Kupferdiebstähle, Chile

Kupferdiebstähle in Chile: 169 Tonnen in vier Monaten 2026

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 15:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Antofagasta meldet mehr Überfälle auf Kupfertransporte in Chile. Bis April 2026 wurden 169 Tonnen gestohlen, trotz zusätzlicher Schutzmaßnahmen.

Antofagasta kämpft mit mehr Kupferdiebstählen in Chile
Ein Güterzug mit Kupfercontainern fährt durch die karge Landschaft der Atacama-Wüste bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Der Bergbaukonzern Antofagasta Plc hat eine dringende Warnung vor der wachsenden Kriminalität auf seinen Schienenwegen in der chilenischen Atacama-Wüste herausgegeben.

Das Unternehmen berichtet von einer neuen Qualität der Gewalt und einer signifikanten Zunahme von Kupferdiebstählen, die den Betrieb der Rohstofftransporte massiv beeinträchtigen. Die Diebstähle werden demnach nicht nur häufiger, sondern auch professioneller und dreister ausgeführt.

Die statistische Auswertung der Vorfälle verdeutlicht die Verschärfung der Sicherheitslage in einer der wichtigsten Bergbauregionen der Welt. Während das Unternehmen im Jahr 2022 noch 39 Fälle von Metalldiebstahl registrierte, stieg diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf 86 Vorfälle an.

Ein Blick auf die ersten Monate des laufenden Jahres verdeutlicht die Beschleunigung dieser Entwicklung: Allein im Zeitraum von Januar bis April 2026 wurden bereits 34 Fälle gemeldet. Dabei erbeuteten die Täter insgesamt 169 Tonnen Kupfer.

Diese Menge ist besonders alarmierend, da sie bereits 71 Prozent der gesamten im Vorjahr 2025 entwendeten Tonnage entspricht. Dies deutet auf eine deutlich höhere Effizienz und Skrupellosigkeit der organisierten Banden hin, die gezielt große Mengen des Industriemetalls entwenden.

Ein besonders schwerwiegender Vorfall unterstreicht das wirtschaftliche Risiko für den Konzern. Ein Transportzug, der Kupfer aus der Mine Chuquicamata beförderte, wurde Ziel eines Angriffs, bei dem ein Schaden in Höhe von 2,4 Millionen US-Dollar entstand.

Solche Überfälle verursachen nicht nur den Verlust der wertvollen Fracht, sondern führen oft auch zu Beschädigungen an der Schieneninfrastruktur und den Lokomotiven, was wiederum teure Ausfallzeiten und Reparaturen nach sich zieht.

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Antofagasta Plc hat auf die Bedrohung reagiert und verstärkte Sicherheitsvorkehrungen implementiert. Dazu gehört unter anderem der Einsatz spezieller Käfigkonstruktionen, die das wertvolle Frachtgut auf den Waggons schützen und einen schnellen Zugriff während der Fahrt oder bei unplanmäßigen Stopps erschweren sollen.

Dennoch räumte das Unternehmen ein, dass die Angriffe auf die Erzzüge trotz dieser technischen Schutzmaßnahmen weiter zunehmen. Die Weitläufigkeit und Abgelegenheit der Strecken in der Wüste erschweren eine lückenlose Überwachung und bieten Kriminellen zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten.

Die Problematik ist auch in den Fokus der chilenischen Sicherheitsbehörden gerückt, da der Diebstahl von Kupfer mittlerweile ein Ausmaß erreicht hat, das die nationale Wirtschaft trifft. Den Behörden gelang in diesem Zusammenhang ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Kriminalität: Ein weitreichender Schmuggelring wurde zerschlagen, der über den Zeitraum von 2020 bis 2025 operierte.

Das Volumen der illegalen Geschäfte dieses Netzwerks, das sich auf den Diebstahl und den anschließenden Weiterverkauf von Kupfer spezialisiert hatte, wurde auf insgesamt 917 Millionen US-Dollar beziffert.

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Diebe erbeuteten allein 2026 bereits 71 Prozent der Kupfermenge des Vorjahres – ein Zeichen für professionell agierende Banden. Wer in Kupfer investiert, sollte die Sicherheitsrisiken kennen. Unser Leitfaden bietet eine Checkliste zur Absicherung Ihrer Lieferketten und einen Überblick über die Lage in Chile. Checkliste zur Lieferketten-Absicherung jetzt sichern

Trotz dieser Ermittlungserfolge bleibt die Lage für Unternehmen wie Antofagasta Plc angespannt. Die Kombination aus hohen Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt und der geografischen Herausforderung der Atacama-Wüste macht Kupfertransporte weiterhin zu einem attraktiven Ziel für kriminelle Strukturen.

Für den Bergbaukonzern stellt die Sicherung der Lieferketten daher eine der zentralen operativen Herausforderungen der kommenden Monate dar, um die Versorgung der internationalen Märkte stabil zu halten.

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