Lebensmittel-Steuersenkung: Händler geben 4,9% ab Juli voll weiter
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 02:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Seit 1. Juli gilt für Grundnahrungsmittel in Österreich ein reduzierter Steuersatz von 4,9 Prozent. Die Händler geben die Senkung flächendeckend weiter – teilweise sogar über das geforderte Maß hinaus.
Das zeigen aktuelle Erhebungen der Arbeiterkammern (AK) in Wien, der Steiermark und Tirol. Sie untersuchten im Juli, ob der Lebensmitteleinzelhandel die Steuersenkung an die Kunden weitergibt. Die Ergebnisse fallen deutlich aus.
AK Wien: Preise bei allen Händlern gesenkt
Die AK Wien verglich die Preise von 576 Produkten bei sieben großen Handelsketten. Der Zeitraum: Mai bis Juli 2026. Ergebnis: Alle untersuchten Händler gaben die Steuersenkung vollständig weiter.
Ähnliche Daten liefert die AK Steiermark. Bei einer Stichprobe von 343 Produkten in fünf Ketten war ein Warenkorb mit 17 Basislebensmitteln im Juli um 7,6 Prozent günstiger als im April.
Besonders stark fielen die Senkungen bei Discountern und Online-Angeboten aus. Die AK Wien ermittelte Ersparnisse zwischen Mai und Juli:
- Lidl: 8,7 Prozent
- Hofer: 7,3 Prozent
- Billa (Online): 7,1 Prozent
- Penny: 6,1 Prozent
- Billa Plus: 5,7 Prozent
- Interspar: 5,0 Prozent
- Spar: 3,8 Prozent
Die Senkungen liegen damit teils deutlich über der rein steuerlich bedingten Differenz.
Große Unterschiede zwischen Produktgruppen
Die Analysen zeigen: Nicht alle Produkte verbilligen sich gleich stark. Markenprodukte wurden um 7,7 Prozent günstiger, Billiglinien um 5,3 Prozent. Bioprodukte verzeichneten hingegen nur einen Rückgang von einem Prozent.
Die Preisschere zwischen Billig- und Bioprodukten lag im Juli bei 123 Prozent.
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Konkrete Beispiele aus dem AK-Preismonitor:
- Ein Liter Vollmilch bei Billa Plus: von 1,39 auf 1,32 Euro
- 250 Gramm Butter bei Billa (Online): von 2,79 auf 2,66 Euro
- Ein Kilogramm Bio-Langkornreis bei Hofer: von 2,58 auf 2,46 Euro
In Tirol ergab eine Untersuchung von zehn Produkten bei Interspar, Billa und MPreis eine durchschnittliche Ersparnis von 1,34 Euro pro Einkauf im Vergleich zum Juni.
Handelsverband verteidigt sich
Der Handelsverband verweist auf die Kosten der Umstellung. Sie belaufen sich für die Branche auf rund sechs Millionen Euro. Die Lebensmittelteuerung lag im Juni bei 1,3 Prozent, die allgemeine Inflationsrate bei 3,2 Prozent.
Der Verband sieht durch die AK-Erhebungen die Kritik an einer mangelnden Weitergabe der Steuervorteile als widerlegt an.
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AK rät weiterhin zum Preisvergleich
In der Steiermark geben Haushalte monatlich durchschnittlich 472 Euro für Ernährung aus. Das entspricht einem jährlichen Gesamtvolumen von rund 2,7 Milliarden Euro.
Experten der Arbeiterkammer betonen: Trotz der allgemeinen Senkung bleibt ein Preisvergleich ratsam. Die Ersparnis variiere je nach Händler und Produktwahl. Die SPÖ sieht sich durch die bestätigte Weitergabe der Steuersenkung in ihrer politischen Linie bestätigt.
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