Lebenserwartung 2025: Frauen erreichen 83,6 Jahre, Männer 79,1
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 02:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Statistische Bundesamt meldet für 2025 neue Rekorde bei der Lebenserwartung. Im Vergleich zu 2022 stieg der Wert bei Frauen um neun Monate, bei Männern sogar um 13 Monate.
Auch 65-Jährige haben heute noch durchschnittlich 21,2 Jahre (Frauen) beziehungsweise 18,2 Jahre (Männer) vor sich. Die regionalen Unterschiede sind enorm: In Baden-Württemberg erreichen Frauen 84,4 Jahre, Männer 80,3 Jahre. Schlusslicht sind das Saarland (82,0 Jahre bei Frauen) und Sachsen-Anhalt (76,4 Jahre bei Männern).
Die große Lücke im Ruhestand
Länger leben bedeutet: mehr Jahre ohne Gehalt finanzieren. Eine aktuelle Studie der Hochschule Luzern (HSLU) zeigt, wie dramatisch die Schere aufgeht. Frauen von 1948 verbrachten durchschnittlich 14 Jahre im Ruhestand – heute sind es 23 Jahre. Bei Männern stieg der Wert von 12 auf 20 Jahre.
Die Rechnung für mittlere Einkommen ist ernüchternd. Wer 85 wird, dem fehlen 728.000 CHF. Bei 90 Jahren sind es 921.000 CHF, bei 100 Jahren sogar 1,32 Millionen CHF. Die Botschaft der Forscher ist klar: Ohne private Vorsorge wird es eng.
Wo bleiben die Arbeitskräfte?
Der demografische Wandel trifft den Arbeitsmarkt hart. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert bis 2036 einen Verlust von 4,3 Millionen Erwerbspersonen. Jährlich gehen rund 500.000 Menschen in Rente – die Zuwanderung kann diese Lücke nicht schließen.
Besonders betroffen ist Ostdeutschland. Im Spree-Neiße-Kreis kommen auf 100 Berufseinsteiger bereits 292 Rentner. Und 44 Prozent der aktuell Beschäftigten denken über einen vorzeitigen Ruhestand nach. Ökonomen fordern daher die Abschaffung der Rente mit 63 und stärkere Anreize für längeres Arbeiten.
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Die Politik zieht die Notbremse
Der Bundeshaushalt 2027 sieht eine Kürzung des Rentenzuschusses um eine Milliarde Euro vor. Gleichzeitig warnen Rentenversicherer: Die Beitragssätze könnten bis 2028 auf knapp 20 Prozent steigen.
Ab dem 1. Januar 2027 soll ein Altersvorsorgedepot kommen. Ziel ist eine Nettoersatzquote von mindestens 70 Prozent. Zum Vergleich: In den Niederlanden und Dänemark liegt die kapitalgedeckte Vorsorge bei über 100 Prozent des BIP – Deutschland erreicht gerade einmal 6,4 Prozent.
Die Vorsorgeanbieter bereiten neue Modelle vor: ETF-basierte Standarddepots ohne Garantien, aber auch individuelle Produkte. Eine Rentenkommission schlug zudem vor, den Renteneintritt an die Lebenserwartung zu koppeln. Die Formel: Ein Jahr gewonnene Lebenszeit bedeutet acht Monate mehr Arbeit und vier Monate längeren Rentenbezug.
Die Gesundheitskosten explodieren
Nicht nur die Renten, auch die Krankenkassen spüren den Wandel. Der BKK Dachverband meldet für 2025 Rekordausgaben: 21,6 Milliarden Euro für Krankengeldzahlungen – der größte Posten der gesetzlichen Krankenversicherungen. Hauptursachen für lange Ausfallzeiten sind psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Leiden.
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