Larry, Hardesty

Larry Hardesty: PSA bleibt 10,5 Jahre nach Prostata-OP nicht nachweisbar

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach drei Rückfällen blieb der PSA-Wert eines Patienten bis zu 10,5 Jahre nach der Operation nicht nachweisbar.

Prostatakrebs: Radioligandentherapie hält PSA nach drei Rückfällen niedrig
Ein moderner, steriler Untersuchungsraum in einer Klinik mit medizinischer Diagnoseausrüstung im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Ein Fallbericht von UCLA Health, veröffentlicht in der Fachzeitschrift CA: A Cancer Journal for Clinicians, dokumentiert die mehr als zehnjährige Behandlungsgeschichte eines Patienten mit wiederholt rückfälligem Prostatakrebs.

Der Fall des heute 76-jährigen Larry Hardesty illustriert, wie sich multidisziplinäre und zunehmend zielgerichtete Therapieansätze über ein Jahrzehnt hinweg weiterentwickelt haben – und wie eng Diagnostik, Strahlentherapie, Hormontherapie und moderne Radioligandentherapie inzwischen ineinandergreifen.

Drei Rezidive über ein Jahrzehnt

Nach einer Prostatektomie wurde bei Hardesty erstmals etwa drei Jahre nach der Operation ein nachweisbarer PSA-Wert festgestellt. Eine PSMA-PET/CT-Untersuchung zeigte ein Rezidiv im Bereich des ehemaligen Prostatabetts sowie mehrere befallene Lymphknoten. Insgesamt erlitt der Patient im Laufe von mehr als zehn Jahren drei Rezidive, die jeweils mit unterschiedlichen, zum Teil experimentellen Verfahren behandelt wurden.

Das erste Rezidiv wurde mit stereotaktischer Strahlentherapie (SBRT) behandelt. Beim zweiten Rückfall kam im Rahmen der SATURN-Studie eine Kombination aus SBRT und sechsmonatiger intensiver Hormontherapie zum Einsatz. Dennoch stieg der PSA-Wert erneut an, und ein PSMA-Scan zeigte zwei neue befallene Lymphknoten sowie ein erneutes Rezidiv im Prostatabett.

Radioligandentherapie als dritter Behandlungsschritt

Das dritte Rezidiv wurde im Rahmen der Phase-2-Studie LUNAR behandelt, in der zwei Zyklen des PSMA-gerichteten Radioliganden 177Lu-PNT2002 in Kombination mit SBRT verabreicht wurden. Diese zielgerichtete Radionuklidtherapie, die radioaktive Strahlung direkt an PSMA-positive Tumorzellen bindet, führte dazu, dass der PSA-Wert nach der Behandlung nicht mehr nachweisbar war.

PSMA-Scans nach zwölf und 24 Monaten zeigten keine aktive Erkrankung mehr, und auch bis zu 10,5 Jahre nach der ursprünglichen Prostatektomie blieb der PSA-Wert nicht nachweisbar.

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Studienleiter Dr. Amar Kishan von UCLA sowie Seniorautor Dr. Matthew Rettig, ebenfalls UCLA, begleiteten den Fall wissenschaftlich. Bemerkenswert ist, dass Larry Hardesty selbst als Co-Autor des Fallberichts geführt wird – ein Hinweis darauf, wie eng Patienten in solchen Langzeitverläufen in die wissenschaftliche Dokumentation ihrer eigenen Behandlung eingebunden werden können.

Bedeutung für die multidisziplinäre Versorgung

Der Verlauf steht exemplarisch für einen Behandlungsansatz, der verschiedene Fachrichtungen und Therapieformen über Jahre hinweg kombiniert: bildgebende Diagnostik mittels PSMA-PET/CT, Strahlentherapie, Hormontherapie und schließlich eine zielgerichtete Radioligandentherapie.

Jede dieser Stationen wurde durch ein erneutes Ansteigen des PSA-Werts und durch bildgebende Befunde ausgelöst, die eine Anpassung der Behandlungsstrategie erforderlich machten.

Dass gerade die PSMA-gerichtete Radioligandentherapie im dritten Behandlungsschritt zu einem dauerhaften Ansprechen führte, unterstreicht die wachsende Bedeutung dieser Therapieform bei fortgeschrittenem oder wiederholt rezidivierendem Prostatakrebs. PSMA-PET/CT-Diagnostik ermöglichte in diesem Fall jeweils eine präzise Lokalisation der Rezidive, bevor eine gezielte Behandlung eingeleitet wurde.

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Der Fallbericht zeigt damit, dass selbst nach mehreren Rückfällen über einen langen Zeitraum hinweg eine Kombination aus etablierten und experimentellen Therapieansätzen zu einem langanhaltenden Ansprechen führen kann.

Für die onkologische Praxis liefert der Verlauf ein Beispiel dafür, wie klinische Studien – in diesem Fall SATURN und LUNAR – Patienten Zugang zu neuartigen Therapieoptionen eröffnen können, wenn konventionelle Behandlungen an ihre Grenzen stoßen.

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