Länderspielpause: Verletzungswelle trifft Profiklubs mit langen Ausfällen
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die jüngste Länderspielperiode hat eine ungewöhnlich lange Liste an Ausfällen produziert. Vom Handgelenksbruch bei Flamengos Spielmacher Giorgian De Arrascaeta bis zu Muskel- und Bänderverletzungen bei Nationalspielern mehrerer europäischer Verbände zeigt sich ein Muster, das Vereine und Trainer vor erhebliche Personalprobleme stellt.
De Arrascaeta bricht sich das Handgelenk
Im Zentrum steht der Fall von Giorgian De Arrascaeta. Der Uruguayer brach sich im Freundschaftsspiel seiner Nationalmannschaft gegen Südkorea das linke Handgelenk. Flamengo teilte mit, dass die Operation nach seiner Rückkehr nach Rio geplant sei.
Laut ESPN wird eine Ausfallzeit von mindestens sechs Wochen erwartet, wobei der Klub selbst eine schnellere Genesung für unrealistisch hält. Damit droht De Arrascaeta beide Halbfinalspiele der Copa Libertadores gegen Estudiantes zu verpassen – Termine, die für die brasilianische Vereinsführung von besonderer Bedeutung sind, da sie den Ausgang des internationalen Wettbewerbs mitentscheiden können.
Österreichs Nationalteam mit gleich mehreren Ausfällen
Auch der österreichische Verband meldete mehrere medizinische Fälle nach dem Spiel gegen Kosovo. Bei Sascha Horvath ergab ein MRT nach vorzeitigem Trainingsabbruch keine strukturelle Verletzung, was als vergleichsweise positive Nachricht gilt.
Anders bei Paul Wanner und Nikolas Veratschnig: Untersuchungen zeigten bei Wanner eine Verletzung an der linken Fußsohle, bei Veratschnig eine Bänderverletzung im rechten Knie. Beide fallen für die kommenden zwei Nations-League-Spiele Österreichs aus und kehren zur weiteren Behandlung zu ihren Vereinen zurück. Für Veratschnigs Klub Red Bull Salzburg bedeutet dies eine Pause von mehreren Wochen für den Spieler, der sein A-Team-Debüt gab.
Salzburg besonders stark betroffen
Der Fall Veratschnig reiht sich bei Red Bull Salzburg in eine ganze Serie von Ausfällen ein. Damir Redzic zog sich im Nations-League-Spiel Ungarns gegen die Ukraine eine Bänderverletzung am rechten Knöchel zu und wird nach Vereinsangaben für etliche Wochen fehlen; eine genaue Diagnose wurde nicht mitgeteilt. Der Spieler hatte in dieser Saison bereits zwei Tore und zwei Vorlagen beigesteuert.
Beim Kooperationspartner FC Liefering erlitt zudem Justin Omoregie im Testspiel gegen WSG Tirol eine Knöchelverletzung, wurde operiert und fällt lange aus. Enrique Aguilar zog sich im U20-Spiel gegen Tschechien eine Oberschenkelverletzung zu, weitere Untersuchungen stehen noch aus. In Summe muss Salzburg damit in den kommenden Wochen auf vier Spieler verzichten.
Werder Bremen, HSV und weitere Bundesligisten betroffen
Auch in der Bundesliga schlägt die Länderspielpause Wunden. Werder Bremens Salim Musah verletzte sich während der Abstellung für die deutsche U20 schwer am linken Oberschenkel. Trainer Daniel Thioune zufolge steht der 20-Jährige seinem Verein erst im neuen Jahr wieder zur Verfügung; Klub und DFB stimmen die weiteren medizinischen Schritte gemeinsam ab.
Beim Hamburger SV erlitt Albert Grønbæk bei einem Kurzeinsatz für Norwegen einen Muskelfaserriss am rechten Oberschenkel. Laut MRT des dänischen Verbands wird eine Pause von mindestens drei Wochen erwartet.
Für den 25-Jährigen ist es bereits die vierte Muskelverletzung binnen neun Monaten – nach einer Wadenverletzung im Dezember 2025 mit anschließendem Rückfall sowie einer erneuten rechten Oberschenkelverletzung nach seinem Wechsel zum HSV Ende Januar, die ihn fünf Wochen kostete.
In den letzten sieben Saisonspielen kam Grønbæk auf ein Tor und zwei Vorlagen. Der HSV hatte ihn für 4,7 Millionen Euro verpflichtet, statt der ursprünglich vereinbarten Kaufoption von 5,5 Millionen Euro.
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Auch internationale Topstars betroffen
Die Verletzungswelle machte auch vor prominenten Nationalspielern nicht halt. Brasiliens Raphinha wurde beim Testspiel gegen Australien wegen Muskelbeschwerden im rechten Oberschenkel zur Pause ausgewechselt, nachdem er zuvor per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:2 getroffen hatte; eine Ausfalldauer nannte der Verband CBF nicht.
Für den FC Barcelona, wo Raphinha nach acht Pflichtspielen bei 14 Toren und drei Vorlagen steht, wäre ein längerer Ausfall ein empfindlicher Rückschlag.
Auch der niederländische Nationalspieler Cody Gakpo vom FC Liverpool erlitt beim 2:1-Sieg der Niederlande in Serbien eine Knöchelverletzung und reiste vorzeitig ab. Medienberichten zufolge fällt er mehrere Wochen aus; Liverpool bestätigte, dass er die restlichen Spiele der Länderspielphase verpasst.
Luxemburgs Danel Sinani, der bei Sampdoria Genua unter Vertrag steht, zog sich beim 2:1-Sieg seiner Nationalmannschaft in Bulgarien eine Knieverletzung zu. Ein MRT ergab laut Luxemburger Wort Schäden an Kreuzband und Meniskus, eine Operation ist notwendig.
Sinani verpasst damit nicht nur die kommenden drei Nations-League-Spiele Luxemburgs gegen Island, Estland und Bulgarien sowie die letzten beiden Partien im November, sondern fällt auch für seinen Verein monatelang aus.
Schwedens Alexander Isak musste das Trainingslager der Nationalmannschaft vorzeitig verlassen. Trainer Graham Potter erklärte laut Sky Sports, dass sich die Verletzung nach weiteren Untersuchungen als schwerwiegender herausgestellt habe als zunächst angenommen. Das medizinische Team des Verbands hat inzwischen Isaks Verein informiert.
Real Madrid hofft auf schnelle Mbappé-Rückkehr
Bei Real Madrid wurde nach dem 1:0-Sieg Frankreichs gegen die Türkei bei Kylian Mbappé eine Überstreckung der hinteren Gelenkkapsel im linken Knie diagnostiziert; eine zunächst befürchtete Bänderverletzung konnte ausgeschlossen werden. Laut spanischen Medienberichten wird die Ausfallzeit auf zehn bis zwölf Tage geschätzt, eine Operation ist nicht erforderlich.
Mbappé hat bereits mit dem Reha-Training in Valdebebas begonnen. Als Zieltermin für seine Rückkehr gilt der Clásico bei Barcelona; Sevilla gilt als mögliches früheres Rückkehrspiel, während die Partien gegen Villarreal und Roma möglicherweise noch zu früh kommen.
Tottenham verliert Porro für rund einen Monat
Auch die Premier League verzeichnet einen prominenten Ausfall: Tottenhams Pedro Porro erlitt bereits 19 Minuten nach Anpfiff gegen Aston Villa eine Oberschenkelverletzung.
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Football-London zufolge wird mit einer Ausfallzeit von etwa einem Monat gerechnet. Damit könnte Porro das Spiel gegen Manchester United verpassen, wobei Archie Gray als möglicher Ersatz gilt. Eine Rückkehr zu späteren Terminen im Oktober gilt als denkbar, ist bislang aber nicht bestätigt.
Die Häufung dieser Fälle innerhalb einer einzigen Länderspielperiode verdeutlicht, wie stark die Belastung durch internationale Einsätze auf die physische Verfassung von Profifußballern wirkt – und wie sehr Vereine in der Folge auf Rotation und medizinisches Management angewiesen sind, um durch die kommenden Wochen zu kommen.
