Kulturelle Aktivitäten: Museum und Lesen machen biologisch ein Jahr jünger
02.06.2026 - 08:39:55 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Turku.
Dicke Kinder, langsamere Denker
Die am 1. Juni veröffentlichte Untersuchung wertete Daten des „Special Turku Coronary Risk Factor Intervention Project“ aus. Ergebnis: Ein erhöhter BMI und ein dickerer Bauch in der Jugend hängen mit geringerer kognitiver Flexibilität zusammen. Mit 26 Jahren verarbeiten Betroffene Informationen langsamer.
Auch die Blutwerte spielen eine Rolle. Ein hohes LDL-Cholesterin korreliert mit einem schlechteren verbalen Gedächtnis. Dauerhaft erhöhter Blutdruck bremst die Fähigkeit des Gehirns, flexibel auf neue Situationen zu reagieren.
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Soziale Kontakte schützen das Gehirn
Neben den Risikofaktoren rückt die Prävention in den Fokus. Eine Studie der Universität Krems, ebenfalls vom 1. Juni, belegt: Starke soziale Netzwerke senken das Demenzrisiko – unabhängig von Bildung oder Gesundheitszustand.
Kulturelle Aktivitäten wirken wie ein Jungbrunnen. Das University College London analysierte die epigenetischen Uhren von 3.556 Briten. Wer wöchentlich ins Museum geht oder liest, ist biologisch etwa ein Jahr jünger. Der Effekt entspricht dem regelmäßiger Bewegung.
Vorsicht bei Omega-3-Kapseln
Doch nicht alles, was gut klingt, hilft auch. Eine chinesische Studie mit 800 Probanden zwischen 55 und 90 Jahren untersuchte über fünf Jahre die Wirkung von Fischöl. Ergebnis: Omega-3-Kapseln gingen mit beschleunigtem kognitiven Abbau einher. Der Glukose-Stoffwechsel im Gehirn ließ nach. Einen endgültigen Beweis für eine kausale Wirkung gibt es noch nicht.
Alzheimer früh erkennen
Zwei Lancet-Studien vom 1. Juni zeigen: Alzheimer-Spuren sind schon im mittleren Alter nachweisbar. Die CARDIA-Studie der University of California untersuchte 1.350 demenzfreie Teilnehmer. Spezifische Marker wie p-tau217 ließen sich identifizieren. Allerdings ist unklar, wer tatsächlich eine Demenz entwickelt.
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Neue Uhren für das biologische Alter
Eine Nature-Studie vom 31. Mai stellt transkriptomische Uhren vor. Sie analysieren die Genaktivität aus 11.000 Profilen und 25 Gewebearten. Damit lässt sich das Sterberisiko präziser bestimmen als mit bisherigen Methoden.
Long COVID bei Kindern
Die Universitätsmedizin Magdeburg beteiligte sich an einer internationalen Studie, die am 5. Juni erschien. 74 Kinder mit Long COVID wurden bis zu 3,2 Jahre beobachtet. Ergebnis: Ein bis drei Prozent der infizierten Kinder entwickeln Long COVID. Risikofaktor ist der Kontakt mit dem Epstein-Barr-Virus. Schwere Herz- oder Lungenschäden traten nicht auf.
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