LACI-VM, Vorhofflimmern-Risiko

LACI-VM und E/ e?: Vorhofflimmern-Risiko reicht von 2 bis 20 Prozent

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Mailänder Studie verknüpft den Echo-Index mit Vorhofflimmern nach ungeklärtem Schlaganfall; größere prospektive Studien sollen die Ergebnisse bestätigen.
Ein modernes, unbesetztes kardiologisches Diagnostiklabor mit einem ausgeschalteten Ultraschallgerät. Illustration mit AI erstellt.

Ein echokardiografischer Parameter kann künftig dabei helfen, bislang unentdecktes Vorhofflimmern bei Betroffenen nach ungeklärten Schlaganfällen verlässlicher aufzuspüren.

Laut einem Bericht vom 19. Oktober 2026 zeigt eine Untersuchung der Universität Mailand im Fachjournal Clinical Research in Cardiology, dass der sogenannte LACI-VM-Index eine gezielte Risikobewertung ermöglicht. Der Parameter setzt den Linksvorhof-Volumenindex ins Verhältnis zum Gewebedoppler-Wert a? und liefert damit Hinweise auf strukturelle und funktionelle Veränderungen des linken Vorhofs.

Untersuchung an Kohorte mit ungeklärtem Schlaganfall

Das Mailänder Forschungsteam analysierte im Rahmen der Arbeit Daten von insgesamt 285 Patienten, die einen embolischen Schlaganfall unklarer Quelle (ESUS) oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) erlitten hatten. Die untersuchte Gruppe wies ein medianes Alter von 71 Jahren auf, der Anteil an Frauen lag bei 43 Prozent.

Über einen medianen Nachbeobachtungszeitraum von 10,9 Monaten trat bei 24 der beobachteten Patienten Vorhofflimmern auf, was einer Rate von 8,4 Prozent entspricht. Bemerkenswert war dabei insbesondere der zeitliche Verlauf der Diagnosen: Rund 62 Prozent der aufgetretenen Fälle von Vorhofflimmern manifestierten sich bereits innerhalb des ersten Jahres der Nachbeobachtung.

Statistische Assoziation und Risikostratifizierung

In den multivariaten Berechnungen der Forschergruppe erwies sich der LACI-VM als unabhängig mit dem Auftreten der Herzrhythmusstörung assoziiert. Die Wissenschaftler ermittelten eine Hazard Ratio von 6,64 (Konfidenzintervall 1,34 bis 59,88; p=0,041).

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Zudem zeigte sich ein deutlicher Nutzen für die klinische Risikostratifizierung durch die Verknüpfung des Indexes mit dem diastolischen Funktionsparameter E/e?:

  • Bei Patienten mit einem LACI-VM-Wert von unter 2,5 und einem E/e?-Wert von höchstens 10 lag die Inzidenz von Vorhofflimmern bei circa 2 Prozent.
  • Lag der LACI-VM-Wert hingegen bei 2,5 oder höher in Kombination mit einem E/e?-Wert von über 10, kletterte die Inzidenz auf rund 20 Prozent.

Dieser deutliche Unterschied verdeutlicht, dass die Kombination aus Vorhofgeometrie und linksventrikulären Füllungsdrücken die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen von Vorhofflimmern nach einem zerebrovaskulären Ereignis präzise abbilden kann.

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Methodische Limitationen der Studie

Trotz der vielversprechenden Resultate weisen die Autoren auf inhärente Einschränkungen der Untersuchung hin. Die Forschungsarbeit basiert auf einem retrospektiven und monozentrischen Design. Entsprechende Ergebnisse müssen daher in künftigen Studien mit größeren, prospektiven Kohorten an mehreren Zentren validiert werden, bevor der LACI-VM als fester Standard in die klinische Nachsorge nach kryptogenen Schlaganfällen einziehen kann.

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