Lärm, Luftverschmutzung

Lärm und Luftverschmutzung: Studie zeigt fast dreifach höheres Herzrisiko

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Stiftung fordert, Umweltbelastungen stärker in Prävention einzubeziehen; Studien verbinden Lärm und Luftverschmutzung mit erhöhten Herzrisiken.

Deutsche Herzstiftung rückt Umwelteinflüsse als Herzrisiken stärker in den Fokus
Dichte Dunstglocke über einer urbanen Stadtlandschaft als Symbol für Umweltbelastungen und deren gesundheitliche Risiken. Illustration mit AI erstellt.

In der Kardiologie rücken neben individuellen Verhaltensweisen zunehmend externe Umweltfaktoren in den Mittelpunkt der Risikobewertung. Die Deutsche Herzstiftung fordert mehr Aufmerksamkeit für Umweltrisiken in der Herzmedizin. Belastungen durch Feinstaub, Verkehrs- und Fluglärm, Mikroplastik, anhaltende Hitze sowie Umweltgifte können Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen oder bestehende Beschwerden verschärfen.

Thomas Lüscher vom Imperial College London veranschaulichte die Tragweite dieser Einflüsse am 6. Oktober 2026 mit dem Vergleich, dass die dauerhafte Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung ungefähr so wirke, als würden alle Menschen rauchen.

Zwar bleiben die klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, ein erhöhter Cholesterinspiegel und Übergewicht weiterhin zentral für die Entstehung kardiovaskulärer Leiden, doch plädiert die Stiftung dafür, künftig auch allgemeine Lebensbedingungen und politische Entscheidungen stärker in die Präventionsstrategien einzubeziehen.

Hohe Krankheitslast durch Lärm und Luftverschmutzung

Die Auswirkungen externer Stressoren auf die Gefäßgesundheit sind durch wissenschaftliche Daten belegt. Laut einer 2023 veröffentlichten Studie wiesen Personen mit einer hohen kombinierten Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung ein fast dreifach höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse auf als Menschen mit geringer Exposition.

Zudem zeigen Modellrechnungen, dass Luftverschmutzung die weltweite Lebenserwartung um etwa 2,9 Jahre verkürzt, während das Tabakrauchen mit einem Verlust von rund 2,2 Jahren verbunden ist.

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Auch die Belastung durch akustische Reize stellt ein verbreitetes Problem dar. In Europa ist mehr als jeder fünfte Mensch gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt. Allein der Straßenverkehr betrifft rund 92 Millionen Menschen. Diese Lärmbelastung wird jährlich mit rund 73.000 vorzeitigen Todesfällen sowie schätzungsweise 49.000 neu auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Mechanismen und Empfehlungen für den Alltag

Auf biologischer Ebene setzt chronischer Lärm Kaskaden in Gang, die den gesamten Organismus belasten. Die akustischen Reize können zu einer vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen und zu Schlafstörungen führen, was wiederum den Blutdruck ansteigen lässt und Entzündungsprozesse im Körper fördert.

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Zusammen mit Feinstaubpartikeln, die über die Atemwege in den Blutkreislauf gelangen können, entsteht so eine anhaltende Belastung für Herz und Gefäße.

Um die individuellen Risiken abzumildern, formuliert die Deutsche Herzstiftung konkrete Verhaltensempfehlungen. Bei hoher Schadstoffbelastung sollten Bürger anstrengende Bewegung und Sport im Freien reduzieren oder zeitlich verlegen. Zudem empfiehlt es sich, Routen entlang stark befahrener Straßen zu meiden und stattdessen Grünanlagen oder Parks zu nutzen.

Im häuslichen Bereich wird dazu geraten, Holz- und Pelletöfen sparsam einzusetzen. Gegen nächtlichen Umgebungslärm helfen das Schließen von Schallschutzfenstern oder die Nutzung von Ohrstöpseln, um die notwendige Erholung des Herz-Kreislauf-Systems im Schlaf sicherzustellen.

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