Eigentum unterstützen.

Nur zwei Tage zuvor hatte Thomson Reuters den erweiterten Zugang zu seiner nächsten Generation der CoCounsel-Plattform angekündigt. Das System basiert auf dem Anthropic Claude SDK und ist modellunabhängig konzipiert. Besonders spannend: Der Konzern entwickelt mit „Thomson" ein eigenes, auf Rechtsfragen spezialisiertes Sprachmodell, das allgemeine KI-Modelle bei juristischen Aufgaben übertreffen soll. Um die Suchfunktionen zu verbessern, vertiefte Thomson Reuters zudem am Dienstag die Partnerschaft mit DeepJudge – die interne Dokumentensuche wird nun direkt in den CoCounsel-Agenten integriert.

Das Ende der Stundensätze?

Eine Studie des Digitalverbands Bitkom vom heutigen Mittwoch zeichnet ein klares Bild: Die Softwarewelt 2036 wird eine andere sein. Der Aufstieg der KI-Agenten zwinge die gesamte Branche zu einer radikalen Überarbeitung ihrer Geschäftsmodelle. Statt Lizenzgebühren oder Stundensätzen setzen B2B-Anbieter zunehmend auf wert- und ergebnisorientierte Preismodelle. Das setzt traditionelle IT-Dienstleister und das sogenannte „Body-Leasing" massiv unter Druck.

Die aktuellen Marktdaten untermauern diesen Trend: Der Markt für Kanzlei-Software soll von umgerechnet rund 780 Millionen Euro im Jahr 2025 auf über 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2032 wachsen. Besonders kleine und mittlere Kanzleien treiben den Wandel voran – 81 Prozent nutzen inzwischen Cloud-Lösungen für das Kanzleimanagement. Die gesamten Technologieausgaben von Anwaltskanzleien stiegen 2026 um 9,7 Prozent.

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Wer die Auswirkungen des KI-Rennens zwischen Perplexity und Thomson Reuters für seine Kanzlei einordnen will, findet in diesem kostenlosen Report die wichtigsten Strategie-Hebel – von Plattform-Vergleich bis zur Umstellung auf ergebnisorientierte Abrechnung. Jetzt kostenlosen Legal-Tech-Report anfordern

Die Preise für die führenden Plattformen bleiben dabei wettbewerbsfähig:
* Clio: 45 bis 138 Euro pro Nutzer und Monat
* MyCase: 46 bis 120 Euro pro Nutzer und Monat
* PracticePanther: 45 bis 82 Euro pro Nutzer und Monat
* CosmoLex: 91 bis 100 Euro pro Nutzer und Monat

KI kann – aber nicht überall gleich gut

Die Akzeptanz ist hoch: 79 Prozent der Juristen nutzen inzwischen KI. Doch eine Studie des Analysehauses Percipient vom 22. Juni zeigt eine große Kluft zwischen einfachen und komplexen Anwendungen. Bei Tests mit 16 verschiedenen KI-Modellen klaffte eine Leistungslücke von 37 Prozentpunkten zwischen Standardaufgaben und anspruchsvollen Rechtsfällen. Die Modelle Claude Opus 4.6 und 4.7 liegen bei hochkomplexen Anforderungen derzeit vorn.

Trotz dieser Unterschiede zeigen KI-Tools bereits heute enormes Einsparpotenzial. Die britische KI-Kanzlei Garfield AI gewann im Juni einen Prozess, bei dem der zugesprochene Betrag bei 7.000 Pfund lag – die KI-Kosten betrugen jedoch nur 400 Pfund. Das verdeutlicht: KI kann kleine Streitigkeiten wirtschaftlich abwickeln, bei denen traditionelle Anwaltskosten unverhältnismäßig wären.

Die Plattformisierung schreitet voran

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Kanzleien, die bereits unter der KI-Leistungslücke bei komplexen Fällen leiden, brauchen jetzt einen klaren Fahrplan für die Cloud-Migration – bevor die Plattform-Vielfalt die Auswahl weiter erschwert. Dieser Leitfaden liefert Checkliste, Vergleichskriterien und Compliance-Schritte. Cloud-Migrations-Fahrplan jetzt sichern

Der moderne Legal-Tech-Stack wird immer vernetzter. Die Vertragsanalyse-Plattform Kira wird inzwischen von 70 Prozent der 50 größten globalen Kanzleien genutzt – mit einer Kombination aus generativer KI und proprietären Systemen, die auf 45.000 Anwaltsstunden trainiert wurden.

Für Kanzleien, die stark im Microsoft-Universum verankert sind, bietet sich mit PageLightPrime eine native Alternative zu eigenständigen Systemen wie Clio oder MyCase. Die Lösung arbeitet direkt im Microsoft-365-Mandanten und nutzt SharePoint sowie Teams für Dokumentenmanagement und Zusammenarbeit. Dieser Trend zur „Plattformisierung" zeigt sich auch in der Buchhaltungs- und Prüfungsbranche: Unternehmen lösen lose Netzwerke zunehmend durch integrierte Technologie-Stacks auf, um Datenkonsistenz und Sicherheit zu gewährleisten.

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