LaVita: Foodwatch kürt 50-Euro-Saft zum dreistesten Produkt
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 10:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Verbraucherorganisation Foodwatch zeichnet damit das aus ihrer Sicht dreisteste Werbemüll-Produkt des Jahres aus.
Was steckt im 50-Euro-Saft?
Im Visier der Kritik: ein Mikronährstoffkonzentrat, das rund 50 Euro pro halbem Liter kostet. Das entspricht 100 Euro pro Liter. Analysen zufolge besteht das Produkt zu 70 Prozent aus Fruchtsaftkonzentrat – angereichert mit 26 isolierten Vitaminen.
Verbraucherschützer sehen darin eine klare Übervorteilung. „Hier wird ein simples Fruchtsaftgemisch als hochwertige Gesundheitslösung verkauft“, kritisiert Foodwatch. Bei einer öffentlichen Abstimmung stimmten rund 66.000 Menschen ab, 39 Prozent votierten für LaVita.
Hersteller verteidigt Preisstrategie
Der Hersteller wehrt sich gegen die Vorwürfe. Der Literpreis sei kein fairer Maßstab, argumentiert das Unternehmen. Entscheidend sei der Preis pro Portion – der liege bei etwa einem Euro. Zudem sei die Bezeichnung als Mikronährstoffkonzentrat branchenüblich und rechtlich zulässig.
Fachleute sehen das anders. Sie kritisieren die wachsende Kluft zwischen Werbeversprechen und tatsächlicher Zusammensetzung. Besonders der Mix aus isolierten Vitaminen und günstigem Fruchtsaftkonzentrat zu Premiumpreisen sorgt für Diskussionen.
Nicht nur LaVita im Fokus
Die Negativliste zeigt: Das Problem betrifft die gesamte Lebensmittelbranche. Auf Platz zwei landete eine Backmischung für Heißluftfritteusen von Dr. Oetker mit 21,9 Prozent der Stimmen. Kritiker fragen: Braucht es wirklich ein Spezialprodukt für dieses Gerät?
Den dritten Platz belegt ein Matcha-Mango-Joghurt von Andechser Natur mit 20,8 Prozent. Der beworbene Matcha-Anteil? Ganze 0,1 Prozent.
Strengere Kontrollen gefordert
Foodwatch und andere Organisationen verlangen nun schärfere staatliche Regeln für Gesundheitsversprechen. Besonders die laxen Kontrollen von „Health Claims“ ermöglichten es Herstellern, einfache Produkte durch Marketingbegriffe aufzuwerten.
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Das Ziel: Eine transparentere Kennzeichnung, damit Verbraucher den tatsächlichen Wert teurer Vitaminprodukte besser einschätzen können. Die hohe Beteiligung an der Abstimmung zeigt: Das Thema bewegt die Menschen.
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