Lebensmittelqualität schlägt Diät-Formel: Harvard-Studie mit 200.000 Teilnehmern
13.06.2026 - 13:19:07 | boerse-global.de
Das zeigt eine Langzeitstudie der Harvard University mit rund 200.000 Teilnehmern.
Lebensmittelqualität schlägt Diät-Formel
Über 30 Jahre untersuchten Forscher die Herzgesundheit der Probanden. Ihr Ergebnis: Sowohl Low-Carb- als auch Low-Fat-Diäten verbessern die Herz-Kreislauf-Werte – aber nur, wenn sie auf Vollkorn, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen basieren. Diäten mit vielen verarbeiteten Produkten und tierischen Fetten schnitten dagegen schlecht ab, unabhängig vom Kohlenhydratanteil.
Ob Herzgesundheit oder Gewichtsmanagement – die richtige Ernährung ist der Schlüssel, um Entzündungen im Körper zu stoppen und Vitalität zurückzugewinnen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen die 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killer aus dem Supermarkt. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung jetzt herunterladen
„Die Qualität der Lebensmittel ist der zentrale Faktor für die Prävention koronarer Herzkrankheiten", sagt Zhiyuan Wu von der Harvard University. Die Studie erschien im Juni im Journal of the American College of Cardiology.
Muskelschwund bei Abnehmspritzen: Antikörper zeigt Wirkung
Ein großes Problem moderner GLP-1-Präparate: Bis zu 40 Prozent des Gewichtsverlusts gehen auf Kosten der Muskelmasse. Eine Phase-2-Studie in Nature Medicine stellt nun einen möglichen Ausweg vor.
Der Antikörper Apitegromab hemmt das Protein Myostatin, das für Muskelabbau verantwortlich ist. In der Studie mit 102 Probanden verloren Teilnehmer unter Tirzepatid plus Placebo 3,5 Kilogramm Magermasse. Die Gruppe, die zusätzlich den Antikörper erhielt, büßte nur 1,6 Kilogramm ein.
Reiner Jumpertz-von Schwartzenberg vom Uniklinikum Tübingen spricht von einem wichtigen Schritt. Die Langzeitwirkungen seien aber noch unklar, eine Zulassung noch Jahre entfernt.
Wer Gewicht verliert oder im Alter fit bleiben möchte, muss dem drohenden Muskelschwund aktiv entgegenwirken. Mit nur 6 einfachen Übungen für zuhause können Sie gezielt Muskeln aufbauen und Ihre Gelenke schützen – ganz ohne Fitnessstudio. Kostenlosen PDF-Ratgeber mit 6 Heim-Übungen sichern
Zusatzstoffe und Essenszeiten unter Verdacht
Nicht nur die Kalorien zählen – auch industrielle Zusatzstoffe rücken in den Fokus. Eine französische Studie des NutriNet-Santé-Projekts verfolgte über acht Jahre den Konsum von Konservierungsstoffen bei mehr als 112.000 Erwachsenen.
Das Ergebnis: Hohe Aufnahmen von Kaliumsorbat (E202), Natriumnitrit (E250) oder Ascorbinsäure (E300) korrelieren mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei nicht-antioxidativen Konservierungsstoffen stieg das Risiko um bis zu 29 Prozent. Die Daten wurden im European Heart Journal präsentiert.
Auch der Zeitpunkt der Mahlzeiten spielt eine Rolle. Mausmodell-Studien der UT Southwestern zeigen: Essen zu ungewöhnlichen Zeiten bringt die zirkadianen Uhren verschiedener Darmzelltypen aus dem Takt. Das könnte Magen-Darm-Beschwerden bei Schichtarbeitern erklären.
Genetik beeinflusst Therapieerfolg
Ob Abnehmtherapien wirken, hängt auch von den Genen ab. Eine Untersuchung der Stanford University im Genome Medicine identifizierte eine Genvariante des Enzyms PAM, die die Wirkung von GLP-1-Medikamenten abschwächen kann.
Gleichzeitig zeigen Analysen der NYU: Trotz hoher Wirksamkeit brechen rund 17 Prozent der Patienten die Therapie wegen Nebenwirkungen ab.
Die Vorteile der Behandlung gehen aber über die Gewichtsreduktion hinaus. Eine Studie der University of Pennsylvania mit über 111.000 Frauen stellte bei Anwenderinnen von GLP-1-Medikamenten ein um 35 Prozent niedrigeres Brustkrebsrisiko fest. Als Ursachen nennen die Forscher den Gewichtsverlust und die Reduktion systemischer Entzündungen. Die Studie erschien im JCO Oncology Practice.
Markt für Abnehmpräparate im Umbruch
Die Medikamentenlandschaft verändert sich rasant. Für Juli wird eine Entscheidung der EU-Kommission über die Zulassung einer oralen Variante von Wegovy erwartet.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind bereits spürbar: Daten aus 2025 und aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass die weite Verbreitung der Medikamente die Ausgaben für Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke senken könnte. Die globale Lebensmittelindustrie steht damit vor neuen Herausforderungen.
