Kühlkette bei Hitze: Keime verdoppeln sich alle 20 Minuten
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts steigender Temperaturen rücken wissenschaftliche Erkenntnisse zur angepassten Ernährung und zur sicheren Handhabung von Lebensmitteln verstärkt in den Fokus. Experten betonen, dass eine gezielte Auswahl von Speisen sowie eine strikte Einhaltung von Kühlketten maßgeblich dazu beitragen können, die physische Belastung durch Hitze zu minimieren und gesundheitliche Risiken durch Lebensmittelinfektionen zu vermeiden.
Auswahl wasserreicher Lebensmittel und thermische Effekte
In aktuellen Empfehlungen aus dem August 2026 hebt die SRF-Gesundheitsredaktion die Bedeutung regionaler und saisonaler Produkte hervor. Besonders Lebensmittel mit einem hohen Flüssigkeitsgehalt wie Tomaten, Zucchetti und Melonen seien bei hohen Temperaturen ideal, um den Wasserhaushalt des Körpers zu unterstützen. Regula Zehnder von der SRF-Gesundheitsredaktion weist darauf hin, dass die tatsächliche Temperatur der Speisen – ob warm oder kalt – für den Körper eine untergeordnete Rolle spiele.
Entscheidender sei hingegen die Zusammensetzung der Mahlzeiten. Es werde empfohlen, auf üppige und besonders fleischlastige Gerichte zu verzichten. Der Grund hierfür liegt im sogenannten thermischen Effekt (TEF): Proteinreiche Speisen verlangen dem Körper bei der Verdauung eine höhere Energieleistung ab, was die interne Wärmeproduktion zusätzlich steigert. Auch bei der Würzung ist Zurückhaltung geboten. Scharfe Gewürze gelten als Heissmacher und werden für die Ernährung an Hitzetagen nicht empfohlen.
Hygienestandards in der kalten Küche
Für die Zubereitung in der kalten Küche werden spezifische organisatorische und materielle Maßnahmen angeraten. Fachleute empfehlen den Einsatz von Chromstahlschüsseln und den sogenannten Tellerservice, um die Frische der Speisen zu wahren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zubereitung von Dressings: Eine Vinaigrette sollte bei Hitze mit einem höheren Essiganteil als Öl angemischt werden, da Essig eine desinfizierende Wirkung besitzt und so die Keimbildung verlangsamen kann.
Bei Temperaturen über 25 Grad verdoppeln sich Keime auf Lebensmitteln alle 20 Minuten – das Risiko für Lebensmittelinfektionen steigt rasant. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie mit einfachen Regeln Ihre Kühlkette einhalten und Lebensmittel sicher lagern. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Lebensmittelsicherheit und die Zwei-Stunden-Regel
Ein kritisches Feld während der Sommermonate ist die Lagerung und Haltbarkeit von Lebensmitteln. Mikroorganismen und Bakterien vermehren sich in einem Temperaturbereich zwischen 5 Grad Celsius und 60 Grad Celsius besonders schnell; unter optimalen Bedingungen kann es alle 20 Minuten zu einer Verdopplung der Keimzahl kommen. Um dies zu verhindern, sollte die Temperatur im Kühlschrank konstant bei 4 bis 5 Grad Celsius liegen.
Besondere Vorsicht gilt für leicht verderbliche Waren. Fleisch und Fisch dürfen maximal ein bis zwei Stunden bei Zimmertemperatur verbleiben. Auch Milchprodukte, Wurstwaren und Salate mit Mayonnaise müssen konsequent gekühlt werden. Experten mahnen zudem zur Vorsicht bei der sensorischen Prüfung: Der Geruch eines Lebensmittels sei kein zuverlässiger Indikator für dessen Unbedenklichkeit, da ein Verderb bereits vor dem Entstehen typischer Gerüche eingetreten sein kann.
Als Faustformel gilt die Zwei-Stunden-Regel. Verderbliche Lebensmittel sollten nicht länger als zwei Stunden Temperaturen von über 25 Grad Celsius ausgesetzt sein. Nach Ablauf dieser Zeit steigt das Risiko einer gesundheitsgefährdenden Bakterienkonzentration signifikant an.
Ob Fleisch, Fisch oder Salat mit Mayonnaise – viele Lebensmittel verderben bei Hitze schneller, als Sie denken. Der Geruch ist kein verlässliches Zeichen. Lernen Sie, wie Sie mit der Zwei-Stunden-Regel und der richtigen Kühlschranktemperatur Ihre Familie schützen. Leitfaden zur Lebensmittelsicherheit jetzt sichern
Differenzierte Lagerung im Haushalt
Trotz der allgemeinen Kühlempfehlungen gibt es Ausnahmen bei der Vorratshaltung. Nicht alle Obst- und Gemüsesorten profitieren von einer Lagerung im Kühlschrank. Tomaten, Bananen und Kartoffeln sollten laut fachlichen Empfehlungen nicht bei Kühlschranktemperaturen aufbewahrt werden, da dies deren Textur und Geschmack negativ beeinflussen kann. Hier wird eine kühle, aber frostfreie Lagerung außerhalb des Kühlschranks bevorzugt.
