Lagertechnik, Scanner

Lagertechnik: Scanner und Roboter steigern Produktivität um 20%

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tragbare Scanner und humanoide Roboter steigern Effizienz in Lagern. KI-Nutzung bleibt trotz Potenzial hinter den Erwartungen zurück.

Logistik-Trends 2026: Wearables und Roboter revolutionieren Lager
Eine Nahaufnahme eines Logistikmitarbeiters, der einen fortschrittlichen, handfreien Scanner am Handrücken trägt und Pakete scannt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Tragbare Scanner und humanoide Roboter sollen Lagerprozesse schneller und präziser machen.

Hands-free-Scanner steigern Produktivität um 20 Prozent

Wearables wie Handrückenscanner haben sich als effektives Mittel erwiesen. Statt Scanner ständig abzulegen und wieder aufzunehmen, arbeiten Mitarbeiter freihändig. Hersteller ProGlove beziffert das Produktivitätsplus auf bis zu 20 Prozent. Die Betriebskosten sinken demnach um rund 19 Prozent.

Noch beeindruckender ist die Fehlerreduktion: In Spitzenfällen sollen die Fehler um 50 Prozent zurückgehen. Die Geräte integrieren sich per Bluetooth in bestehende Warehouse-Management-Systeme (WMS) oder ERP-Lösungen. Die Bestandsgenauigkeit steigt um über 30 Prozent. Partnerschaften wie zwischen ProGlove und Wien Auto-ID treiben diesen Trend voran.

Humanoide Roboter entlasten Belegschaft

Auf der World Artificial Intelligence Conference (WAIC) im Juli 2026 zeigten Unternehmen wie JD Logistics und Zhiyuan den Roboter „Elf G2 Max“. Er greift, stapelt und transportiert Standardbehälter. Das Ziel: die physische Entlastung der Mitarbeiter. Schätzungen zufolge reduziert der Einsatz die tägliche Laufleistung des Lagerpersonals um 20.000 bis 30.000 Schritte.

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Pudu Robotics präsentierte Mitte Juli 2026 eine semi-humanoide Architektur. Der Roboter PUDU D7 stemmt 14 Kilogramm Nutzlast und erreicht eine Arbeitshöhe von zwei Metern. Auch Serviceroboter für Hotels oder die Wäschereilogistik etablieren sich. Laut IDC belegte KEENON Robotics 2025 Platz eins bei den Auslieferungen kommerzieller Serviceroboter.

KI in Lagern: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Technologie ist da – aber die Umsetzung hinkt hinterher. Eine Studie von PSI Software und Civey aus Juli 2025 zeigt: Nur 15 Prozent der Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz (KI) produktiv in ihren Lagern. Immerhin planen 41 Prozent eine Investition bis 2028.

Doch drei Hürden bremsen den Fortschritt:
- Hohe Implementierungskosten (rund 40 Prozent der Nennungen)
- Fehlende Akzeptanz in der Belegschaft (rund 40 Prozent)
- Schwierigkeiten bei der Integration in bestehende Prozesse (rund 40 Prozent)

Dabei zeigen Praxisbeispiele, dass KI-gestützte Steuerungen die Kommissionierwege um 30 Prozent verkürzen können. Die Pick-Effizienz steigt um ein Fünftel. Derzeit wird KI aber vor allem für administrative Aufgaben genutzt – eine durchgängige Automatisierung der Lagerabläufe bleibt die Ausnahme.

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Digitale Bestandsverwaltung wird zum Standard

Softwareplattformen für die prädiktive Bestandsverwaltung ergänzen die Hardware. Systeme wie TIM INVENTORY überwachen in Echtzeit und erkennen Anomalien. Mercedes-Benz und CEVA nutzen solche Lösungen bereits – mit einer Datengenauigkeit von nahezu 100 Prozent.

Auch der rechtliche Rahmen verändert sich. Das „Ersetzende Scannen“ erlaubt Unternehmen, Papierbelege nach der Digitalisierung zu vernichten – sofern sie die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) einhalten. Fachseminare im Spätsommer 2026 widmen sich der Verfahrensdokumentation, um die rechtssichere Umsetzung zu gewährleisten.

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