Ledger, Diebstahl

Ledger untersucht Diebstahl bei CryptoBilis: Guthaben in Millionenhöhe gefährdet

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 04:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ledger untersucht mögliche Kundenverluste bei CryptoBilis; Schadenshöhe, Betroffenenzahl und Ursache sind bislang unbestätigt.

Ledger prüft mutmaßlichen Diebstahl bei Vertriebspartner CryptoBilis
Ein leeres, steriles Lagerhaus mit Industrieregalen und langen Schatten in einer kühlen, gedimmten Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Der Hardware-Wallet-Hersteller Ledger untersucht einen gemeldeten Diebstahl bei dem südostasiatischen Zwischenhändler CryptoBilis. Nach ersten Meldungen könnten Nutzerguthaben in Millionenhöhe betroffen sein. Das Unternehmen forderte den Reseller auf, Verkauf und Auslieferungen vorerst auszusetzen, während die gemeldeten Vermögensverluste von Kunden geprüft werden.

CryptoBilis wird von Ledger als autorisierter Vertriebspartner für Malaysia, Indonesien und die Philippinen geführt. Wie aus Berichten vom 9.10.2026 hervorgeht, empfahl Ledger allen Kunden, die in den vergangenen 90 Tagen Geräte über diesen Kanal erworben haben, noch unkonfigurierte Wallets vorerst nicht einzurichten.

Bereits in Betrieb genommene Geräte sollten nach Unternehmensangaben auf einen neuen Ledger-Signer mit einer frischen Seed Phrase übertragen werden. Ledger betonte zugleich, dass die eigene Infrastruktur sowie die internen Systeme und Dienste nicht kompromittiert worden seien und es keinerlei Hinweise auf einen Einbruch in die firmeneigenen Netzwerke gebe.

Unbestätigte Schadenssummen und widersprüchliche Blockchain-Daten

Weder die genaue Schadenssumme noch die konkrete Ursache, die Zahl der Betroffenen oder der tatsächliche Zusammenhang aller gemeldeten Abflüsse mit CryptoBilis wurden bisher von Ledger bestätigt. Umfang und Hergang der Vorfälle gelten weiterhin als unklar.

Verschiedene Onchain-Analysten beziffern das Ausmaß der potenziellen Verluste jedoch bereits auf zweistellige Millionensummen. Der Onchain-Ermittler Specter schätzte die mutmaßlichen Abflüsse über Netzwerke wie Ethereum, Tron und Bitcoin auf mehr als 86 Mio. US-Dollar, wobei die Verluste Hunderte Wallets beträfen.

Allerdings sei die genaue Zahl der Betroffenen noch nicht festgestellt, und nicht alle registrierten Transaktionen ließen sich zweifelsfrei Kunden von CryptoBilis zuordnen. Drei von Specter identifizierte Bitcoin-Adressen hielten um 13:44 UTC zusammen rund 211 BTC, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiter transferiert worden waren.

Der Dienst Mempool.space wies für eine der genannten Bitcoin-Adressen am 9.10. um 14:16 UTC einen Bestand von rund 92,5 BTC aus 76 Transaktionen ohne nachfolgende Abflüsse aus.

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Abweichende Zahlen lieferten weitere Blockchain-Beobachter. Daten der Analyseplattform Arkham zeigten knapp 87 Mio. US-Dollar an verdächtigen Beständen, darunter circa 42 Mio. US-Dollar in ETH, 17,6 Mio. US-Dollar in BTC sowie 16,5 Mio. US-Dollar in USDT.

Eine weitere Auswertung von Arkham erfasste rund 71,5 Mio. US-Dollar an markierten Adressen, verteilt auf circa 29,4 Mio. US-Dollar ETH, 17,5 Mio. US-Dollar BTC, 13,6 Mio. US-Dollar USDD und 10,8 Mio. US-Dollar USDT, wobei sowohl die Zuordnung als auch die tatsächliche Diebstahlsumme unbestätigt blieben.

Ein Screenshot aus Arkham wies einem einzelnen Portfolio rund 86,96 Mio. US-Dollar zu, dessen Bezug zu den aktuellen Vorfällen jedoch redaktionell nicht verifiziert werden konnte.

Der Onchain-Forscher tanuki42 schätzte mutmaßliche Verluste über acht Adressen auf mehr als 72 Mio. US-Dollar, während eine separate Erfassung im Tron-Netzwerk ebenfalls bei mehr als 72 Mio. US-Dollar lag und weiter anstieg. Dem Analysedienst MistTrack zufolge näherten sich die summierten Verluste 90 Mio. US-Dollar an. Das Unternehmen Tether habe an verknüpften Adressen bereits große USDT-Beträge eingefroren.

Mögliche Angriffsvektoren und Phishing-Warnungen

Über den technischen Mechanismus hinter den Abflüssen herrscht weiter Unklarheit. Als unbestätigte mögliche Ursachen gelten physisch manipulierte Hardware-Geräte, abgefangene Wiederherstellungsphrasen oder Phishing-Angriffe.

Mark Karpelès behauptete, ein in Malaysia erworbenes Gerät habe trotz unversehrter Verpackung eine versteckte Zusatzplatine mit Antenne, LTE-Modul und Daten-eSIM enthalten; diese Darstellung und eine Verbindung zu CryptoBilis sind jedoch nicht unabhängig bestätigt.

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Parallel dazu kursierten gefälschte Phishing-Mitteilungen, in denen Nutzern eine angebliche Frist für Sicherheitsupdates bis zum 15.10.2026 gesetzt wurde.

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