Leberzellkarzinom, Pflanzenstoff

Leberzellkarzinom: Pflanzenstoff verstärkt Lenvatinib-Wirkung um Vielfaches

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschungsdaten zeigen, wie Atractylenolid I Ferroptose auslöst und Lenvatinib ergänzt; weitere Studien prüfen Immun- und Wirkstoffkombinationen.

Atractylenolid I verstärkt Lenvatinib bei Leberkrebs
Ein gläsernes Laborgefäß mit einer klaren Flüssigkeit auf einem weißen Labortisch. Illustration mit AI erstellt.

In der onkologischen Forschung zur Behandlung des hepatozellulären Karzinoms (HCC) rücken pflanzliche Sekundärmetaboliten als potenzielle Wirkungsverstärker in den Fokus.

Wie aus einem Fachbericht vom 18. September 2026 hervorgeht, weist insbesondere Atractylenolid I (AT-1), ein Wirkstoff aus der Pflanze Atractylodes macrocephala, vielversprechende Eigenschaften auf. Die Substanz ist demnach in der Lage, die Wirkung des Standardmedikaments Lenvatinib signifikant zu verstärken, indem sie gezielt Ferroptose in Tumorzellen auslöst.

Biochemische Mechanismen der Ferroptose-Induktion

Die Wirksamkeit von Atractylenolid I beruht laut aktuellen Analysen auf der Bindung an das Protein HMOX1. Durch diese Bindung wird das Protein stabilisiert, da die Ubiquitinierung an den Lysinen K177 und K179 gehemmt wird.

In der Folge kommt es zu einem Anstieg von intrazellulärem Eisen (Fe2+), einer verstärkten Lipidperoxidation sowie der Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS). Dieser Prozess führt zum programmierten Zelltod durch Ferroptose und unterdrückt so das HCC-Wachstum.

Ein Bericht vom 18. September 2026 hebt hervor, dass dieser Mechanismus synergistisch mit Lenvatinib zusammenwirkt. Während Lenvatinib als Tyrosinkinase-Inhibitor fungiert, ergänzt AT-1 diese Therapie durch die gezielte Induktion des Zelltods.

Demgegenüber zeigen Studien zu anderen Proteinen wie Laminin ?1, dass diese die Progression des Karzinoms fördern und die Resistenz gegen Lenvatinib steigern können, indem sie den Hippo-YAP1-Signalweg stimulieren.

Überwindung von Resistenzen und immunsuppressiven Faktoren

Ein weiterer Forschungszweig befasst sich mit der immunsuppressiven Mikroumgebung von Lebertumoren. Laut einer Online-Veröffentlichung in der Fachzeitschrift GUT vom 7. September 2026 spielt die S1P-TREM2-Achse eine entscheidende Rolle.

Tumor-TREM2 auf Neutrophilen wird demnach durch GM-CSF/STAT3 induziert. Der Botenstoff S1P aktiviert daraufhin den PI3K-AKT-NRF2-Pfad, was zu einer Erhöhung von GPX4 und SLC7A11 führt.

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Diese biochemische Kaskade schützt immunsuppressive Neutrophile vor Ferroptose, was die körpereigene Tumorabwehr schwächt. Experimentelle Ansätze mit TREM2-Knockout-Modellen oder einer Hemmung von SPHK1/2 konnten zeigen, dass eine gesteigerte Ferroptose in diesen Zellen die Aktivität von CD8+-T-Zellen stärkt. Dies wirke in Mausmodellen synergistisch mit einer PD-1-Blockade.

Ergänzend dazu untersuchen Forscher der Nanjing Medical University die Hemmung von AARS1, um die Treg-vermittelte Immunflucht zu stören und die Checkpoint-Blockade bei HCC-Patienten zu verbessern.

Klinische Studien und neue Wirkstoffkombinationen

In der klinischen Anwendung werden derzeit verschiedene Kombinationstherapien evaluiert. Eine im September 2026 im Fachjournal ESMO Gastrointestinal Oncology veröffentlichte Phase-I-Studie (CA209-731) untersuchte die Kombination von Nivolumab (240 mg alle zwei Wochen) mit einer chemoembolisierenden TACE-Behandlung bei 19 Patienten mit leberbegrenztem HCC.

Die Ergebnisse zeigten eine objektive Ansprechrate (ORR) von 21 % bei einem medianen progressionsfreien Überleben (PFS) von 5,9 Monaten und einem medianen Gesamtüberleben (OS) von 23 Monaten. Experten stellten dabei fest, dass gegenüber historischen Werten der alleinigen TACE-Behandlung (ORR ca. 20–30 %) keine klare Synergie erkennbar war.

Parallel dazu nutzt die Universität Basel moderne Screening-Verfahren an 35 patientenabgeleiteten HCC-Organoidlinien, um aus 1.642 Wirkstoffen effektive Kombinationen zu identifizieren. Dabei erwies sich eine Kombination aus Regorafenib, Selinexor und Ixazomib in Mausmodellen als wirksamer zur Verlangsamung des Tumorwachstums als eine Monotherapie mit Regorafenib, ohne dabei die Toxizität zu erhöhen.

Ansätze bei Gallengangskarzinomen und genetischen Defekten

Auch bei selteneren Lebertumoren wie dem extrahepatischen Cholangiokarzinom wurden Fortschritte erzielt. Laut einem Bericht vom 17. September 2026, der auf Daten des Journals JHEP Reports vom August 2026 basiert, ist bei PTEN-defizienten Tumoren der SCAP/SREBP-Lipidsyntheseweg aktiviert.

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Die immunsuppressive Tumormikroumgebung beim HCC schützt Neutrophile über die S1P-TREM2-Achse vor Ferroptose — und schwächt damit die körpereigene Abwehr. Unser Leitfaden zeigt, wie sich dieser Schutzmechanismus mit der Ferroptose-Induktion durch AT-1 und weiteren Kombinationsansätzen vergleichen lässt. Leitfaden zur Ferroptose-Strategie sichern

Eine Hemmung des Enzyms GPX4 könne hier Ferroptose auslösen und das Tumorwachstum unterdrücken. In Mausmodellen führte der Verlust von PTEN in Kombination mit einem Verlust des TGF?-Rezeptors oder einer Kras-Aktivierung zur Entstehung dieser aggressiven Gallengangstumoren, was neue Angriffspunkte für künftige Therapien liefert.

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