Ladendiebstahl: Schäden in Deutschland erreichen 4,3 Milliarden Euro
23.06.2026 - 05:25:36 | boerse-global.de
Laut einer aktuellen Studie des EHI Retail Institute erreichten die Schäden im Jahr 2025 einen neuen Höchststand von 4,3 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – der vierte Anstieg in Folge.
Organisierte Banden treiben die Kosten
Der größte Posten: Kundendiebstahl mit 3,05 Milliarden Euro. Besonders alarmierend: Rund ein Drittel davon geht auf das Konto organisierter Gruppen. Auch die eigenen Mitarbeiter verursachten Schäden – 910 Millionen Euro. Auf Lieferanten und Servicekräfte entfielen weitere 370 Millionen Euro.
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Der langfristige Trend ist noch deutlicher. Zwischen 2020 und 2025 stiegen die Gesamtschäden um knapp 29 Prozent. Beim Kundendiebstahl beträgt das Plus sogar 41 Prozent. Branchenkenner sehen Inflation und die angespannte Wirtschaftslage als Haupttreiber.
Frank Horst vom EHI sagt: „Der Kampf gegen den organisierten Diebstahl ist die derzeit größte Herausforderung für die Unternehmen."
Die Studie basiert auf Daten von 103 Unternehmen mit über 21.225 Verkaufsstellen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert angesichts der Zahlen eine konsequentere strafrechtliche Verfolgung.
Betrug im Online-Handel auf dem Vormarsch
Nicht nur der stationäre Handel leidet. Auch der E-Commerce kämpft mit steigenden Betrugszahlen. Eine Analyse von LexisNexis Risk Solutions – basierend auf 116 Milliarden Transaktionen aus 2025 – zeigt: Weltweit gingen 38,8 Prozent aller Betrugsfälle auf vermeintlich reguläre Kunden zurück. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
In Europa liegt die Quote sogar bei knapp 52 Prozent. Auch hier treiben organisierte Banden die Entwicklung an. Sie werben gezielt Personen mit geringer Bonität oder Studenten an, um Warenbetrug zu begehen. Typische Methoden: Nichtzahlung von Rechnungen oder falsche Reklamationen. Verbände wie der BEVH und der HBE bestätigen diese Beobachtungen.
Regionale Fälle zeigen die ganze Bandbreite
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Dass Diebstahl auch im Kleinen große Wirkung hat, zeigen aktuelle Polizeiberichte. In Hagen erwischte ein Ladendetektiv einen Tatverdächtigen, der Parfüms im Wert von über 3.000 Euro gestohlen haben soll. In Sachsen-Anhalt führte die Festnahme eines Ladendiebs am Hauptbahnhof Halle zur Vollstreckung eines bestehenden Haftbefehls.
Auch Vandalismus und Einbrüche an Verkaufsautomaten belasten kleinere Betreiber – etwa in Mittelhessen.
In Berlin-Wedding kam es zu einer Sprengstoffexplosion vor einem Geschäft. Die Ermittler sehen einen Zusammenhang mit Schutzgelderpressung durch organisierte Banden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor einer zunehmenden Gewaltbereitschaft, die den Handel massiv unter Druck setze.
