Lebenserwartung, Frauen

Lebenserwartung: Frauen erreichen 83,6 Jahre, Männer 79,1 Jahre

Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 11:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter an, was die Diskussion um die Rentenfinanzierung und das Renteneintrittsalter neu anheizt.

Deutsche Lebenserwartung steigt: Rentendebatte neu entfacht
Eine vielfältige Gruppe aktiver Senioren, die sich in einem sonnigen Park bewegen, symbolisiert steigende Lebenserwartung und Wohlbefinden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Daten am 7. Juli 2026. Die Werte liegen damit deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Der Anstieg beträgt bei Frauen zwei Monate im Vergleich zum Vorjahr, bei Männern sogar drei Monate. Seit 2022 kletterte die Lebenserwartung bei Frauen um neun Monate nach oben, bei Männern um 13 Monate. Auch ältere Jahrgänge profitieren: 65-jährige Frauen haben statistisch noch 21,2 Jahre vor sich, Männer 18,2 Jahre.

Wo die Lebenserwartung am höchsten ist

Die regionalen Unterschiede bleiben groß. Baden-Württemberg führt das Ranking an: Frauen werden dort durchschnittlich 84,4 Jahre alt, Männer 80,3 Jahre. Schlusslicht ist das Saarland mit 82,0 Jahren bei Frauen. Sachsen-Anhalt verzeichnet mit 76,4 Jahren den bundesweit niedrigsten Wert für Männer.

Das Gefälle zwischen den Bundesländern betrifft sowohl west- als auch ostdeutsche Regionen. Die Daten basieren auf dem Zeitraum 2023 bis 2025.

Rentendebatte: Wer soll das bezahlen?

Die steigende Lebenserwartung heizt die Diskussion um die Rentenfinanzierung an. Eine Rentenkommission schlug vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln – nach einer 2:1-Regel. Ab 2031 soll die schrittweise Anhebung beginnen.

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Parallel dazu stieg der Rentenwert zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent auf 42,52 Euro. Bis 2031 gilt eine Haltelinie für das Rentenniveau von 48 Prozent. Eine kapitalgedeckte Zusatzrente ist ebenfalls geplant.

Doch die Beschäftigten zweifeln an der Umsetzbarkeit. Der DGB-Index „Gute Arbeit“ vom 5. Juli 2026 zeigt: Rund 40 Prozent der Arbeitnehmer glauben nicht, bis zum regulären Rentenalter durchhalten zu können.

Besonders betroffen: Pflege und Bau

In körperlich und psychisch belastenden Berufen sind die Zweifel besonders groß. 72 Prozent der Beschäftigten in der Sanitär-, Heizungs- und Klempnerbranche sehen schwarz. In der Krankenpflege sind es 71 Prozent, in der Altenpflege 67 Prozent. Auch im Hochbau und Erziehungswesen bezweifelt eine Mehrheit die Ausdauer bis zur Rente.

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DGB-Chefin Fahimi fordert würdige Übergänge in den Ruhestand. Sie warnt davor, „ganze Generationen krank in die Rente zu schicken“.

Reformpaket der Bundesregierung

Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte Anfang Juli 2026 weitreichende Reformen an. Neben der Rentenalters-Anhebung umfasst das Paket steuerliche Entlastungen für Durchschnittsfamilien und Anpassungen beim Spitzensteuersatz. Strengere Regeln für den Krankenstand sehen eine ärztliche Attestpflicht bereits ab dem ersten Tag vor.

Für Auslandsrentner gibt es eine neue Hürde: Rund 500.000 Bezieher einer deutschen Rente im Ausland müssen bis zum 31. Juli 2026 einen Lebensnachweis erbringen. Sonst droht ab November ein Zahlungsstopp. Betroffen sind Länder, mit denen kein automatischer digitaler Datenaustausch über Sterbefälle vereinbart wurde.

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