Leberfett, Diabetes

Leberfett bei Diabetes: 75 Prozent höhere Glukagonwerte im ersten Jahr

05.06.2026 - 15:41:23 | boerse-global.de

Studien zeigen Leberfett als zentralen Diabetes-Faktor und belegen positive Effekte von Pflanzenkost auf das Demenzrisiko.

Neue Forschung: Diabetes-Prävention rückt in den Fokus
Leberfett - Eine abstrakte Darstellung von Gehirn- und Stoffwechselwegen, die sich überlappen und miteinander verbinden, mit leuchtenden neuronalen Mustern. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Studienergebnisse und personelle Weichenstellungen im ersten Halbjahr 2026 zeigen: Die Forschung wird interdisziplinärer.

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Kölner Professorin soll Stoffwechsel- und Alternsforschung vernetzen

Anfang Juni 2026 hat Univ.-Prof. Dr. Ruth Hanßen die neu geschaffene W2-Professur für Prävention von alternsassoziierten metabolischen Erkrankungen an der Uniklinik Köln angetreten. Die 36-jährige Medizinerin forscht zur Schnittstelle zwischen Stoffwechsel- und Alternsforschung.

Ihr Schwerpunkt: das Zusammenspiel von Gehirn, Stoffwechsel und Umweltfaktoren bei der Gewichtsregulation. Hanßen arbeitet zudem als Oberärztin in der Poliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin. Ziel ist es, neue Therapieoptionen gegen Adipositas zu entwickeln.

Leberfett spielt größere Rolle bei Diabetes als gedacht

Eine Studie des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) in Düsseldorf liefert neue Erkenntnisse: Leberfett ist offenbar ein zentraler Faktor bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes. Die am 4. Juni veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass Betroffene im ersten Erkrankungsjahr nach einer Mahlzeit rund 75 Prozent höhere Glukagonwerte aufweisen als Gesunde.

Die erhöhten Werte hängen direkt mit dem Fettgehalt der Leberzellen zusammen – nicht primär mit einer Insulinresistenz. Die Forscher sprechen von einer „hepatischen Glukagonresistenz“. Die Konsequenz: Eine frühzeitige Behandlung der Fettleber könnte das Diabetesrisiko deutlich senken.

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CKM-Syndrom: Wenn Herz, Niere und Stoffwechsel krank machen

Immer mehr Aufmerksamkeit erhält das Cardiovascular-Kidney-Metabolic-Syndrom (CKM). Eine im Juni veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass dieses Syndrom das Krebsrisiko erhöht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert deshalb den Sonderforschungsbereich „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK“ an der Uni Düsseldorf und dem DDZ mit über elf Millionen Euro.

Das Projekt läuft knapp vier Jahre. Im Fokus: Früherkennung und Prävention von Diabetes sowie damit verbundene Herz-Kreislauf-Komplikationen.

Pflanzenkost senkt Demenzrisiko – Semaglutid schützt Nieren

Ernährung spielt eine Schlüsselrolle in der Altersforschung. Eine Analyse von rund 92.000 Datensätzen aus dem Frühjahr 2026 zeigt: Eine pflanzenbetonte Ernährung senkt das Demenzrisiko um sieben Prozent. Besonders effektiv ist die Kombination von Hülsenfrüchten und Sojaprodukten – hier betrug die Risikoreduktion rund 30 Prozent. Als Vermittler gilt die Darmflora.

Auch die Pharmakotherapie liefert neue Daten. Die FLOW-Studie, präsentiert auf dem ERA-Kongress im Juni, untersuchte über 3.500 Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung. Ergebnis: Der Wirkstoff Semaglutid senkt das Risiko schwerer Nierenereignisse um 24 Prozent und verbessert die Lebensqualität. Eine dänische Analyse deutet zudem darauf hin, dass GLP-1-Agonisten das Demenzrisiko um bis zu 53 Prozent reduzieren könnten.

Vorsorge in der Praxis: Teilnahmeraten bleiben niedrig

Trotz aller Fortschritte hapert es an der Umsetzung. Bayerns Gesundheitspolitiker betonten am Weltgesundheitstag im April: Die Teilnahmeraten an Vorsorgeprogrammen liegen oft unter den Erwartungen. Beispiel Brustkrebs-Screening: 2023 nahmen in Bayern nur 46 Prozent der berechtigten Frauen teil.

Seit dem 1. April gibt es ein neues Programm zur Lungenkrebs-Früherkennung per Niedrigdosis-CT für starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren. Auch die Diagnosetechnik verbessert sich: Abbott erhielt Ende Mai die CE-Kennzeichnung für Sensorsysteme, die gleichzeitig Glukose- und Ketonwerte messen.

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